Gesunde Ernährung - was das heißt und wie sie funktionieren kann

Eine gesunde Ernährung stärkt unsere Gesundheit und das Wohlbefinden. Copyright: medJUNGE

Stand: 11.09.2020 

Auszug des Beitrags zur „Nationalen Krebspräventionswoche 2020“

Untersuchungen zeigen, dass die Ernährung einen wesentlichen Einfluss auf das Risiko hat, an Krebs zu erkranken. In unserer täglichen Nahrung sind unzählige verschiedene Stoffe enthalten. Einige fördern das Wachstum von Krebszellen, sehr viele bremsen es. Wir haben bei unseren Ernährungsexpertinnen und -experten der MHH nachgefragt:  "Was ist eigentlich gesunde Ernährung?", "Welche Risiken birgt Ernährung?" und "Wie schaffe ich es nachhaltig gesund zu essen?" Unsere Ernährungsexpertinnen und -experten der MHH geben uns Ihre Tipps, um gesund durch den Alltag zu kommen.

 

Was ist eigentlich gesunde Ernährung?
"Unsere Erfahrung zeigt, dass nicht allen bewusst ist, dass wir nicht nur den Energiebedarf, also Kalorien, sondern auch den Bedarf an Nährstoffen wie Kohlenhydrate, Eiweiß, Fett, Vitamine... decken müssen, um gesund zu bleiben. Eine gesunde Ernährung erfüllt diese Anforderungen, ohne dass wir zu Präparaten greifen oder abgehobene Ernährungsprinzipien verfolgen müssten. Das Geheimnis der gesunden Ernährung beruht auf Abwechslung und einem guten Mischverhältnis, was wir in verschiedenen Abbildungen gut erkennen können: Ernährungsdreieck, 10 Regeln der DGE, Ernaehrungskreis, 5 am Tag. Genuss und (Geschmacks-) Erlebnis gehören für uns selbstverständlich dazu."

 

Welche Risiken birgt die Ernährung?
"Immer wieder hört oder liest man von problematischen Inhaltstoffen im Essen. Schimmel soll man nicht zu sich nehmen da er Pilzgifte enthalten kann. Die Risiken des Alkoholkonsums sind wohl bekannt. Andere Stoffe hingegen lassen sich nicht immer vermeiden, zumal sie unsichtbar sind. Beispiele: Schwermetalle wie Cadmium und Blei - in Obst und Gemüse. Nitrosamine - sind in gepökelten Fleisch- und Wurstwaren enthalten. Transfettsäuren - entstehen beim Hocherhitzen von Fett. Acrylamid - entsteht auch bei großer Hitze bei der Herstellung von Keksen, Chips… Kohlenwasserstoffe - gelangen beim Räuchern und Grillen mit Holzkohle auf das Fleisch. Die Reihe ließe sich sicherlich fortsetzen. Das Fazit lautet: keine einseitige Ernährung, da man durch Abwechslung die Aufnahme der einzelnen Schadstoffe gering halten kann und die betroffenen Lebensmittel auch fast immer ihre guten Seiten haben wie zum Beispiel „gute“ Nährstoffe und Genusswert."

 

„Mealprep“ Gesundes Essen unkompliziert zubereiten. Welche Tipps oder Rezeptideen haben Sie?
"Gesundes Essen lässt sich am Besten umsetzen, indem man selbst die Küche nutzt. Rezepte müssen nicht kompliziert sein. Beispielweise eignen sich einige Gemüsesorten dazu, im Ofen gebacken und mit einem Quarkdip gegessen zu werden. Oder einfach verschiedene Gemüsesorten in den Topf werfen, kochen, würzen und eventuell pürieren, mit saurer Sahne verfeinern und schon ist die Suppe fertig. Voraussetzung sind natürlich ein paar Zutaten: Haltbares wie Nudeln, Mehl und so weiter sollte man vorrätig haben. Frisches wie Obst, Gemüse, Milchprodukte sollte man dazukaufen. Hilfreich können Gemüsekisten sein, die wöchentlich geliefert werden. Fehlt einem die Phantasie für die Zubereitung, gibt es inzwischen auch Lieferanten, die die Zutaten und Rezepte als sogenannte Kochboxen nach Hause bringen. Zum Beispiel „HelloFresh“ und „Marley Spoon“. Andererseits muss Essen auch nicht immer warm sein. Bunte Teller mit Käse, Brot, Gemüsestreifen und Obst können eine warme Mahlzeit locker ersetzen."

 

Wenn es dann doch mal schnell gehen muss. Snacks für die Handtasche oder „gesundes Fastfood“. Wie kann ich mich auch unterwegs gesund ernähren?
"Auch hier kommt das altmodische Butterbrot ins Spiel. Möglich und moderner sind aber auch selbstgewickelte Wraps für unterwegs. Gesunde Ergänzungen für die Handtasche sind zum Beispiel Nussmischungen in vielen Variationen auch mit Trockenfrüchten wie zum Beispiel Studentenfutter und Co, Mini-Tomaten oder Gurken und Blaubeeren..."

 

Bewusstes Einkaufen. Worauf sollte ich achten?
"Die Antwort ist schnell gegeben: Saisonal und regional! Wir können hier nicht nur viel für unsere persönliche Gesundheit sondern auch für alle tun, indem wir zum Einsparen von Wasser, Schadstoffen, LKW-Fahrten und vielem mehr beitragen. Saisonkalender findet man zum Beispiel unter 5 am Tag - das hat Saison - Herbst oder Regional-Saisonal Saisonkalender Gemüse. Es spricht zudem vieles dafür, unverarbeitete Lebensmittel zu kaufen. Bei den verarbeiteten und verpackten Waren sollte der oftmals sehr langen Zutatenliste ein kritischer Blick gegönnt werden. Dort finden sich viele Hilfsstoffe, die wir in der gesunden Ernährung zumindest nicht brauchen."

 

Tiefkühlgemüse und –Obst: eine gute Alternative zu frischen Lebensmitteln?
"Ja - Tiefkühlprodukte können den Speiseplan gut ergänzen, wenn man nicht täglich einkaufen gehen kann. Und wenn der Tiefkühler schon mal da ist, ergibt sich zusätzlich die Möglichkeit, liebevoll gekochtes in größeren Mengen zuzubereiten und einen Teil als Vorrat zu behalten. Wenn´s mal wieder schnell gehen muss…"

 

Erfahrungsgemäß… was sind direkte spürbare Effekte einer gesunden Ernährung? Warum lohnt es sich eine gesunde Ernährung in den Alltag zu integrieren? Neben den großen Präventionsthemen Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen...
"Tatsächlich berichten uns Menschen, die auf eine gesündere Ernährung umgestellt haben davon, sich nicht mehr so müde zu fühlen und weniger unter Völlegefühl zu leiden. Eine Verbesserung des Hautbildes kann auch erzielt werden. Sicherlich gibt es auch einen positiven psychischen Effekt, denn es fühlt sich gut an, Einfluss auf die eigene Gesundheit nehmen zu können."

 

 

Eine persönliche Ernährungsberatung oder Vermittlung zu Berater-Innen bieten Annette Schünemann und Dagmar Bolgen unter der MHH-Telefonnummer -9083 oder per Mail.

Zur Webseite der Ernährungsmedizin an der MHH

 

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