Rückblick Onlineseminar am 15.09.2021

Innovative und aktuelle Ansätze in der Versorgung schwerbrandverletzter Patienten

In diesem einmaligen interdisziplinären Webinar konnten wir hochkarätige Experten gewinnen, neueste Erkenntnisse und Best-Practices aus der Brandverletztenversorgung und Intensivmedizin zu teilen.

Herr PD Dr. Stüber aus der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin der MHH informierte sowohl über die aktuelle Studienlage wie auch von den eigenen Erfahrungen über das vergangene Jahr mit der Behandlung von Patienten mit schweren Verläufen einer COVID-19 Infektion. Herr PD Dr. Wallner aus dem BG-Klinikum Bergmannsheil in Bochum stellte die xenogene Fischhaut aus dem islandischen Kabeljau als interessante und innovative Wundauflage bei Brandverletzten vor. An klinischen Beispielen konnte er den Einsatz sowohl als epidermalen, wie auch als partiell dermalen Hautersatz zeigen. Frau Dr. Wilhelmi von der traumatologischen Intensivstation der MHH konnte eindrücklich klinisch, wie auch im Kontext aktueller Literatur die Bedeutung des Faktor XIII bei der Behandlung von Patienten mit ausgedehnten Wundflächen und Verletzungen darlegen und für eine zeitnahe und kontinuierliche Substitution sensibilisieren. Herr Dr. Dieck als leitender Intensivmediziner des Schwerbrandverletztenzentrums Niedersachsens stellte erste Erfahrungen mit dem neuartigen und wiederentdeckten Beatmungskonzept des Laminarflusses und dem Beatmungsgerät Evone vor. Hiermit lässt sich bei selektiven Indikationen eine verbesserte lungenprotektivere Beatmung z.B. bei der Behandlung eines ARDS erreichen. Herr PD Dr. Krezdorn als leitender Oberarzt des Schwerbrandverletztenzentrums Niedersachsens gab einen Überblick über die Datenlage zum Thema Einsatz von Plasmapherese bei Brandverletzten. Er berichtete insbesondere auch über eigene Ergebnisse einer frühzeitigen präemptiven Plasmapherese bei ausgewählten Patienten mit ausgedehnten Befunden einer toxisch epidermalen Nekrolyse.