Infusionsambulanz

Prof. Dr. med. C. Trebst und Prof. Dr. med. T. Skripuletz

Moderne hochwirksame Medikamente müssen häufig intravenös unter medizinischer Überwachung verabreicht werden. In der Infusionsambulanz der Klinik für Neurologie können derartige Therapieapplikationen erfolgen und somit stationäre Klinikaufenthalte vermieden werden.

In der Infusionsambulanz werden insbesondere Patienten mit entzündlichen neurologischen Erkrankungen behandelt (z.B. chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP), multifokale motorische Neuropathie (MMN), Multiple Sklerose, Myositis, Myasthenia gravis). Darüber hinaus erfolgen regelmäßige Enzymersatztherapien bei seltenen genetischen Erkrankungen.

Die Behandlung in der Infusionsambulanz umfasst drei Behandlungsschritte.

  • Im ersten Schritt wird zunächst geprüft, ob eine Behandlung indiziert ist. Die Voruntersuchung umfasst eine Befragung bezüglich der Erkrankung und eine körperliche Untersuchung, eine Blutentnahme (insbesondere um Kontraindikationen auszuschließen) sowie eine Aufklärung über das Medikament.
  • Am Tag der geplanten Infusion erfolgt erneut eine Befragung und Untersuchung zum Ausschluss von Kontraindikationen (insbesondere von Infektionen). Dann wird die Therapie in Form einer Infusion verabreicht. Die Dauer der Infusion richtet sich nach den Empfehlungen der Fachinformation des jeweiligen Medikaments. Nach der Infusion folgt eine 30-60 minütige Überwachungsphase. Bei guter Verträglichkeit wird ein Folgetermin für die nächste Infusion vereinbart.
  • Zwischen den Infusionsterminen sind Kontrolluntersuchungen geplant, um einerseits die Wirksamkeit des Medikaments zu überprüfen und andererseits um mögliche Nebenwirkungen des Medikaments schnell erfassen zu können. Es erfolgt daher nach jeder Infusion die Empfehlung auf mögliche Nebenwirkungen zu achten und sich bei Auftreten unverzüglich zu melden. Auch sind abhängig vom Medikament Blutkontrollen notwendig, welche beim Hausarzt durchgeführt werden sollten.