Therapiemöglichkeiten in unserer Universitätsklinik

Der Bereich der therapeutischen Optionen in der Augenheilkunde ist einem steten Wandel unterlegen, durch neue Operationsverfahren und die kontinuierliche Fortbildung auf dem Gebiet stellen wir sicher, dass unsere Behandlung unseren hohen Qualitätsansprüchen entsprechen kann.

 

Therapieansätze in der Augenheilkunde lassen sich in mehrere Bereiche aufteilen:

Konservative Therapie:
Dieses Fachgebiet beschreibt die Therapie ohne eine operative Interaktion durch den Augenarzt. Hierzu gehören sämtliche Augentropftherapien ebenso wie systemische Therapien mit verschiedenen Medikamentengruppen.
 
Operative Versorgung der Lider und der Orbita:
Dieser Bereich umfasst die Chirurgie ohne Verletzung des Auges selbst, hierzu zählen typischerweise Eingriffe bei altersbedingter Liderschlaffung, die Korrektur überschüssiger Lidhaut sowie die Entfernung periorbitaler Tumore bis hin zur Enukleation des Auges bei schweren Erkrankungsverläufen.
 
Operative Versorgung des vorderen Augenabschnitts:
Zu diesem Fachgebiet wird die Chirurgie des Auges von der Hornhaut bis einschließlich der Linse gezählt. Typische Operationen sind Hornhauttransplantationen, Glaukomeingriffe sowie Kataraktoperationen.
 
Operative Versorgung des hinteren Augenabschnitts:
Dieses Fachgebiet beschreibt den gesamten Bereich der Chirurgie hinter der Linse über den Glaskörper hin zu Netzhaut und Aderhaut. Typische Operationen sind die Versorgung einer Netzhautablösung, Peelings von epiretinalen Membranen sowie subretinale Chip-Implantate.

Hier gelangen Sie zur Internetseite unserer OP-Pflege: OP-Pflege

 

Laserchirurgische Eingriffe

Im Rahmen der ambulanten Behandlung bieten wir Ihnen folgende laserchirurgischen Eingriffe an:

 

UV-Crosslinking der Hornhaut

Keratokonus
Keratokonus ist eine kegelförmige Vorwölbung der Hornhaut, die sich meist durch eine zunehmende Hornhautverkrümmung im 2. und 3. Lebensjahrzehnt zeigt.  Durch die irreguläre Hornhautverkrümmung lässt sich die Sehkraft nur im Anfangsstadium mit einer Brille korrigieren. Später sind dann speziell angepasste Kontaktlinsen notwendig. Um das fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten, versucht man heutzutage die Durchführung eines UV-Crosslinkings. Nimmt auch hier die Erkrankung weiter zu, bleibt am Ende noch die Hornhauttransplantation zur Sehverbesserung.

Keratokonuserkennung
Mittels moderner Oberflächenaufnahmen der Hornhaut ist es möglich einen Keratokonus bereits im frühen  Stadium zu erkennen.

UV- Crosslinking
Beim Keratokonus ist die Hornhautstabilität nicht mehr gewährleistet. Die Hornhaut besteht aus Kollagenfibrillen. Man versucht diese zu vernetzen (Crosslinking), um die Stabilität der Hornhaut wiederherzustellen und ein kegelförmiges Vorwölben der Hornhaut zu verhindern. Beim UV-Crosslinking wird zuerst die Oberfläche der Hornhaut abgetragen und lässt dann Riboflavin in die Hornhaut eindringen. Diese reagiert photsensitivierend in Verbindung mit einer darauffolgenden UV-Licht-Bestrahlung. Dies führt zu einem Quervernetzen der zentralen Hornhautstruktur (Hornhautkollagenfibrillen). Nach der Behandlung wird zum Schutz eine weiche Kontaktlinse auf die Hornhaut gesetzt, bis die Oberfläche wieder geheilt ist. Während dieser Zeit ist mit Schmerzen zu rechnen. Solange die Oberfläche nicht geschlossen ist, wird täglich kontrolliert.
Nach heutigen Erkenntnissen scheint ein weiteres Fortschreiten des Keratokonus aufgehalten werden zu können. In seltenen Fällen ist sogar eine Regression der Hornhautverkrümmung möglich.

 

Hornhauttransplantationen

Perforierende Keratoplastik
Bei weit fortgeschrittenem Keratokonus sowie bei anderen, destruierenden Hornhauterkrankungen (z.B. Eintrübung oder Infektion) kann die Hornhaut durch eine Spenderhornhaut ersetzt werden. Die durchgreifende "perforierende" Keratoplastik ersetzt alle Hornhautschichten und ist Mittel der Wahl bei nicht reversiblen Veränderungen der Hornhaut. Das Transplantat wird durch Nähte am Ort gehalten und verwächst mit der Patientenhornhaut.

Lamelläre Keratoplastik (DMEK)
Eine Sonderform der Hornhauttransplantation stellt die lamelläre Keratoplastik dar. Hierbei wird nur die hintere Teilschicht der Hornhaut transplantiert. Dies ermöglicht eine schnellere Rehabilitation als bei einer Transplantation der gesamten Hornhaut. Voraussetzung sind hierfür intakte vordere Hornhautschichten. Es ist für Patienten geeignet, die an einer Erkrankung der hinteren Hornhautstruktur leiden, z.B. bei fuchs‘scher Hornhautdystrophie.

 

Glaukomchirurgie

Die Behandlung eines Glaukoms erfolgt mittels einer mehrstufigen Therapie. Nach Ausschöpfung konservativer Therapieoptionen mittels Augentropfen oder bei unzureichender Drucksenkung besteht die Möglichkeit der operativen Drucksenkung. Wir bieten hierfür unter anderem folgende Eingriffe an:

 

Glaskörperausschneidung / Vitrektomie

Vitrektomie
Wir bieten die Technik der Vitrektomie und somit der Operation am hinteren Augenabschnitt in konventioneller 20G-Technik sowie in den etablierten, nahtlosen Kleinschnitttechniken 23G und 25G an. Vorteil hierbei sind kleinere Stichkanäle für das Auge, welche sich in der Regel selbst verschließen, ohne das eine zusätzliche Naht und somit ein zusätzlicher Reiz gesetzt werden muss. Durch die Weiterentwicklung dieser Techniken sind mittlerweile viele Eingriffe standardmäßig in dieser Kleinschnitttechnik möglich.

Einsatzgebiete sind: Netzhautablösungen, Operationen bei Retinoschisis, epiretinale Gliose (Operation mit oder ohne ILM-Peeling), Makulaforamen und Makulapseudoforamen sowie viele weitere...

 

Subretinale Chipimplantation

Unsere Klinik bietet die Möglichkeit zur subretinalen Chipimplantation bei Netzhauterkrankungen. Voraussetzung ist, dass in früheren Lebensjahren ein gutes Sehen bestanden haben muss, damit das Gehirn "gelernt" hat zu sehen. Typische Patienten hierfür sind Betroffene mit einer Retinitis Pigmentosa.

Weiterführende Informationen: Flyer Retina Implant