Mortens Anamnese

Morten, 16 Jahre alt, seit zwei Jahren lebertransplantiert

Für mich als Vater blieb im November 2018 die Welt stehen. Nach einer kurzen Odyssee durch drei Krankenhäuser wurde mein Sohn (damals 15 Jahre) im Rettungswagen in die MHH verlegt. Nur drei Tage später standen wir als Eltern vor der Entscheidung: Lebertransplantation oder auf Besserung hoffen. Die immer schlechter werdenden Werte ließen uns jedoch keine Wahl und auf Anraten des so tollen Teams der Station 63b entschieden wir uns, unseren Sohn bei Eurotransplant listen zu lassen.

Noch in der Nacht zu seinem 16. Geburtstag wurde Morten lebertransplantiert

Drei endlose Tage und Nächte später, unser Sohn lag mit akutem Leber- und Nierenversagen im Koma auf der Intensivstation, kam die erlösende Nachricht, dass ein für ihn passendes Organ gefunden wurde. Noch in der Nacht zu seinem 16. Geburtstag wurde er lebertransplantiert. Nach sechs langen und harten Wochen und der tollen Arbeit aller auf Station 63b konnte mein Sohn kurz vor Weihnachten die Klinik in Hannover in Dankbarkeit verlassen.

 

Auf uns sind so viele Ereignisse, Ängste, Sorgen und Verzweiflung eingeprasselt

Im Februar 2019 verschlechterten sich seine Blutwerte dramatisch. Diagnose: Fanconi-Anämie. Das hatte zur Folge, dass er mindestens einmal in der Woche nach Kassel in die Klinik musste und dort eine Blutspende bekam. Das ging das gesamte Jahr 2019 so. Im Januar 2020 rieten uns die Ärzte der MHH zu einer Chemotherapie mit Stammzelltransplantation.

Im Februar 2020 war ein passender Knochenmarkspender gefunden. Auch diese Behandlung verlief gut und nach sechs Wochen auf der Isolierstation konnten wir unseren Sohn mit nach Hause nehmen. Es sind auf das Kind und uns als Eltern in den zwei Jahren der Behandlungen so viele Ereignisse, Ängste, Sorgen und Verzweiflung eingeprasselt, dass man das im Einzelnen gar nicht aufzeigen kann.

 

Wir sind unendlich dankbar

Eines war jedoch immer eine Konstante und Fels in der Brandung. Die Ärzte, Pfleger, Therapeuten, Psychologen und Mitarbeiter des sozialen Dienstes der MHH.

Ihnen und den Organspendern werden wir immer unendlich dankbar sein. Heute geht es unserem Sohn gut. Es sind zwar viele Medikamente, er hat die Schule nicht geschafft und da sind natürlich die Nachsorgeuntersuchungen, aber was bedeutet das schon?

Ihm wurde gleich zweimal in der MHH das Leben wiedergegeben und nur das zählt!!

Ein dankbarer Vater im April 2021