Das Aortenzentrum

 

Bei den ca. 84.000 in Deutschland jährlich durchgeführten Herzoperationen unter Einsatz der Herzlungenmaschine wird in ca. 7.100 (12%) der Eingriffe ein Teil der thorakalen Hauptschlagader (Aorta) ersetzt.
Tendentiell nimmt die Anzahl an Aorteneingriffen zu. Das liegt vor allem an der älter werdenden Bevölkerung und der zunehmenden Lebenserwartung.
Eine krankhafte Erweiterung der Aorta (Aortenaneurysma) ist der häufigste Grund für deren chirurgischen Ersatz. Dieser kann heutzutage bei rechtzeitiger Planung zum Teil minimalinvasiv und insgesamt risikoarm durchgeführt werden.
Häufig fällt eine Erkrankung der Aorta leider erst durch akute Komplikationen auf. Dazu gehört vor allem die akute Aortendissektion, bei der sich die Wandschichten der Aorta aufspalten. Im schlimmsten Fall kann es zum Riss (Ruptur) der Aorta kommen. Eine notfallmäßige chirurgische Behandlung ist dann unumgänglich. Akute Aortenerkrankungen sind mit einer hohen Sterblichkeit verbunden. Ihrer Prävention kommt daher eine hohe Bedeutung zu. Ein wesentlicher Teil der Behandlung von Patienten mit Aortenerkrankung ist daher die regelmäßige Kontrolle. Ist der Ersatz der thorakalen Aorta notwendig, ist die sorgfältige Vorbereitung und Planung der Operation ein maßgebliches Element zur Risikoreduktion.

Neue Aortenprothesen und Hybridverfahren ermöglichen es dem Chirurgen heutzutage, auch längere oder schwer zu erreichende Aortensegmente in einer Prozedur zu behandeln. Das intraoperative Management konnte in den letzten Jahren deutlich
verbessert werden. Dazu gehört zum Beispiel der Schutz der Organe während des Aortenersatzes (sog. Organprotektion). Auch die postoperative intensivmedizinische Behandlung hat sich in den letzen Jahren stetig verbessert.
Die Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover hat sich unter Ihren Direktoren Prof. Hans Georg Borst und Prof. Axel Haverich seit der Einführung der Herzchirurgie in Deutschland zu einem national und international renommierten Zentrum für Aortenchirurgie entwickelt. Die kontinuierliche Verbesserung chirurgischer Methoden und die Reduktion des Operationsrisikos war und ist der wesentliche Forschungsschwerpunkt der Hannoveraner Aortenchirurgen. Dadurch konnten revolutionäre chirurgische Techniken, wie der „Elephant Trunk“ (1983) oder der „Frozen Elephant Trunk“ (2003) in Hannover entwickelt werden.
Diese Verfahren werden seither routinemäßig überall auf der Welt zur Behandlung von Patient(inn)en mit komplexen Erkrankungen der thorakalen Aorta eingesetzt.