AG Geriatrische Versorgung

Unser jahrzehntelanges Forschungsengagement adressiert komplexe Gesundheitskonstellationen, von denen viele alte Menschen betroffen sind. Dafür entwickeln wir individuelle und systemische Versorgungslösungen, um ein bestmögliches körperliches, geistiges und soziales Wohlergehen im Alter zu ermöglichen.

In der AG Geriatrische Versorgung arbeitet ein multiprofessionelles Team mit Erfahrung in:

Umfragen, Interviews, anthropologische Methoden, Fokusgruppen, Change Management, Reviews, Quer- und Längsschnittstudien, randomisiert kontrollierten Studien, qualitativen und quantitative Analysen, Umgang mit „big data“

Tanja Schleef, Prof. Dr. Ulrike Junius-Walker, Birgitt Wiese (v.l.n.r.)
Claudia Kirsch, Birgitt Wiese, Dr. Olaf Krause, Dr. Ina-Merle Doyle (v.l.n.r.)

Unsere Versorgungsforschung widmet sich vier Themenschwerpunkten:

Medikamentenmanagement optimieren
Viele ältere Patienten nehmen täglich mehrere Medikamente gleichzeitig ein. Die Risiken solch einer Polypharmazie werden zunehmend offenbar. Unsere Projekte beschäftigen sich mit interprofessionellen Strategien zur Optimierung und gleichzeitigen Beseitigung von Sicherheitsmängeln bei komplexen Medikationen.

„Frailty“ verstehen
Frailty (Gebrechlichkeit) ist kein Alterungsprozess per se und auch keine Erkrankung. International bestehen vielfältige Bemühungen, die Charakteristika von Frailty und seine Auswirkungen auf Körperfunktionen, Lebensqualität und Mortalität zu verstehen, und hier setzt auch das EU-Projekt ADVANTAGE an. Ältere Menschen mit Frailty stellen eine Risikogruppe dar, die es zu erkennen und zu behandeln gilt.

Behandlungsprioritäten setzen
Welche gesundheitlichen Prioritäten haben ältere Menschen? Wie werden sie in der Behandlung berücksichtigt? Bei der Vielzahl der Erkrankungen im Alter sind evidenzbasierte Leitlinien für Einzelerkrankungen nur bedingt hilfreich. Wir erforschen Prioritäten aus Patienten- und Arztperspektive und entwickeln Konsultationsmodule zur prioritätengesteuerten und individuellen Behandlungsplanung.

Individuellen Versorgungsbedarf erkennen
Das geriatrische Assessment ist ursprünglich in der stationären Versorgung entwickelt worden. Sein Instrumentarium ist nicht auf die gesundheitliche Situation ambulant lebender Patienten ausgerichtet. Deshalb haben wir mithilfe rigoroser Auswahlkriterien ein Assessmentinstrument für die Hausarztpraxis entwickelt, das derzeit in Deutschland und anderen Ländern getestet wird.