AG Geriatrische Versorgung

Unser jahrzehntelanges Forschungsengagement adressiert komplexe Gesundheitskonstellationen, von denen viele alte Menschen betroffen sind. Dafür entwickeln wir individuelle und systemische Versorgungslösungen, um ein bestmögliches körperliches, geistiges und soziales Wohlergehen im Alter zu ermöglichen.

In der AG Geriatrische Versorgung arbeitet ein multiprofessionelles Team mit Erfahrung in:

Umfragen, Interviews, anthropologische Methoden, Fokusgruppen, Change Management, Reviews, Quer- und Längsschnittstudien, randomisiert kontrollierten Studien, qualitativen und quantitative Analysen, Umgang mit „big data“

Prof. Dr. Ulrike Junius-Walker; Copyright: Christian Wyrwa/Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin/MHH
PD Dr. Olaf Krause; Copyright: Christian Wyrwa/Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin/MHH

Unsere Versorgungsforschung widmet sich vier Themenschwerpunkten:

Medikamentenmanagement optimieren
Viele ältere Patienten nehmen täglich mehrere Medikamente gleichzeitig ein. Die Risiken solch einer Polypharmazie werden zunehmend offenbar. Unsere Projekte beschäftigen sich mit interprofessionellen Strategien zur Optimierung und gleichzeitigen Beseitigung von Sicherheitsmängeln bei komplexen Medikationen.

„Frailty“ verstehen
Frailty (Gebrechlichkeit) ist kein Alterungsprozess per se und auch keine Erkrankung. International bestehen vielfältige Bemühungen, die Charakteristika von Frailty und seine Auswirkungen auf Körperfunktionen, Lebensqualität und Mortalität zu verstehen, und hier setzt auch das EU-Projekt ADVANTAGE an. Ältere Menschen mit Frailty stellen eine Risikogruppe dar, die es zu erkennen und zu behandeln gilt.

Behandlungsprioritäten setzen
Welche gesundheitlichen Prioritäten haben ältere Menschen? Wie werden sie in der Behandlung berücksichtigt? Bei der Vielzahl der Erkrankungen im Alter sind evidenzbasierte Leitlinien für Einzelerkrankungen nur bedingt hilfreich. Wir erforschen Prioritäten aus Patienten- und Arztperspektive und entwickeln Konsultationsmodule zur prioritätengesteuerten und individuellen Behandlungsplanung.

Individuellen Versorgungsbedarf erkennen
Das geriatrische Assessment wurde ursprünglich für die stationäre Versorgung entwickelt und war nicht auf die gesundheitliche Situation zuhause lebender Patienten ausgerichtet. Deshalb haben wir mithilfe rigoroser Auswahlkriterien ein Assessmentinstrument für diese Patientengruppe zur Anwendung in der Hausarztpraxis entwickelt. MAGIC steht für Manageable Geriatric Assessment und befasst sich mit neun relevanten Gesundheitsthemen im Alter. Inzwischen wird das Instrument in der S1 Leitlinie „Geriatrisches Assessment in der Hausarztpraxis“ AWMF 053-015 empfohlen. Auch wird es aktuell in einigen anderen Ländern, wie in Taiwan und Spanien, erprobt. Das Assessment finden sie HIER.