Klinische Neurophysiologie

 

Leitung:

 

Prof. Dr. med. K. Kollewe

Funktionsoberärztin

E-Mail

 

Prof. Dr. med. S. Körner

Funktionsoberärztin

E-Mail

 

Neurophysiologisches Labor

Das neurophysiologische Labor ist Ausbildungsstätte der Deutschen Gesellschaft für klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN)

 

Mitarbeiter/innen:

Frau P. Gerstenberger, Medizinisch Technische Assistentin

Frau M. Wenzel, Medizinisch Technische Assistentin

Frau C. Wilmsmann, Medizinisch Technische Assistentin

 

 

In unserem Neurophysiologischen Labor bieten wir ein umfassendes Spektrum an Untersuchungsmethoden an:  

  • Elektromyographie (EMG)

Bei der Elektromyographie werden Muskeln mit einer feinen Nadel untersucht. Dabei wird die elektrische Aktivität im Muskel bei ruhendem Muskel, leicht und stark aktiviertem Muskel abgeleitet. Mit diesem Verfahren können Erkrankungen der Nerven mit resultierender Schädigung der Muskulatur (neurogene Schädigung) und Erkrankungen des Muskels selbst (Myopathie) detektiert werden.

  • Elektroneurographie (NLG)

Bei der Elektroneurographie werden periphere Nerven elektrisch gereizt und die Antwortpotentiale abgeleitet und bewertet. Es erfolgt meist die Untersuchung motorischer Fasern mit Ableitung über dem Muskel und die Untersuchung sensibler Fasern mit Ableitung über dem Nerven. Dabei werden die Nervenleitgeschwindigkeit und die Amplitude der Antwortpotentiale gemessen. Mit dieser Methode können z.B. Engpass-Syndrome wie das Karpaltunnel- oder Ulnarisrinnen-Syndrom untersucht werden. Außerdem können Polyneuropathien diagnostiziert und charakterisiert (motorisch, sensibel, axonal, demyelinisierend) werden.

  • Evozierte Potentiale (EP)

Bei evozierten Potentialen handelt es sich in der Regel um die Ableitung einer Reizantwort am Gehirn nach Stimulation eines Sinnesorgans. Untersucht werden kann das Berührungsempfinden (somato-sensibel evozierte Potentiale (SSEP)), die Leitung der Sehbahn (visuell evozierte Potentiale (VEP) und der Hörbahn  (akustisch evozierte Potentiale (AEP)). Außerdem kann mittels kortikaler Magnetstimulation (MEP) die zentrale motorische Leitungsbahn (Pyramidenbahn) untersucht werden. Diese Verfahren werden insbesondere bei Verdacht auf Erkrankungen des zentralen Nervensystems, die eine Störung dieser Reizleitungen verursachen können, eingesetzt.

  • Reflexe
    Beim Blinkreflex handelt es sich um einen Hirnstammreflex. Mittels elektrischer Stimulation wird die Funktion des Schutzreflexes für das Auge geprüft. Er kann zur Lokalisation von peripheren Läsionen der Hirnnerven V und VII sowie zentraler Läsionen im Hirnstamm eingesetzt werden. Der Bulbocavernosus-Reflex wird gemeinsam mit dem Pudendus-SEP zur Diagnostik bei Erektionsstörungen angewandt.
  • Repetitive Stimulationen

Die repetitive Stimulation bzw. Serienreizung von Nerven können Störungen  der neuromuskulären Übertragung an der motorischen Endplatte detektiert werden. Das Verfahren wird zur Diagnostik belastungsabhängiger Muskelschwächen, wie der Myasthenia gravis oder dem Lambert-Eaton-Myasthenie-Syndrom (LEMS)  eingesetzt.

  • Muskel- und Nervensonographie

Mittels Ultraschall der Nerven können Schädigungen an den Nerven direkt im Bild sichtbar gemachten werden. Es können z.B. Nervenkompressionen wie das Karpaltunnelsyndrom oder das Ulnarisrinnen-Syndrom sicher diagnostiziert bzw. elektrophysiologische funktionelle Ergebnisse ergänzt werden. Auch Tumoren und Verletzungen von Nerven sowie generalisierte Nervenveränderungen, insbesondere bei entzündlichen oder erblichen Polyneuropathien, können mittels der modernen hochfrequenten Ultraschallsonden dargestellt werden. Im Ultraschall der Muskulatur können sowohl strukturelle Veränderungen wie Entzündungen, Dystrophien oder Muskelschwund aber auch unwillkürliche Muskelaktivität wie Faszikulationen sichtbar gemacht werden und somit die elektrophysiologische Diagnostik erweitern.

  • Elektroenzephalographie (EEG, Leitung: Prof. Dr. med. C. Trebst)
    Bei der Elektroenzephalographie wird die elektrische Aktivität des Gehirns mittels Oberflächenelektroden von der Kopfhaut abgeleitet. Das  EEG kommt vor allem bei der Abklärung von epileptischen Anfällen aber auch bei Bewusstseinsstörungen oder in der Hirntoddiagnostik zum Einsatz. Bei  der Abklärung von Anfallsleiden führen wir in bestimmten Fällen währen der Ableitung auch Provokationsmanöver wie Photostimulation oder Hyperventilation durch oder leiten ein EEG nach Schlaf-Entzug ab.

 

Terminvergabe im Neurophysiologie-Labor (nur mit einer Überweisung von einem Facharzt*ärztin für Neurologie): Täglich von 8.00 – 10.00 Uhr und von 14.00 – 16.00 Uhr unter (0511) 532-2023, Fax: (0511) 532-8444