Wenn Wünsche in Erfüllung gehen

Neunjährige wird an Weihnachten transplantiert

Ihr Wunsch, "ein neues Herz", den Yaren auf dem Bild für Dr. Alexander Horke (rechts) festgehalten hatte, ging Weihnachten in Erfüllung: Sie wurde transplantiert. Darüber freuen sich auch ihre Eltern und Dr. Murat Avsar (Mitte) Copyright: Karin Kaiser/Kommunikation/MHH

Wenn sie groß ist, möchte Yaren Krankenschwester werden. Sie kennt viele Pflegekräfte, denn seit mehreren Jahren ist sie an der Medizinische Hochschule Hannover (MHH) in Behandlung. Yaren leidet – wie ihre Schwester – auch an einer schweren Herzerkrankung, bei der die Pumpfunktion der linken und rechten Herzkammer schwer eingeschränkt ist.

Im Oktober 2019 verschlechtert sich der Zustand der Neunjährigen, sie muss stationär aufgenommen werden. Die Ärzte schöpfen alle medikamentösen Maßnahmen aus, doch letztendlich hilft Yaren nur noch eine Herztransplantation. Nun beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Die kleine Patientin bekommt lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen; Anfang Dezember 2019 erleidet sie ein schweres Herzversagen. Die Ärzte müssen sie reanimieren und an eine Herzunterstützungspumpe anschließen, eine sogenannte Extraokorporale Membranoxygenierung (ECMO). Doch die Therapie ist lediglich auf Wochen begrenzt.

Die Kinderherzchirurgen Dr. Alexander Horke und Dr. Murat Avsar bereiten zusammen mit dem kinderkardiologischen Team von Professor Dr. Philipp Beerbaum, Direktor der MHH-Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin, bereits Alternativen zu einer Transplantation vor. „In der Regel warten Kinder und Jugendliche durchschnittlich mehrere Monate auf ein Herz“, erklärt Dr. Horke. „Yarens Zustand war zwischendurch so kritisch, dass wir über Kunstherzsysteme als Alternative nachgedacht haben, mit denen wir die rechte sowie die linke Herzkammer hätten unterstützen müssen. Eine sehr anspruchsvolle und riskante Therapie.“

Bei der täglichen Visite am 17. Dezember 2019 trifft Dr. Horke die Patientin auf der Intensivstation: „Yaren ist ein echter Wonneproppen! Sie saß trotz allem Unbill fröhlich auf ihrem Bett und malte. Da habe ich sie gebeten, mir ein Bild zu malen“, erzählt der Leiter des Bereichs Angeborene Herzfehler der Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie. Heraus kam ein Bild mit einem Wunsch: ein Herz.

Und dann wie ein kleines Wunder: Genau an Heiligabend wird ihr Wunsch erfüllt! Eurotransplant meldet ein geeignetes Spenderorgan. Noch an Weihnachten wird Yaren erfolgreich transplantiert, und jetzt – nur dreieinhalb Wochen später – kann sie zurück nach Hause.