Pflege von Angehörigen

Beratungsangebot des Gleichstellungsbüros 0511 532 6474

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Die Pflege von Angehörigen ist eine kraft- und zeitraubende Aufgabe, die von immer mehr Menschen übernommen wird - häufig zusätzlich zu weiteren familiären und beruflichen Herausforderungen.

Die MHH möchte Ihre Beschäftigten bei diesen Herausforderungen unterstützen. Dazu finden Sie auf dieser Seite viele nützliche Tipps und Informationen rund um das Thema "Pflege von Angehörigen". Wir stellen Ihnen Material für den Notfall, aber auch für die langfristige Organisation einer Pflege zur Verfügung.

Was tun, wenn Angehörige pflegebedürftig werden? Erst- und Folgeinformationen zu diesem Thema können Sie in einem persönlichen Beratungsgespräch im Gleichstellungsbüro erhalten.

Sollten Sie Fragen haben oder wünschen Sie eine persönliche Beratung, kontaktieren Sie uns!

Was ist im Notfall zu erledigen?

Es geschieht plötzlich und unerwartet - ein Familienmitglied erleidet einen gesundheitlichen Zusammenbruch und ist bis auf weiteres ein Pflegefall. Was nun? Wer ist zu informieren? Was muss ich tun? Für diesen Ernstfall soll die folgende Checkliste für den akuten Pflegefall eine Hilfestellung sein. Sie finden hier kurze Erstinfomationen auf einer Seite zusammengefasst.

Tipps für MHH-Beschäftigte mit Pflegeverantwortung

Fortbildung "Pflege von Angehörigen"

Das Gleichstellungsbüro der MHH bietet seit 2010 halbjährlich eine Fortbildung zum Thema "Pflege von Angehörigen" an. Der nächste Kurs findet am 12. Dezember 2019 von 13.00 bis 18.00 Uhr statt.

In dieser Veranstaltung erfahren Sie

Informationen zu den Terminen finden Sie im Qualifizierungsprogramm der MHH oder hier. Bitte melden Sie sich über die WeiterbildungsAkademie oder wenn Sie Student/in sind, direkt im Gleichstellungsbüro an. Die Kontaktdaten finden Sie hier.

 

Unser Leitfaden für pflegende Angehörige soll eine Hilfestellung für Beschäftigte der MHH sein, die neben ihrer Erwerbstätigkeit Angehörige pflegen. Die Broschüre wurde vollständig neu überarbeitet und ist seit November 2019 in der aktualisierten Fassung erhältlich.

Wir senden Ihnen auch gerne ein Exemplar zu.

Pflegezeitgesetz

Das Gesetz über die Pflegezeit (Pflegezeitgesetz) ist am 1. Juli 2008 als Artikel 3 des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes in Kraft getreten. Ziel der Pflegezeit ist es, den Arbeitnehmer/inne/n zu ermöglichen, sich für eine begrenzte Zeitdauer ohne Entgeltfortzahlung aber sozialversichert von der Arbeit freistellen zu lassen oder in Teilzeit zu arbeiten, um pflegebedürftige Angehörige zu betreuen und zu versorgen. Das Arbeitsverhältnis ist durch die Pflegezeit nicht gefährdet, da für die Arbeitnehmerin oder den Arbeitnehmer ein Sonderkündigungsrecht besteht. Die maximale Pflegezeit beträgt sechs Monate bzw. drei Monate bei begrenzten Lebenserwartung. Es müssen mindestens 14 Stunden wöchentlich für die Pflege aufgewendet werden und die wöchentliche Berufstätigkeit darf 30 Stunden nicht überschreiten. Zudem muss mindestens der Pflegegrad 1 bzw. eine begrenzte Lebenserwartung von wenigen Wochen oder Monaten nachgewiesen werden. Für die Inanspruchnahme der Pflegezeit muss diese zehn Tage vor dem Beginn schriftlich mit Umfang, Zeitraum und nachgewiesener Pflegebedürftigkeit beim Arbeitgeber angekündigt werden.

Zur Kompensation von Verdiensteinbußen besteht Anspruch auf ein zinsloses Darlehen (Quellen: BMFSFJ und "Wege zur Pflege" )

 

Familienpflegezeitgesetz

Die 10 wichtigsten Fragen & Antworten zur Familienpflegezeit beantwortet die Informationsbroschüre für Beschäftigte, Arbeitgeber/innen können sich in der Broschüre für Unternehmen informieren.

Das Familienpflegezeitgesetz setzt für Arbeitgeber/innen einen Anreiz, durch einen Entgeltvorschuss das Einkommen von Beschäftigten aufzustocken, die wegen der Pflege einer/s nahen Angehörigen für einen Zeitraum von maximal 24 Monaten ihre Arbeitszeit auf bis zu 15 Wochenstunden reduzieren. Dadurch wird das Einkommen nur halb so stark reduziert wie die Arbeitszeit. Wenn beispielsweise Vollzeitbeschäftigte ihre Arbeitszeit von 40 auf 20 Wochenstunden verringern, um Angehörige zu pflegen, erhalten sie ein Gehalt von 75 Prozent des letzten Bruttoeinkommens.

