Liquorlabor

Laborleiter:

Prof. Dr. med. Martin Stangel

 

Stellvertretender Laborleiter:
Prof. Dr. med. Thomas Skripuletz

Technische Mitarbeiterinnen:
I. Cierpka-Leja
K. Dorsch
K. Fricke
S. Lang
K. Scheiwe

 

Das Labor ist telefonisch unter 0511 / 532-4056  oder -3645  erreichbar
per  FAX  0511 / 532–3577

 

Hier können Sie das Anforderungsformular unserer Laborleistungen als PDF ausdrucken

 

Die Analyse des Liquors stellt ein wichtiges diagnostisches Standartverfahren in der Neurologischen Medizin dar. Diese ist notwendig für die Diagnose von akut entzündlichen Erkrankungen (z.B. Meningitis, Enzephalitis, Myelitis) als auch von chronisch entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie z.B. der Multiplen Sklerose oder Neuroborreliose. Darüber hinaus lassen sich mit der Untersuchung von Liquor Blutungen und Tumorzellen nachweisen. In den letzten Jahren gewann die Untersuchung von Liquor eine weitere Bedeutung bei der Diagnostik von degenerativen Erkrankungen wie der Demenz und Motoneuronerkrankungen.   

 

Die Bearbeitung des Liquors im eigenen Labor bietet ein hohes Maß an Qualität und daraus resultierend optimale Ergebnisse. Der Liquor wird innerhalb kurzer Zeit verarbeitet. Die Beurteilung des Liquors erfordert spezielle Fachkenntnisse und erfolgt nur durch erfahrene Mitarbeiter, die sich seit Jahren mit den Analysen beschäftigen.  

 

Liquordiagnostik

Zytologie

Zellzahlbestimmung

Die Zählung von Zellen und Erythrozyten erfolgt lichtmikroskopisch in der Fuchs-Rosenthal-Zählkammer.

Zelldifferenzierung

Mittels Zytozentrifuge werden die Zellpräparate angefertigt. Im Anschluss wird eine Färbung nach Pappenheim durchgeführt (Kombination der May-Grünwald- und Giemsa-Färbung).

Bei Bedarf erfolgt zur weiteren Charakterisierung von suspekten Zellen (Tumorzellen etc.) eine immunzytologische Färbung gegen entsprechende Oberflächenmarker.

Folgende Zellen werden differenziert:

Zellen des normalen Liquors

Lymphozyten

Monozyten

Zellen des pathologischen Liquors

Aktivierte Lymphozyten, Plasmazellen

Aktivierte Monozyten

Makrophagen (Erythrophagen, Erythrosiderophagen, Siderophagen, Bakteriophagen, Leukophagen, Lipophagen)

Granulozyten (neutrophile, eosinophile, basophile)

Tumorzellen

Restliche Zellen

Zellen des Deckepithels (Ependym, Plexus choroideus)

Knorpelzellen

Knochenmarkvorläuferzellen

 

Darüber hinaus werden Hämatoidinkristalle, Bakterien und Pilze angegeben, falls vorhanden.

Proteinanalytik

Gesamtprotein (Liquor)

Albumin, IgG, IgA und IgM (Liquor und Serum)

Sowohl Albumin als auch die Immunglobuline G, A und M werden mittels der Nephelometrischen Messung im selben Lauf bestimmt. Die Messung im selben Lauf ist eine Voraussetzung für eine präzise Auswertung in den Quotientendiagrammen nach Reiber.

Oligoklonale Banden

Die Bestimmung der oligoklonalen Banden im Liquor und Serum erfolgt mittels Isoelektrofokussierung auf Makro- Polyacrylamidgelen mit automatisierter Silberfärbung.

Die Isoelektrofokussierung ermöglicht eine Fokussierung der Proteine gemäß ihrem isoelektrischen Punkt, so dass sehr scharfe Banden entstehen. Die Verwendung von Polyacrylamidgelen ermöglicht eine weitere Steigerung der Auflösung wegen geringer Endosmose.

Autoimmun-Antikörperdiagnostik

Antineuronale Antikörper

Immunhistochemie

Für den Nachweis von antineuronalen Antikörpern werden bei dieser Methode Kleinhirnschnitte vom Affen verwendet. Nach Auftragen von Serum oder Liquor auf die Schnitte erfolgt eine immunhistochemische Färbung (Einsatz von Sekundärantikörpern gegen humanes IgG, Peroxidase-Reaktion). Die Methode hat gegenüber dem Immunoblot den Vorteil, dass sie weniger aufwendig ist. Ein weiterer Vorteil ist der Einsatz als „Screening“, da im Imunoblot nur bekannte Antikörper untersucht werden können. Mittels der Immunhistochemie können noch unbekannte Antikörper oder Antikörper für die es keine Nachweismöglichkeit im Blot gibt gesehen werden (beispielsweise der Antikörper Tr).

Immunoblot

Verwendung von rekombinant hergestellten onkoneuronalen Antigenen.

Folgende Antikörper werden detektiert:        

Hu

Yo

Ri

Amphiphysin

CV2

Ma1

Ma2

GAD

Sox1

 

Der Immunblot kann primär als auch als Bestätigungstest nach erfolgter immunhistochemischer Methode angewendet werden. Das ist notwendig, da mit Kleinhirnschnitten allein sich nicht immer eindeutig ein Antikörper zuordnen lässt. Die immunhistochemische Färbung von Gewebeschnitten kann durch einen systemischen Antikörper (z.B. ANA) ein Färbemuster vortäuschen, dass einem Antineuronalen Antikörper ähnelt. Der Nachteil des Blots ist jedoch, dass nur die bekannten Antikörper analysiert werden könne, noch unbekannte Antikörper werden nicht detektiert.

Autoimmun-Enzephalitis Antikörper (IgG)

Einsatz eines BIOCHIP-Mosaiks mit transfizierten Zellen der Firma EUROIMMUN. Zum Nachweis von bestimmten Autoimmun-Antikörpern können transfizierte Zellen eingesetzt werden, die das Antigen exprimieren, gegen den der zu untersuchende Antikörper binden und mittels Immunfluoreszenz nachgewiesen werden kann. Auf dem Mosaik-Objektträger sind sechs unterschiedliche (voneinander getrennt) transfizierte Zellen aufgetragen, so dass die Antikörper gegen mehrere Antigene simultan untersucht werden können:

Glutamat-Rezeptor (Typ NMDA)

Glutamat-Rezeptor (Typ AMPA1)

Glutamat-Rezeptor (Typ AMPA2)

Contactin-assoziiertes Protein 2 (CASPR2)

Leucine-rich glioma-inactivated protein 1 (LGI1)

GABA B-Rezeptor (GABAB)

Aquaporin-4 Antikörper (IgG)

Die Bestimmung des Aquaporin-4 Antikörpers der Klasse IgG erfolgt mittels indirekter Immunfluoreszenz auf Objektträgern mit transfizierten Zellen.

ELISA

Mittels der ELISA Methode werden folgende Antikörper untersucht:

GM1 Gangliosid Antikörper (IgM)

MAG Antikörper (IgM)