AG Motoneuronerkrankungen/ Neurodegeneration

Leitung der Arbeitsgruppe:

Prof. Dr. md. Susanne Petri

Mitarbeiter:

Ärztliche wissenschaftliche MitarbeiterInnen:

Prof. Dr. med. K. Kollewe, Funktionsoberärztin, Fachärztin für Neurologie

Prof. Dr. med. S. Körner, Fachärztin für Neurologie

Dr. med. Olivia Schreiber-Katz, Fachärztin für Neurologie

Dr. med. Alma Osmanovic, Assistenzärztin

Dr. med. Claas Janssen, Assistenzarzt

Anastasia Sarikidi, Assistenzärztin
Lars Müschen, Assistenzarzt

Naturwissenschaftliche MitarbeiterInnen:

Dr. rer. nat Nadine Thau-Habermann

Thomas Gschwendtberger, cand. PhD

 

Studienkoordination: 

Chantal Fischer, Study Nurse

 

Technische MitarbeiterInnen:

Christiane Hotopp-Hergesell, MTA

Carola Kassebaum, MTA

Klinische Forschung - ALS:

Netzwerke (Körner, Kollewe, Petri, Schreiber-Katz, Osmanovic, Sarikidi, Müschen):

Als Partner im Deutschen Netzwerk für Motoneuronerkrankungen (http://www.mnd-als.de/html/home) sowie im Europäischen ONWebDUALS-Patientenregister (http://als.ibib.waw.pl/) (Kooperationspartner: M. de Carvalho, Lissabon, J. Grosskreutz, Jena, M. Kuźma-Kozakiewicz, M. Piotrkiewicz, Warschau, P. Anderson, Umea;  Förderung: EU-Joint Programme Neurodegenerative Disease Research) ist das ALS-Zentrum Hannover an klinischen und genetischen Forschungsprojekten sowie an klinischen Therapiestudien beteiligt, ein besonderer Fokus liegt auf elektrophysiologischen Fragestellungen sowie der Suche nach Risiko- und verlaufsmodulierenden Faktoren sowie gesundheitsökonomischen Aspekten und Lebensqualität bei ALS.

Bildgebung

In Kooperation mit der neurologischen Universitätsklinik Magdeburg (Prof. Heinze, Prof. Vielhaber, Prof. Schreiber) werden Studien mit struktureller und funktioneller Bildgebung und Ultraschall in der Diagnostik und Ursachenforschung an ALS-Patienten durchgeführt.

Neuropsychologie

In enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Prof. B. Kopp werden durch Kombination aus neuropsychologischen Testverfahren und die Messung ereigniskorrelierter Potenziale Art und Entstehung von kognitiven und Verhaltensauffälligkeiten, die bei bis zum 50%der ALS-Patienten auftreten, charakterisiert und Verfahren für die Diagnostik und Verlaufsbeobachtung entwickelt.

 

Klinische Forschung – SMA (Osmanovic, Schreiber-Katz):

Über das SmartCare-Register und das MND-Net werden Patienten mit spinaler Muskelatrophie (SMA) (https://www.smartcare.de/) erfasst.

Eine Kohorte von derzeit 30 SMA-Patienten, die an der MHH die seit 2017 zugelassene Antisense-Oligonukleotid-basierte Gentherapie mit Nusinersen erhalten, wird bezüglich Therapieerwartungen, Lebensqualität und subjektiver/ objektiver Verfahren zur Messung des Therapieerfolgs charakterisiert.

 

Genetik (A. Osmanovic):

In einer Kooperation mit Frau Prof. Dr. R. Weber, Institut für Humangenetik, werden next generation sequencing (NGS) Technologien zur Identifizierung krankheitsassoziierter genetischer Veränderungen eingesetzt, die zum besseren Verständnis der molekularen Mechanismen sowie von Gentyp-Phänotyp-Korrelationen beitragen können.

 

Experimentelle Forschung :

Pathogeneseforschung

Mittels Untersuchung von primären Motoneuronkulturen, in Monokultur und in Ko-Kultur mit Astrozyten/ Microglia, die aus dem transgenen ALS-Tiermodell oder gesunden Kontrolltieren gewonnen werden, sowie in vivo Studien im G93A-SOD1-Mausmodell und neuropathologischen Untersuchungen in Muskelbiopsiematerial und in post mortem Gehirn- und Rückenmarksgewebe versuchen wir, die Pathomechanismen der ALS besser zu verstehen. Aktuelle Untersuchungen fokussieren sich auf die Interaktion verschiedener Wachstumsfaktoren wie FGF-2 (fibroblast growth factor-2), die nach Abschluss der Embryonalentwicklung sowohl neuroprotektive als  auch neurotoxische Wirkung entfalten können, sowie in Ursachen der Dysregulation des Aktin-Zytoskeletts und der Motoneuron-Gliazell-Interaktion.

Induzierbare pluripotente Stammzellen (iPSC)

Ein neues sehr vielversprechendes humanes in vitro-Modell stellen von Patienten gewonnene induzierbare pluripotente Stammzellen (iPSC) dar, die wir im Labor in Motoneurone differenzieren und in denen wir mittels elektrophysiologischer und molekularbiologischer Techniken bereits erste neue pharmakologische Behandlungsansätze etabliert haben und an krankheitsspezifischen epigenetischen Regulationsmechanismen forschen (Kooperation Prof. Dr. F. Wegner, Neurologie; Prof. Dr. H. Frieling, Psychiatrie; Prof. Dr. Dr. A. Hermann, Neurologie, Universitätsmedizin Rostock).

Zelltherapie

Nach dem weitgehenden Versagen bisheriger Medikamentenstudien erscheint die Transplantation von Stamm-/ Vorläuferzellen als neue vielversprechende Therapieoption neurodegenerativer Erkrankungen wie der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS). Innerhalb des BMBF-geförderten integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums Transplantation (IFB-Tx) wurde in Kooperation mit der GMPDU (Good Manufacturing Practice Development Unit) (Prof. Dr. U. Köhl, Dr. R. Esser) ein GMP-konformes Protokoll zur Isolation und Expansion von mesenchymalen Stromazellen (MSC) aus Knochenmark, um nach Abschluss derzeit laufender tierexperimenteller Studien eine erste klinische Evaluation zu initiieren.