Sarah Ahrens

Foto von Sarah Ahrens, Promotionsstipendiatin im Programm Chronische Erkrankungen und Gesundheitskompetenz (ChEG)

Portrait

Von 2014-2017 habe ich an der Universität Leipzig den Bachelor-Studiengang Translation studiert. In dieser Zeit habe ich auch angefangen, in der Flüchtlingshilfe tätig zu werden: Seit 2015 engagiere ich mich in der ehrenamtlichen Sprachvermittlung. Von 2017-2019 habe ich an der Stiftung Universität Hildesheim den Masterstudiengang Medientext und Medienübersetzung mit dem Schwerpunkt Leichte Sprache studiert. Meine Masterarbeit habe ich zum Thema Leichte Sprache für Menschen mit Deutsch als Zweitsprache in der Verwaltungskommunikation geschrieben.

Thema der Promotion

IGeL beim Frauenarzt: Evaluierung von Textangeboten in Standard-, Einfacher und Leichter Sprache

Ziel

In meiner Promotion geht es um verständliche Gesundheitskommunikation für die Zielgruppe Frauen mit Deutsch als Zweitsprache. Ich möchte erforschen, welche Ansprüche Frauen mit Deutsch als Zweitsprache an Gesundheitstexte in Einfacher Sprache haben.

Hintergrund

Neben anderen Studien haben auch Schaeffer et al. (2016) in ihrer HLS-GER-Studie festgestellt, dass der Anteil an Menschen mit niedriger Gesundheitskompetenz unter Menschen mit Migrationshintergrund besonders hoch ist. Mein Forschungsprojekt trägt dazu bei, Gesundheitstexte in Deutschland zugänglicher für Menschen mit Deutsch als Zweitsprache zu machen. Sie sollen dieselben Chancen zur Verbesserung ihrer Gesundheitskompetenz bekommen wie deutsche Muttersprachler_innen. Da noch immer die wenigsten Texte in verschiedenen Sprachen angeboten werden, ist Einfache Sprache eine vielversprechende Alternative, um die Inhalte zugänglich zu machen.

Methode

In meiner Studie werden die Probandinnen einen Gesundheitstext in Standarddeutsch oder Einfacher Sprache lesen. Danach prüfe ich in einem Interview, ob sie den Text verstanden haben und ob sie wissen, wie sie die Informationen aus dem Text anwenden können. So können die Textqualitäten „Verständlichkeit“ und „Handlungsanleitung“ beurteilt werden.

In einer qualitativen Inhaltsanalyse soll Folgendes kategorisiert werden:

  1. die Probleme mit der Verständlichkeit und Handlungsanleitung
  2. die Gründe für diese Probleme.

Mithilfe der identifizierten Probleme und ihrer Gründe können verbesserte Einfache-Sprache-Texte erstellt werden, die sich an den Bedürfnissen der untersuchten Zielgruppe orientieren. Außerdem können Empfehlungen formuliert werden, wie Einfache-Sprache-Texte für die Zielgruppe der Menschen mit Deutsch als Zweitsprache gestaltet werden sollten.

Das Projekt soll folgende Fragen beantworten:

  • Wie verständlich sind Gesundheitstexte für Frauen mit Deutsch als Zweitsprache?
  • Welche Verständlichkeitsprobleme weisen Gesundheitstexte auf, die Frauen mit Deutsch als Zweitsprache am Verstehen und Handeln hindern?
  • Welche Eigenschaften müssen Einfache-Sprache-Texte haben, um für Frauen mit Deutsch als Zweitsprache verständlich und anwendbar zu sein?