Eine Form des menschliches Kopfes, dargestellt wie ein Netzwerk, bestehend aus Punkten und deren Verbindungen.

Arzneimittelsicherheit in der Psychiatrie (AMSP)

Leitung: Prof. Dr. med. Stefan Bleich, Dr. med. Sermin Toto

English version

Hintergrund

Die Zahl der untersuchten Patienten in klinischen Studien bis zur Marktzulassung eines Medikaments ist limitiert und möglicherweise durch das artifizielle Setting solcher Zulassungs-Studien nur begrenzt auf den klinischen Alltag übertragbar. Die Postmarketing-Überwachung eines Arzneimittels ist deswegen von besonderer Bedeutung.

Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) umfasst die Pharmakovigilanz die Analyse und Abwehr von Arzneimittelrisiken und den Aufbau von Aktivitäten, die zur Entdeckung, Beurteilung sowie zum Verständnis und zur Vorbeugung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) dienen. Erkennung und Analyse von schweren, unerwünschten Arzneimittelwirkungen und deren Prävention sind damit auch Teil einer „Fehlerkultur“ in Kliniken.

Für eine vergrößerte Ansicht der rechts stehenden Grafik, klicken Sie bitte hier

 

Übergeordnete Ziele

Gesamtziel des Projekts „Arzneimittelsicherheit in der Psychiatrie“ e.V. ist die Verbesserung der Arzneimittelsicherheit bei der Behandlung psychiatrischer Patienten. In insgesamt über 50 Projektkliniken (Deutschland, Österreich, Schweiz) werden fortlaufend „unerwünschte Arzneimittelwirkungen“ (UAW) unter Psychopharmaka erfasst, derzeit vor allem im stationären Bereich (nicht-interventionell).

Ziele sind Detektion, Analyse und Kausalitätsbeurteilung schwerer UAW. Damit können Inzidenzen von UAWs und spezifische Risiko-Profile von Substanzgruppen bzw. von Einzelsubstanzen ermittelt und miteinander verglichen werden.

 

Schwerpunkte sind die Analyse der Bedeutung von

  • Arzneimittelinteraktionen,
  • Risikokombinationen,
  • der Polypharmazie,
  • relevanter patientenbezogener Variablen (Alter, Geschlecht) sowie
  • die Relevanz der Pharmakogenetik (Polymorphismen)

in der psychopharmakologischen Behandlung.

 

Das Projekt ist auch als System konzipiert, das im Bereich der Psychopharmakotherapie eine Signal- und Alarmfunktion für das Auftreten von klinisch bedeutsamen bzw. neuartigen UAW hat. Eine Arzneimittelüberwachung in der Psychiatrie ist Bestandteil der Qualitätssicherung in der Behandlung sowie Teil eines klinischen Risikomanagements. Arzneimittelsicherheit sollte als Teil einer "Behandlungskultur" im Rahmen eines umfassenden Patientenschutzkonzeptes verankert sein.


Aktuelle Projekte

Wissenschaftliche Kollaboration

Am AMSP-Projekt nehmen derzeit > 50 psychiatrische Kliniken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil, die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule ist hierbei in intensiver Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität München Hauptsitz der AMSP und Teil des Zentrums der "Regionalgruppe Nord". Das Projekt steht in enger Kooperation mit staatlichen Institutionen auf nationaler und internationaler Ebene (beispielsweise mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, BfArM; der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft" (AkdÄ)) und ist Mitglied des „European Network of Centres for Pharmacoepidemiology and Pharmacovigilance“ ENCePP unter Leitung der „European Medicines Agency“ EMA.

 

Spezielle Kooperationspartner:

  • Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, LMU München (Dr. R. Grohmann, Prof. E. Rüther)
  • Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, UMG Göttingen (Prof. D. Degner)
  • Institut für Klinische Pharmakologie, MHH Hannover (Prof. D. O. Stichtenoth, Dr. J. Heck)

AMSP Homepage

Nähere Informationen zu AMSP finden Sie unter: Arzneimittelsicherheit in der Psychiatrie (AMSP)

Forschungsgruppenmitglieder

Forschungsgruppenleitung

Prof. Dr. med. Stefan Bleich

Ärztlicher Direktor, AMSP-Vorsitzender

Telefon: 0511 / 532-6748

bleich.stefan@mh-hannover.de

 

Dr. med. Sermin Toto

Geschäftsführende Oberärztin, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

Telefon: 0511 / 532-2403

toto.sermin@mh-hannover.de

Lebenslauf

 

Sekretariat

Marzena Schaefer

Telefon: +49 511 532 5565

Telefax: +49 511 532 18573

schaefer.marzena@mh-hannover.de