Biopsieprogramm

Die Biopsie nach Nierentransplantation ist klassischerweise notwendig, um eine Abstoßungsreaktion der Nieren bei Nierenfunktionsverschlechterungen zu erkennen. Im Transplantationszentrum der Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen ist seit 2002 ein sogenanntes Protokollbiopsieprogramm nach Transplantation etabliert worden. Dies bedeutet, dass an der Medizinischen Hochschule Hannover alle Patienten routinemäßig biopsiert werden. Dieses Programm ist möglich, da die erfahrenen Ärztinnen und Ärzte  des Transplantationsprogramms sehr viele Biopsien komplikationslos durchgeführt haben. Es ist somit möglich, dass am Zentrum der MHH eine sehr intensive Vorsorge betrieben wird und Abstoßungsreaktionen bereits frühzeitig erkannt werden können. Zusätzlich können auch frühe chronische Veränderungen in den Nieren erkannt werden. Das Protokollbiopsieprogramm soll langfristig dazu dienen, das Überleben der transplantierten Nieren deutlich zu verlängern.

Das Protokollbiopsieprogramm in Hannover ist, zusammen mit der Mayo-Klinik in den USA und einem Zentrum in Australien das drittgrößte Protokollbiopsieprogramm der Welt. Der Eingriff wird in Hannover weltweit einzigartig ambulant durchgeführt. Dies bedeutet, dass die Patienten morgens in die Ambulanz kommen, im Laufe des Vormittags biopsiert werden und bereits mit einem Biopsiebefund am Nachmittag wieder nach Hause gehen können. Im Rahmen des Protokollbiopsieprogramms sind eine Reihe bedeutender wissenschaftlicher  Untersuchungen durchgeführt und international hervorragend publiziert worden.