Vorhautverengung (lat. "Phimose")

 

Erkrankung:

Die Vorhaut des Neugeborenen und heranwachsender Jungen kann sehr unterschiedlich ausgebildet sein. Verklebungen zwischen dem inneren Blatt der Vorhaut und der Eichel (Glans) sind normal (physiologisch) und lösen sich später von selbst. Ebenso ist es bei Kleinkindern ganz normal, wenn sich die Vorhaut nicht über die Eichel zurückstreifen lässt. Durch eine solche Vorhautenge ist weder das Wasserlassen (Miktion) beeinträchtigt, noch ist das Risiko für Blasenentzündungen erhöht. Gelegentlich tritt aber ein sogenanntes Ballonieren der Vorhaut auf. Dabei sammelt sich zu Beginn des Wasserlassens Urin unter der Vorhaut, die sich dabei wie ein Ballon aufbläht. Dadurch kann es gelegentlich zu Entzündungen der Eichel (Balanitis) und/oder der Vorhaut (Posthitis) kommen, die dann lokal mit z.B. Sitzbädern behandelt werden müssen. Treten diese Entzündungen wiederholt auf, sollte die Vorhaut operativ entfernt werden. Eine andere Veränderung der Vorhaut trägt den Namen Lichen sclerosus et atrophicus und ist eine Hauterkrankung, die zu einer narbigen Enge der Vorhaut führen kann. Auch in diesem Fall ist eine Beschneidung anzuraten und eventuell sogar eine Nachbehandlung durch den Hautarzt notwendig.

 

Die Entfernung der Vorhaut – Beschneidung (Zirkumzision)


Die Entfernung der Vorhaut ist eine der ältesten, und sicher eine der weltweit am häufigsten durchgeführten Operationen. Meistens erfolgt die Zirkumzision aus religiösen bzw. weltanschaulichen Gründen der Eltern. Dazu werden heute immer häufiger auch Argumente wie bessere Hygiene bzw. ästhetische Gründe als Grund für die Beschneidung angeführt. Die Art und Operationstechnik der Beschneidung sind vielfältig. Dazu gehören Vorhautlösungen, Vorhautplastiken Vorhautkürzungen bzw. Teilentfernungen. Das häufigste Verfahren ist die komplette Entfernung der Vorhaut.

 

Unser Behandlungskonzept:

 

Wir stehen der Indikation zur Entfernung der Vorhaut eher zurückhaltend gegenüber. Das bedeutet, dass wir eine Zirkumzision nur dann vorschlagen, wenn Ihr Kind nachweislich immer wieder behandlungsbedürftige Vorhautentzündungen hat oder wenn die Vorhaut narbig verengt ist bzw. einen Lichen sclerosus et atrophicus aufweist. Zirkumzisionen auf Grund religiöser bzw. weltanschaulicher Ansichten der Eltern führen wir nicht durch.


Bei gesunden Kindern erfolgt auch bei uns die Zirkumzision ambulant. Dem Operationstag geht lediglich ein separater Vorstellungstermin in unserer Poliklinik voraus. Bei dieser Gelegenheit wird Ihr Kind untersucht. Wenn eine Operation notwendig ist, erfolgt ein umfangreiches und ausführliches Aufklärungsgespräch über den vorgesehen Eingriff. Das Aufklärungsgespräch mit dem Narkosearzt (Anästhesist) sollte auch an diesem Tag erfolgen. Zur geplanten Operation kommen Sie mit Ihrem Kind  am Operationstag nüchtern auf die kinderchirurgische Station. Von dort wird Ihr Kind dann in den OP-Bereich gebracht, während die Begleitperson im Aufenthaltsraum der Station  warten kann. Nach dem Eingriff verbleibt Ihr Kind zunächst noch im Aufwachbereich, wo Sie jedoch bereits wieder am Bett sitzen können. Nach einer Erholungsphase erfolgt die Entlassung je nach dem Befinden Ihres Kindes, spätestens aber am frühen Nachmittag.


Eine Wiedervorstellung zur Nachuntersuchung bei uns ist in der Regel nicht vorgesehen. Da wir nur Fäden verwenden, die sich von selber auflösen, erfolgt die postoperative Kontrolle durch Ihren Kinderarzt bzw. Kinderärztin. Sollten allerdings noch Fragen offen bleiben oder wir im Einzelfall eine Nachuntersuchung für angebracht halten, können Sie sich jederzeit wieder bei uns vorstellen.   

Sie möchten ein Kind mit einer Vorhautverengung (lat. "Phimose") oder dem Verdacht einer Vorhautverengung (lat. "Phimose") bei uns vorstellen:

 

Alle Patienten, bei denen ein operativer Eingriff vorgesehen ist, stellen sich in unserer Ambulanz vor.

Ein Termin für eine beratende Vorbesprechung kann unten genannten Telefonnummern vereinbart werden:

Anmeldung bzw. Anfragen

Telefon: +49 511 / 532 9043    

Fax: +49 511 / 532 8031

Email:  kinderchirurgie@mh-hannover.de

Service-Point

Zusätzlich erreichen Sie den „Service-Point Kinderchirurgie“

von Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 16:00 Uhr
Freitag von 8:00 bis 14:00 Uhr
telefonisch: +49 176 / 1 532 6784

 

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