Zum Ausgleich müssen sie nach Beendigung der Familienpflegezeit wie­der voll arbeiten, bekommen dann aber zunächst weiterhin nur 75 Prozent des Gehalts - so lange, bis die durch den Vorschuss vorab vergütete Arbeitszeit nachge­arbeitet ist. Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber kann den Vorschuss durch ein Bundesdarlehen des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben zinslos finanzieren.Das Ausfallrisiko, das durch Tod oder Erwerbsunfähigkeit der Pflegeperson entstehen kann, ist durch eine vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben zertifizierte Familienpflegezeitversicherung abzudecken. Auch hier besteht die Möglichkeit, ein zinsloses Darlehen zu beantragen, um Verdiensteinbußen auszugleichen. (Quellen: BMFSFJ und "Wege zur Pflege").

 

Notfallbetreuung für zu pflegende Angehörige mit Fluxx

Die MHH ist seit dem 1. Oktober 2017 Partnerbetrieb von Fluxx. Mit einem Betreuungsnotdienst für pflegende Angehörige erweitert die MHH ab sofort ihr Portefolio an familienunterstützenden Maßnahmen.

Fluxx übernimmt in Notfällen spontan die Betreuung von zu pflegenden Angehörigen, berät bei Betreuungsengpässen, begleitet außer Haus und stellt Fahrdienste zur Verfügung.

Fluxx ist ein Angebot von Stadt und Region Hannover und kann 24 Stunden täglich, an 7 Tagen die Woche über das Fluxxfon 0511 168 32110 erreicht werden. Für MHH Beschäftigte kostet eine Kinderbetreuungsstunde 3 Euro. Studierende sind über das Studentenwerk Hannover als Partnerbetrieb von Fluxx mit einem Stundensatz von 2 Euro dabei.

Weitere Informationen gibt es unter www.fluxx-hannover.de und im Gleichstellungsbüro der MHH.

Studieren mit Pflegeverantwortung

Ein Studium ist ein Vollzeitjob, wenn neben dem Studium noch andere Verpflichtungen, wie etwa die Pflege einer/eines Angehörigen hinzukommen, ist es eine hohe körperliche und psychische Doppelbelastung. Die Unterstützungsmöglichkeiten für Studierende mit Pflegeverantwortung sind noch ausbaufähig, weil sie eher als Einzelfälle wahrgenommen werden und es an repräsentativen Studien sicher mangelt. Erste Ergebisse konnte der Diversity Report aus dem Jahr 2011 zeigen, danach sind 3,1 Prozent der Studierenden in die Pflege einer/eines Angehörigen eingebunden. Wenn Sie studieren und einen Angehörigen pflegen sind Sie also kein Einzelfall und Sie müssen dies nicht alleine schaffen!

Das Gleichstellungsbüro und/oder der/die Astareferent_in Soziales und Gleichstellung können Sie hierzu beraten und unterstützen!

Unterstützungsmöglichkeiten für Studierende an der MHH

Finanzielles für Studierende mit Pflegeverantwortung

Betreuungsrecht / Patientenverfügung / Vorsorgevollmacht

Jeder kann durch Unfall, Krankheit oder Alter in die Lage kommen, wichtige Fragen nicht mehr selbst beantworten zu können. Für diesen Fall sollten Sie gemeinsam mit Ihrer Angehörigen oder Ihrem Angehörigen Regelungen im Betreuungsfall, zur Patient/inn/enverfügung und zur Vorsorgevollmacht treffen und von einer Notarin oder einem Notar aufsetzen. Tipps, Formulare, Textbausteine und Kontovollmachten können Sie auf der Internetseite des Bundesjustizministeriums der Justiz und Verbraucherschutz finden.

Das Ethik-Komitee der MHH bietet Beratungen für Mitarbeiter_innen, Patient_innen und Angehörige zur Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht,  Betreuungsverfügung sowie Kriseninterventionen.

Bei der Landeshauptstadt Hannover können Sie ebenfalls Beratungen zur Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung erhalten.

 

Wissenswertes / Artikel

BARMER Pflege-Report 2018 Schriftenreihe zur Gesundheitsanalyse Band 12

Die BARMER-Ersatzkrankenkasse hat nun ihren Pflege-Report für das Jahr 2018 veröffentlicht. Dieser Report legt den Schwerpunkt auf die Gesundheit von pflegenden Angehörigen. Folgende Fragen werden im Report beantwortet:

 

Entlastung für die Seele – Ein Ratgeber für pflegende Angehörige

Der von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) und der Deutsche Psychotherapeutenvereinigung (DPtV) gemeinsam entwickelte Ratgeber "Entlastung für die Seele - Ein Ratgeber für Pflegende Angehörige" gibt den pflegenden Angehörigen einen umfassenden Überblick über die Ursache von möglichen Beschwerden und zeigt Auswege auf.

 

Das Pflegetagebuch

Mit dem Pflegetagebuch können Sie sich einen Überblick über den täglichen Zeitaufwand für pflegerische und hauswirtschaftliche Unterstützung Ihrer Angehörigen oder Ihres Angehörigen verschaffen. Diese Dokumentation ist ein gutes Hilfsinstrument z.B. für die Einstufung in eine Pflegestufe. Das Pflegetagebuch sollte über zwei Wochen geführt werden. Im Internet finden Sie dazu verschiedene Vorlagen und Broschüren. Eine Vorlage bietet die Barmer Pflegversicherung.

Kontakt

Dr. Bärbel Miemietz

Gleichstellungsbeauftragte der MHH

Telefon: +49 (0) 511 532-6501

Fax:+49 (0) 511 532-3441

E-Mail: Gleichstellung/at/mh-hannover.de 

Sina Eilering

Mitarbeiterin für den Arbeitsschwerpunkt Pflege von Angehörigen

Tel.: +49 (0) 511 532-6574

Fax: +49 (0) 511 532-3441

E-Mail: familienaudit/at/mh-hannover.de