Station 14 Interdiziplinäre Intensivstation

Pflegeleitung

Kerstin Kleinau, Anke Elmenhorst

 

Interdisziplinäre Oberärzte

Prof. Dr. med. Marius Hoeper (PNE)

Dr. med. Olaf Wiesner (PNE)

Prof. Dr. med. Sascha David (NPH)

Dr. med. Andrea Schneider (GAS)

Dr. med. Markus Busch (GAS)

 

Anfrage ärztlicher Kollegen zur Verlegung (inkl. ECMO Team): 0511 532 7623

 

Die internistische Intensivstation (Station 14) der Medizinischen Hochschule Hannover besteht aus 15 hochaufgerüsteten Beatmungsbetten inklusive einem Schockraum zur Stabilisierung kritischer Notfallpatienten. Die Station wurde nach einer 15-monatigen Umbauphase 2006 in Betrieb genommen. Unser Team ist neben der Zentralen Notfallaufnahme auch für die Versor- gung aller stationär internistischen Patienten verantwortlich und übernimmt häufig überregional komplex erkrankte Patienten, die vom Infrastrukturgewinn der Hochschule profitieren können. Die intensive Kooperation vieler medizinischer Disziplinen unter einem Dach – im Sinne einer gelebten Interdisziplinarität – ist Grundlage und Erfolgsrezept für die umfassende Patientenversorgung unserer Station. Nur durch diese gelebte Zusammenarbeit mit beispielsweise den operativen Kollegen und den interventionellen Radiologen sind multidiszi- plinäre Therapiekonzepte möglich. Wir stellen rund um die Uhr ein exzellent ausgebildetes Team von Ärzten aller internistischen Fachrichtungen und Fachpflegekräften bereit und verfügen über modernste Ausrüstung, die wir grundsätzlich vor dem Hintergrund einer sorgfältigen Abwägung zwischen technischer Machbarkeit und medizinisch-ethischer Sinnhaftigkeit einsetzen. Dies ist ein Fundament unserer Behandlungsphilosophie!

Konkret wird die Station von 5 Oberärzten mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin aus unseren zentralen Bereichen Pneumologie, Gastroenterologie und Nephrologie betreut. Es besteht die Weiterbildungsermächtigung für Internistische Intensivmedizin. Neun Assistenzärzte rotieren im Rahmen ihrer Facharztausbildung je nach Interesse für 6-12 Monate auf unsere Station und arbeiten im 2-Schichtsystem. Üblicherweise befinden sich 1 bis 2 internistische Fachärzte in der intensiv- medizinischen Weiterbildung. Drei Oberärzte wechseln sich in einem 2-Wochen-Turnus ab und sind immer 12 Stunden tagsüber auf der Station an- wesend. Nachts übernimmt ein vierter Oberarzt die Verantwortung der Station im Hintergrund.

Dieses Personal-intensive Modell trägt vor allem den immer komplexer werdenden, teils hochtechnisierten Therapiestrategien Rechnung. Demnach stellt die Ausbildung unserer Assis- tenzärzte und auch der Pflegekräfte eine Kernaufgabe der auf der Station anwesenden Oberärzte dar. Neue Rotationsassistenten werden im einem 2-wöchigen Nachmittagskurs sehr praxisnah an die Facetten der Intensivmedizin herangeführt; außerdem wurde ein umfangreiches Kursbuch zur vorbereitenden Lektüre und als Nachschlagewerk wichtiger SOPs etabliert. Zudem organisieren und richten wir den Norddeutschen ICU-Refresher Kurs der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin (DGIIN) (LINK www.dgiin.de) aus.

Neben den häufigen internistischen Intensiverkrankungen (Sepsis, Pankreatitis, ARDS und Co.) hat unsere Station in den vergangenen Jahren in einigen speziellen Bereichen Pionierarbeit ge- leistet. Aufgrund der Standortgegebenheit der MHH als großes Transplantationszentrum setzen wir beispielsweise neben dem bei uns etablierten Konzept der Wach-ECMO als „Bridge-to- Transplantation“ auch die therapeutische Plasmapherese bei akutem Leberversagen und septischem Schock erfolgreich ein.

Ein weiterer Schwerpunkt stellt die differenzierte Intensivtherapie von Patienten pulmonaler Hypertonie und Rechtsherzversagen dar. Die MHH führt insgesamt ca. 270 ECMO-Therapien jährlich durch, von denen ca. 20% von unserem mobilen ECMO-Team vor Ort implantiert und dann sekundär auf unsere Station transportiert werden. In Einzelfällen bei Patienten auf der Warteliste zur Lungentransplantation haben wir solche Transporte bereits als Wach- ECMO durchführen können.


Zur Prävention kritischer Notfallsituationen und Unterstützung jüngerer Kollegen auf den Normalstationen und in der Notaufnahme stellen wir zudem seit ca. 15 Jahren rund um die Uhr ein MET (Medical Emergency Team) zur Sichtung und Triage von Patienten mit akutem Problem außerhalb der Intensivstation zur Verfügung. Hierdurch können teilweise Therapieoptimierungen vor Ort, oder aber zeitnahe ICU- Übernahmen abgestimmt und so noch kritischere Situation (z. B. CPR) häufig vermieden werden.

Unser Team ist zudem daran interessiert, mit translational relevanter Forschung und innovativen Konzepten die Patientenversorgung stetig zu verbessern. Wir nehmen regelmäßig an multizentrischen Studien v. a. im ARDS- Bereich teil und führen eine Reihe an eigen-initiierten klinischen Studien, z. B. Plasmaaustausch im septischen Schock (EXCHANGE), Zytokinadsorption beim CAR-T assoziierten Zytokinausschüttungssyndrom (CYTORELEASE-Ex) oder lokale Prostaglandin-Infusion bei der nicht-okklusiven Darmischämie (REPERFUSE) durch.

Die Basis einer erfolgreichen Intensivtherapie sehen wir vor allem im Team! Ein respektvoller, wertschätzender Umgang aller Berufsgruppen (Ärzte, Pflegekräfte, Logistiker, Physio-/ und Atemtherapeuten) untereinander ist für uns von übergeordneter Wichtigkeit. Aufgrund der häufig sehr komplex erkrankten Patienten werden die erst kürzlich eingeführten Personaluntergrenzen bereits seit Jahren von uns strikt berücksichtigt und Bettensperrungen, wenn nicht vermeidbar, konsequent umgesetzt. Nach unserer Philosophie kann ein Bett nur belegt und damit einem Patienten geholfen werden, wenn auch das gesamte Team zur Betreuung zur Verfügung steht.

Trotz der Komplexität des Patientenklientels freuen wir uns auch über junge, motivierte Absolventen der Pflegeausbildung und passen unser Einarbeitungskonzept durch Fachpflegekräfte entsprechend dem individuellen Kenntnisstand und der Einschätzung der zu- ständigen Mentoren im Verlauf dynamisch an. Konkret kann dies bedeuteten, dass auch eine Verlängerung der „geschützten“ Zeit erfolgt.

Zusammenfassend wird auf Station 14 der MHH das gesamte intensivmedizinische Spektrum der Inneren Medizin von einem motivierten Team aus Pflegenden, Therapeuten und Ärzten auf höchstem Niveau behandelt.