Schmerzambulanz

Ihre Behandlung in der Schmerzambulanz

Schmerzambulanz, Copyright: Tom Figiel / Anästhesie / MHH

Bei Ihrem Erstkontakt sichten und bewerten wir die vorliegende Befunde und die bisherigen Therapieverfahren. Unsere Diagnostik vervollständigen wir mit einer körperlichen und psychometrischen Untersuchung. 

Falls für die Diagnosestellung erforderlich, leiten wir weitere Maßnahmen ein, z.B. eine Bildgebung, Laboruntersuchungen oder auch diagnostische Nervenblockaden. Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit der fächerübergreifenden Evaluation Ihrer Beschwerden.

Unser Behandlungskonzept ist multimodal. Wir wenden psychotherapeutische, physikalische, komplementär-medizinische, interventionelle und pharmakologische Therapieverfahren an. Eine intensive Verlaufsbeobachtung und Begleitung ist für uns selbstverständlich.


Unsere Ziele

  1. Formulierung einer genauen Diagnose
  2. Veränderung der Schmerzintensität
  3. Dekonditionierung und Desensibilisierung der vorhandenen Schmerzen
  4. Anleitung zu einem eigenverantwortlichen und rehabilitativen Umgang mit den Symptomen

Chronische Schmerzen

Der Schmerz selbst kann zu einer Erkrankung werden, obwohl eine erkennbare körperliche Ursache nicht oder nicht mehr vorhanden ist. Ein großer Teil dieser Schmerzsyndrome lässt sich – wie man heute weiß – auf sogenannte neuroplastische Veränderungen im Nervensystem zurückführen. 

Dabei durchlaufen darauf spezialisierte Nervenzellen einen „Lernprozess“ ähnlich denjenigen Veränderungen in Nervenzellen, die bei Lernvorgängen aktiv sind (Langzeit­potenzierung). Vorher wenig oder nicht schmerzhafte Reize werden dann durch die veränderte Informations­verarbeitung der jetzt empfindlicher reagierenden Nervenzellen als Schmerz wahrgenommen („Schmerzgedächtnis“).

Solche Sensibilisierungsvorgänge können dabei von der Peripherie bis zum Zentralnervensystem reichen und sind häufig mit dysfunktionalen Veränderungen auch in anderen körpereigenen Netzwerken verbunden, wie etwa im vegetativen Nervensystem und im Immunsystem.

Faktoren, die solche neurobiologischen Mechanismen in Gang setzen können, sind lang anhaltende Schmerzreize, starke Schmerzintensitäten und Nerven­verletzungen und auf der Seite der Betroffenen eine Mangel- oder Fehlfunktion des körpereigenen Schmerzabwehr­systems, dessen Funktionsfähigkeit nicht nur genetisch bestimmt ist sondern auch von individuellen körperlichen und psychischen Entwicklungsprozessen abhängig ist.

Die auf diese Weise sich einmal „eingebrannten“ chronischen Schmerzen erfassen dann häufig die gesamte betroffene Person mit weitreichenden psychosozialen Konsequenzen (z.B. Arbeitsplatzverlust, Vereinsamung, Depression).

Für eine erfolgreiche Behandlung einer solchen Situation muss entsprechend ein ganzheitlicher biopsychosozialer Ansatz gewählt werden.


Kontakt

Sie können werktäglich zwischen 09:00 und 15:00 Uhr durch einen Anruf in unserem Sekretariat (Tel.: 0511  532  3108) einen Termin vereinbaren.