Sekundäre Behandlung des Mammakarzinoms in der plastischen Chirurgie

AG Dr. Mett

Die Korrelationen zwischen Tumorbiologie, onkologischer Vorbehandlung (Radio- und Chemotherapie) und Risikoprofil für Komplikationen ergeben vor allem bei den fortgeschrittenen Tumorerkrankungen und Rezidiven eine Erhöhung der Komplikationswahrscheinlichkeit. Die plastische Chirurgie bietet neben der onkoplastischen Primärtherapie auch sekundäre Wiederherstellungen und palliative Konzepte an. Komplikationen nach primärer, onkochirurgischer Therapie umfassen ungünstige Narbenbildungen, Formveränderungen, Schmerzen und postradiäre Hautweichteilinsuffizienzen mit u.a. Implantat-bezogenen unerwünschten Folgen. In der Arbeitsgruppe wird die Frage nach den Indikationen, den verwendeten Techniken und einer Risikostratifizierung in Korrelation zur Ausgangsituation der plastischrekonstruktiven Optionen untersucht.

Weiterhin beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit der Auswirkung des Östrogenrezeptor-Antagonisten Tamoxifen auf Stammzellen und gesunde Epithelzellen der Mamma. Hier wird die Veränderung der Genexpression bei Stammzellen und gesunden Epithelzellen unter dem Einfluss von Tamoxifen näher untersucht.

Plastisch-chirurgische Defektdeckung nach Tumorentfernungen

AG Dr. Könneker

In der interdisziplinären Behandlung von Tumorerkrankungen können nach Entfernungen von großen Tumoren Hautweichteildefekte entstehen, die einer plastisch-chirurgischen Defektdeckung bedürfen. Neben eigenen Patienten behandeln wir auch in interdisziplinärer Zusammenarbeit über die verschiedenen Tumorboards der Medizinischen Hochschule Hannover Patienten aus anderen Fachrichtungen wie der Dermatologie, Unfallchirurgie, oder Neurochirurgie. Insbesondere die Defektdeckungen im Kopfbereich stellen eine besondere Herausforderung dar.

In der Arbeitsgruppe wird unter anderem die Ergebnisqualität des freien Gewebetransfers zur Defektdeckung im Kopfbereich analysiert, Techniken standardisiert und Genderaspekte untersucht. 

Neue antimikrobielle Peptide als Anti-Krebs Therapeutika

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AG Dr. Strauß

Mit über sieben Millionen Toten pro Jahr und weiter steigender Morbidität zählt Krebs zu den häufigsten? Erkrankungen des Menschen. Die klassischen Therapien sind mit starken Nebenwirkungen verbunden, wobei fortgeschrittene Krankheitsstadien meist nicht heilbar sind. Zusätzlich nimmt die Zahl therapieresistenter Krebszellen zu. Auf der Suche nach neuen effektiven Krebstherapeutika mit geringeren Nebenwirkungen kommen immer mehr  sogenannte Antimikrobielle Peptide (AMPs) in den Focus der Wissenschaft. Einige dieser Peptide besitzen neben einer Wirksamkeit gegen verschiedene Pathogene auch eine Wirkung gegen Krebszellen.

Unsere Arbeitsgruppe arbeitet an der Identifizierung von Peptiden mit antimikrobieller Wirksamkeit aus dem Hautsekret der Axolotl als potenzielle neuartige Antibiotika für die Humanmedizin und Krebstherapie.

Wir untersuchen den Wirkmechanismus der AMPs bezüglich Wirkgeschwindigkeit, bevorzugten Bindungsstrukturen, Peptid-Peptid-Interaktion und Selektivität für Krebszellen.


Molekulare Biologie des Mammakarzinoms

AG Dr. Bućan

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Evaluation eines Konzeptes zur Antitumortherapie durch Expressionsblockade von Apoptose-inhibitorischen Proteinen durch LFG-RNA Interferenzen

Das Lifeguard (LFG) Protein kommt bei vielen Tumoren, insbesondere beim Mammakarzinom, gehäuft vor. Es schützt die Zellen vor Selbstvernichtung und verhindert die kontrollierte Beseitigung defekter Körperzellen. Somit wird das Wachstum von Tumorzellen und Metastasen begünstigt. Ist LFG ausgeschaltet, sterben wesentlich mehr Krebszellen unter Chemotherapie ab, als mit funktionsfähigem Protein. Es wurden bereits erfolgreich Versuche mit Trastuzumab und Erlotinib kombiniert mit der Ausschaltung von LFG in der Zellkultur durchgeführt. Doch was Dank der Anschubförderung der Niedersächsischen Krebsgesellschaft in Zellkulturen so eindrucksvoll gelungen ist, muss sich jetzt noch an einem lebenden Organismus beweisen.


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Multifunktionelle Eisenoxid-Gold Nanohybride – Ein theranostisches Konzept bei Mammakarzinom

Der klinische Einsatz der Hyperthermie-Therapie ist trotz des hohen Potenzials bei der Brustkrebsbehandlung aufgrund der inhomogenen und unkontrollierten Erwärmung des gesamten Tumorgewebes derzeit nur begrenzt möglich. Daher arbeitet die Arbeitsgruppe an der Entwicklung eines neuartigen theranostischen Hybridnanopartikelsystems, welches eine optische Diagnostik und eine effiziente Thermotherapie bei Mammakarzinomen ermöglicht.

Dafür werden, in Kooperation mit der Technischen Universität Braunschweig und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), biokompatible Eisenoxid-Gold-Nanohybride synthetisiert, funktionalisiert und charakterisiert, um eine hierarchische und tumorspezifische Struktur zu etablieren, die eine visuelle Detektion von Tumorzellen gewährt. Des Weiteren wird die Wärmeerzeugungseffizienz durch gekoppelte Anregung unter Nahinfrarot-Bestrahlung sowie einem magnetischen Wechselfeld mittels in-vitro und in-vivo Experimenten untersucht. So soll eine innovative Strategie zur Herstellung und Anwendung von theranostischen Agenzien entwickelt werden, um die aktuelle Problematik der geringen Spezifität und unkontrollierten Erwärmung zu überwinden und das vielversprechende Konzept der Brustkrebs-Hyperthermie zu optimieren.

Förderungen

  • Claudia von Schilling Foundation
  • Niedersächsische Krebsgesellschaft e.V.
  • Gottfried-Arndt-Stiftung