Trotz aller Schicksalsschläge lebe ich sehr glücklich

Tamara, 36 Jahre alt, seit 29 Jahren herztransplantiert

Tamara mit ihrer Tochter / Copyright: Tamara Maier

 

 

Ich heiße Tamara Maier und bin am 8. November 1984 in Zagreb in Kroatien geboren. Schon recht früh zeichnete sich ab, dass ich es nicht immer leicht haben werde in meinem Leben. Meine Diagnose lautete Dilatative Kardiomyopathie (DCM) Woher die Form der Herzschwäche kam, weiß bis heute niemand.

Mit vier Jahren erhielt ich bei meiner ersten Herz-Operation (OP) eine künstliche Herzklappe in Ljubljana; sie half aber nicht. Mit fünfeinhalb Jahren fand die nächste Herz-OP in Graz statt; sie half auch nicht. Irgendwann war ich dann leider so schlecht beieinander, dass die Ärzte sagten, es hilft alles nichts, irgendwann wird sie ein neues Herz brauchen.

Wir haben damals in Kärnten (Österreich) gewohnt. Ich war jedoch im Universitätsklinikum München/Großhadern in Behandlung, da es in unserer Umgebung keine passende Klinik gab.


Copyright: Tamara Maier

Ich musste wieder heim. Das war ein Schock!

Als ich dann sieben Jahre alt war, musste es schnell passieren, denn ich war sehr, sehr schwach. Die Ärzte gaben mir nicht mehr lange zu leben...

Irgendwann kam dann ein Anruf, ein Herz sei da. Der Rettungswagen (RTW) kam und holte mich – die Tasche stand immer zum Einsatz bereit. Mitten auf dem Weg ins Krankenhaus sagten die Eltern des Kindes leider wieder ab. Ich musste wieder heim. Das war ein echter Schock!

 

Aus heiterem Himmel kam DER ANRUF

Es folgten weitere Untersuchungen und schlussendlich sagten die Ärzte, ich habe nur noch sieben Tage maximal, mehr würde ich nicht mehr schaffen. Diese Zeit sollte ich zu Hause verbringen. Am vierten dieser Tage – im März 1992 - feierten wir gerade den Geburtstag meiner Mutter nach und aus heiterem Himmel kam DER ANRUF - EIN HERZ IST DA!

 

 

 

Ich musste alles neu lernen

Es ging sofort mit dem RTW ins Universitätsklinikum nach München/Großhadern. Dort wurde ich für die Transplantation vorbereitet und alles in die Wege geleitet.

Ich kann mich an diese Zeit im Krankenhaus leider so gut wie gar nicht erinnern. Einen Herzschrittmacher (HMS) bekam ich auch, da die Chirurgen bei der Operation unglücklicherweise den Sinusknoten des Herzens verletzt haben.

Nach der erfolgreichen Transplantation war ich noch wochenlang im Krankenhaus, denn ich musste natürlich alles neu lernen: gehen, sprechen, essen, trinken, alles einfach! Es war eine schwere Zeit für alle Betroffenen.


Copyright: Tamara Maier

Alles, was man als Kind so macht – aber mit Einschränkungen

Mir ging es aber immer besser und besser. Ich konnte wieder in die Schule gehen, Freunde treffen und alles, was man als Kind so macht. Aber alles natürlich mit Einschränkungen. Alle mussten sich immer die Hände desinfizieren, wenn sie zu Besuch kamen. Insgesamt wurde bei uns alles sehr steril gehalten. Heute ist alles sehr viel leichter, aber zwei Mal im Jahr muss ich natürlich auch weiterhin nach München/Großhadern zur Kontrolle.

 

Unsere Tochter machte unser Glück perfekt …

Im Jahre 2001 lernte ich mit 16 Jahren meinen Mann kennen. Wir heirateten am 7. Juli 2007 und unser Glück machte die Geburt unserer kleinen Tochter Alessia Cataleya perfekt. Sie kam am 12. Dezember 2012 in München/Großhadern gesund und munter zur Welt. Wir leben in Kärnten in unserem Haus, das wir ebenfalls 2007 gemeinsam gebaut haben.

 

… doch es blieb nicht ganz ungestört

Das Glück sollte aber anscheinend nicht ganz ungestört vonstattengehen. So erlitt ich am Karsamstag im März 2016 einen schweren Herzinfarkt. Ich fiel zu Hause um und hatte einen Herzkreislaufstillstand. Mein Mann reanimierte mich und rief sofort die Rettung an. Die Ärzte haben 45 Minuten gebraucht, um mich "flugtauglich" zu bekommen. Es war furchtbar für alle. Ich kenne alles nur aus Erzählungen meines Mannes. Der Rettungshubschrauber brachte mich ins Krankenhaus. Dort erlitt ich erneut einen Herzstillstand. In letzter Sekunde wurde mir über einen  Herzkatheter ein Stent gesetzt. Ich lag dann eine Woche im künstlichen Tiefschlaf und weitere zwei Wochen auf Normalstation. Hier musste ich wieder alles erneut "lernen": gehen, schlucken, essen – es war sooo schwer für mich das zu ertragen. Ich war mir allem bewusst und ich hätte nur schreien können.

 

Ich lasse mich nicht unterkriegen

Nun gut, auch das überlebte ich Gott sei Dank. Ich kam dann bald wieder nach Hause und vier Wochen später trat ich auch schon die Rehabilitation (REHA) an. Nach der vierwöchigen REHA ging es mir schon wirklich gut.

Trotz allem lebe ich aber sehr glücklich mit all meinen Schicksalsschlägen und lasse mich nicht unterkriegen.