Digitale Planung / Navigation

In der modernen Medizin finden zunehmend bildgebende Verfahren Anwendung, wie z. B. Computer-, Kernspin- oder digitale Volumentomographie. Der Vorteil dieser Verfahren ist die Gewinnung eines exakten 3D-Abbilds des Patienten, welches neben der Befunderstellung auch geeignet ist, um

  • Zielstrukturen zu markieren und/oder
  • einzelne Schritte der Operation virtuell zu planen.

Die virtuelle Planung baut auf der vorliegenden Ist-Situation des Patienten auf, legt den zu erwartenden Defektbereich fest und definiert das operative Vorgehen (z. B. bei der Rekonstruktion eines knöchernen Defektes). Diese Planung kann in einen digitalen Workflow eingebettet werden, um beispielsweise präoperativ patientenspezifische Implantate zu planen.

Im Rahmen unserer Forschungstätigkeit arbeiten wir an der kontinuierlichen Weiterentwicklung dieser Werkzeuge. Die ursprünglichen Bildinformationen können jederzeit wieder abgerufen werden. Das ermöglicht neben der Eingriffsplanung auch die fortlaufende Qualitätssicherung der einzelnen Behandlungsschritte. Zudem besteht die Möglichkeit, die geplante Therapie individuell auf den jeweiligen Patienten anzupassen. Unserer Abteilung stehen spezielle 3D-Drucker zur Verfügung, mit denen neue Verfahren und Materialien getestet werden können, um so Arbeitsabläufe zu optimieren. Bei der Fertigung von z. B. Schablonen und Hilfskonstrukten werden sterilisierbare Materialen verarbeitet, die am Patienten eingesetzt werden können.
Die Übertragung der virtuellen Operationsplanung in den OP erfolgt über spezielle Navigationssysteme, die den Patienten dreidimensional im Raum erkennen und einen Abgleich mit der virtuellen Planung erlauben.

Interdisziplinäre Behandlung

Die interaktive Verwendung von Bildinformationen ermöglicht die Optimierung der interdisziplinären Behandlung in den unterschiedlichen Fachbereichen. Neben der erfolgreichen Behandlung dienen diese Informationen auch  zur möglichst originalgetreuen Wiederherstellung des Defekts. Es ergibt sich somit eine interisziplinär optimierte Behandlung, die auf ein möglichst gutes Behandlungsergebnis und die Sicherung der Lebensqualität des Patienten ausgerichtet ist. Die optimierte Ausnutzung von Bildinformationen bedeutet keinerlei zusätzliche Strahlenbelastung, es handelt sich lediglich um ein Ausschöpfen der vorhandenen Bildinformationen, um die individuelle Behandlung nachhaltig zu verbessern.


3D-Druck von anatomischen Modellen im FDM Verfahren