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Obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom (OSAS):

Das obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom (OSAS) hat im Kinderalter eine Prävalenz von ungefähr 2%. Im Kindesalter sind Mädchen und Jungen gleichhäufig betroffen, ein Geschlechterunterschied (♂ > ♀)tritt erst nach dem 15. Lebensjahr auf.
Der Übergang vom habituellen Schnarchen (Prävalenz im Kindesalter: 10%) über das sog. UARS (upper-airway-resistance-syndrome: Schnarchen und vermehrte Atemarbeit ohne Gasaustauschstörung) bis hin zum manifesten OSAS ist fließend. Symptome, die beim Vorliegen von habituellem Schnarchen auf das Vorliegen einer tiefergehenden Störung der nächtlichen Atemregulation hindeuten, sind häufige Mundatmung tagsüber, häufige Halsschmerzen, Adipositas und schlechte Schulleistungen. In solchen Fällen bzw. bei Kindern, die eine Grunderkrankung mit erhöhtem Risiko für eine nächtliche Atemregulationsstörung haben (s.o.), sollte auf jeden Fall eine polysomnografische Untersuchung im Schlaflabor erfolgen. Besteht nur ein geringer V.a. auf das Vorliegen eines OSAS kann der Untersuchung im Schlaflabor die Durchführung einer ambulanten, nächtlichen Pulsoximetrie als "Screeninguntersuchung" vorgeschaltet werden. Zeigt diese Untersuchung eine normale basale Sauerstoffsättigung (≥ 97%) und  keinerlei Hypoxämien (≤ 90%), so ist das Vorliegen eines manifesten OSAS sehr unwahrscheinlich.
Ein OSAS kann erhebliche Auswirkungen haben (ADHS, schlechte Schulleistungen, eine global verminderte Intelligenz, im Ernstfall sogar die Entwicklung einer pulmonalen Hypertonie und einer Gedeihstörung), so dass Schnarchen bei Kindern auf jeden Fall einer Abklärung bedarf.  
Die häufigste Ursache für ein OSAS bei sonst gesunden Kindern ist das Vorhandensein von ausgeprägten Adenoiden und/oder einer Tonsillenhypertrophie. Deshalb muss bei allen Kindern eine HNO-ärztliche Untersuchung erfolgen, wobei die Tonsillengröße nicht mit der Ausprägung der Symptomatik korreliert. Die Therapiemaßnahme der Wahl bei OSAS im Kindesalter ist die Adeno-Tonsillektomie (ATT). Sie ist in 90% der Fälle erfolgreich. Bei nur mildem OSAS stellt die nasale Steroidbehandlung über 6 Wochen eine therapeutische Alternative dar. Prinzip ist die Volumenreduktion der Adenoide durch Suppression der Entzündungsreaktion. 3 Monate nach der Maßnahme sollte zur Dokumentation der Wirksamkeit eine Kontrollpolysomnographie erfolgen. Hat eine ATT keinen Erfolg, ist eine nächtliche CPAP-Beatmung über eine nasale Maske erforderlich. Eine alleinige Sauerstoffgabe ist nicht indiziert, da zwar die Anzahl und das Ausmaß intermittierender Hypoxämien reduziert werden kann, die vermehrte Atemarbeit und die Schlafstörung als solche aber nicht beeinflusst werden.
Bei Kindern, deren schlafassozierte Atemregulationsstörung im Rahmen einer spezifischen Grunderkrankung auftritt, sind ggfs. auch andere therapeutische Maßnahmen erforderlich.