"Ein so bewegtes Leben ist keine Selbstverständlichkeit"

Chantal, 28 Jahre alt, seit 15 Jahren herztransplantiert

Copyright: Chantal Bausch

Ich bin Chantal, 28 Jahre alt, habe Anfang 2020 mein Studium erfolgreich beendet und stehe im Tor einer Hockey-Bundesligamannschaft. Wenn die Zeit bleibt, spiele ich gerne Tennis oder Golf und fahre im Winter Ski. Doch das mir ein so bewegtes Leben möglich ist, ist keine Selbstverständlichkeit. Vielmehr habe ich dies einer mir unbekannten Person zu verdanken, die mir das größte Geschenk machte, welches ein Mensch erhalten kann: das Leben. Vor über 15 Jahren wartete ich im Deutschen Herzzentrum in Berlin angeschlossen an ein Kreislaufunterstützungssystem auf ein Spenderherz. Eine Herzmuskelentzündung hat mich damals von heute auf morgen vom gesunden und sportlichen 11-jährigen Mädchen zur Patientin auf der Transplantationsliste gemacht. Ein Spenderherz war meine einzige Chance zu überleben. 

 


Copyright: Chantal Bausch

"Ich sehe vor allem gerne nach vorne."

Wenn ich heute zurückblicke, kann ich sagen, dass ich beinahe alle Erinnerungen, die ich heute im Kopf habe, mit meinem Spenderherz erlebt habe. Aber ich sehe vor allem gerne nach vorne und genieße hierbei insbesondere die Freiheit, die mir geschenkt wurde. Ich kann spontan sein, mich frei bewegen und einen normalen Alltag führen. Das sind die Dinge, die ich neben meiner Familie und Freunden während meiner Krankenhauszeit am meisten vermisst habe. Manchmal erwische ich mich bis heute dabei, dass ich denke, mich erst von Krankenhaus üblichen Verkabelungen lösen zu müssen, bevor ich das Bett verlassen kann.

Meine Dankbarkeit werde ich niemals vollständig aussprechen können. Neben meinem Organspender habe ich auch unzähligen anderen Personen, die teilweise bis heute an meiner Seite sind und für mich Sorgen, mein Leben zu verdanken. 

Das Thema Organspende ist eine Herzensangelegenheit

Daher ist es für mich eine Herzensangelegenheit, andere Menschen mit dem Thema Organspende zu konfrontieren, um zu zeigen, was eine Transplantation bewirken kann. Schließlich kann es jeden plötzlich treffen, so wie es auch bei mir der Fall war.

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