Mein Herzchentag ist mein zweiter Geburtstag

Tanja, 31 Jahre alt, seit 26 Jahren herztransplantiert

Copyright: Tanja Kück

Mein Name ist Tanja, ich bin 31 Jahre alt und ich kam am 10. August 1989 mit mehreren angeborenen Herzfehlern zur Welt. Noch am selben Tag wurde ich am Enterothorax (Zwerchfellhernie) operiert. Ein paar Tage später folgte eine Fontan-Operation am offenen Herzen. Leider war mein Herz danach aber sehr geschwächt. Ich stand von nun an also auf der „High-Urgency-Liste“ für eine Herztransplantation und es hieß warten.

 

Während ich im Krankenwagen lag hörte ich auf meinem Walkman „Der König der Löwen“

Im Juli 1995 kam dann der erlösende Anruf. Zum Glück waren meine Eltern zu jeder Zeit bei mir. Ich weiß noch, dass meine Eltern mich aufweckten und ich kurze Zeit später im Krankenwagen lag. Meine Mutter begleitete mich im Krankenwagen auf dem Weg ins Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen. Mein Vater fuhr mit dem Auto hinterher.

Während ich im Krankenwagen lag, hörte ich auf meinem Walkman „Der König der Löwen“ und sang ganz laut mit. Nach der Ankunft im Krankenhaus ging alles ganz schnell. Ich erinnere mich nur noch bruchweise, da ich noch klein war.

Nachdem ich insgesamt drei Monate im Krankenhaus lag, durfte ich nach der erfolgreichen Herztransplantation endlich nach Hause.


Ich feiere dieses Jahr schon meinen 26. Herzchentag

Von diesem Zeitpunkt an musste ich vieles wieder neu lernen. Ich konnte nicht mehr alleine sitzen oder gehen. Mit der Unterstützung meiner Eltern, meiner großen Schwester und meiner ganzen Familie habe ich mich zurück ins Leben gekämpft. Der Tag, an dem ich mein neues Herz bekommen habe, ist wie ein zweiter Geburtstag für mich und wird jedes Jahr gefeiert.

Leider habe ich in den letzten Jahren noch viele Operationen und Krankheiten gehabt, da man durch die starken Medikamente und dem geschwächten Immunsystem leichter angreifbar ist.

Jedoch geht es mir vom Herzen her sehr gut und ich feiere dieses Jahr schon meinen 26. Herzchentag (so nenne ich den Tag meiner Herztransplantation).

 

Ich bin dem Menschen, der mir sein Herz geschenkt hat, unendlich dankbar

Trotz allem habe ich meine Ausbildung beendet und meinen Wunschberuf erlernt. Seit fast 11 Jahren arbeite ich als staatlich anerkannte Erzieherin mit unter dreijährigen in einer Kita. Ich wohne mit meinem Partner zusammen und lebe, mit ein paar kleinen Einschränkungen, ein ganz normales Leben. Das Leben als Herztransplantierte ist natürlich anders und mit ein paar Einschränkungen verbunden. Man muss auf vieles verzichten, wie beispielweise Haustiere oder manche Lebensmittel.

Jedoch war die Herztransplantation das Beste, was mir passieren konnte, denn sie hat mein Leben gerettet. Ohne diese Operation wäre ich nicht älter als 5 Jahre geworden. Ich bin dem Menschen, der mir sein Herz geschenkt hat und meinen Eltern, sowie allen Ärzten unendlich dankbar.