Autoimmune und infektiöse Enzephalitiden

PD Dr. med. Kurt-Wolfram Sühs

Schwerpunkt der Arbeitsgruppe sind klinische und Grundlagenforschungsprojekte zu neuroimmunologischen Mechanismen bei entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems insbesondere autoimmuner- und infektiöser Enzephalitiden.

Insgesamt hat sich das Verständnis und damit verbunden die Therapiemöglichkeiten neuroimmunologischer Erkrankungen durch die weltweiten Forschungsbemühungen erheblich verbessert, wobei deutliche individuelle Unterschiede in Symptomausprägung und Prognose fortbestehen. Insbesondere bei den autoimmunen und infektiösen Enzephalitiden handelt es sich häufig um schwerwiegende, sich akut-subakut manifestierende Erkrankungen des zentralen Nervensystems mit teils deutlich unterschiedlichen klinischen Residuen.  Häufig findet daher eine zunächst intensivmedizinische, im Verlauf normalstationäre und schließlich ambulante Behandlung statt, woraus sich unterschiedliche klinische Aspekte und Fragestellungen ergeben.

Welche pathophysiologischen Mechanismen diesen Erkrankungen zugrunde liegen, welche Faktoren die Erkrankungen und Erkrankungsschwere beeinflussen und insbesondere ob sich diese Einflüsse translational für Diagnostik, individuelle Prognoseabschätzung und Therapie verwerten lassen sind hierbei die zentralen Fragestellungen der Arbeitsgruppe.

In unserer Arbeitsgruppe wird in grundlagenwissenschaftlichen experimentellen Arbeiten beispielsweise der Einfluss von Ionenkanälen an experimentellen Modellen und in Zellkulturen untersucht. Des Weiteren erfolgt die klinische Charakterisierung und Untersuchung von Biomaterial insbesondere von Veränderungen des Liquor cerebrospinalis mit Hilfe moderner Techniken wie der Massenspektrometrie. Neben interdisziplinären Kooperationen (Neuroradiologie, Psychiatrie, Immunologie, etc.) erfolgt aufgrund der Seltenheit bestimmter Erkrankungen wie beispielsweise den antikörpervermittelten Enzephalitiden die Zusammenarbeit in großen Netzwerkverbünden (z.B. GENERATE). Experimentell besteht insbesondere im Hinblick auf die infektiösen Erkrankungen eine enge Kooperation mit dem TWINCORE.

 

1 Immunfluoreszenz (Hippocampus) mit Antikörpern gegen NR1 (grün) und den Astrozytenmarker GFAP (rot) . 2 NR1 Expression (rot) in der Retina mit Gegenfärbung der neuronalen Zellkörper (NeuN, grün).

A Hierarische Cluster Analyse basierend auf der Trennschärfe metabolischer Biomarkerkandidaten im Liquor. B Jackknife Kreuzvalidierung  C-F Box/scatter Plot Darstellung der Konzentrationsunterschiede d ausgewählter Biomarkerkandidaten aus Abbildung B.

III GENERATE Zentren– GErman NEtwork for REsearch on AuToimmune Encephalitis

 

Ausgewählte Publikationen:

Baumgärtel C, Skripuletz T, Kronenberg J, Stangel M, Schwenkenbecher P, SinkeC, Müller-   Vahl KR, Sühs KW. Immunity in Gilles de la Tourette-Syndrome: Results from a          Cerebrospinal Fluid Study. Front Neurol. 2019 Jul 4; 10:732.

Sühs KW, Novoselova N, Kuhn M, Seegers L, Kaever V, Muller-Vahl K, et al. Kynurenine is a cerebrospinal fluid biomarker for bacterial and viral CNS infections. J Infect Dis 2019 Jun 5; 220(1):127-138.

Kuhn M, Sühs KW, Akmatov MK, Klawonn F, Wang J, Skripuletz T, et al. Mass-spectrometric profiling of cerebrospinal fluid reveals metabolite biomarkers for CNS involvement in varicella zoster virus reactivation. J Neuroinflammation 2018 Jan 17;15(1):20.

Sühs KW, Fairless R, Williams SK, Heine K, Cavalie A, Diem R. N-methyl-D-aspartate receptor blockade is neuroprotective in experimental autoimmune optic neuritis. J Neuropathol Exp Neurol 2014 Jun;73(6):507-18.

Sühs KW, Hein K, Sattler MB, Gorlitz A, Ciupka C, Scholz K, et al. A randomized, double-        blind, phase 2             study of erythropoietin in optic neuritis. Ann Neurol 2012    Aug;72(2):199-210.

 

Weiterführende Links und Netzwerke:

Zentrum Seltene Erkrankungen www.mh-hannover.de/37762.html

GENERATE generate-net.de

TWINCORE www.twincore.de/institute/experimentelle-infektionsforschung/forschungsfokus/