COMET-Studie: ADOPTIVE IMMUNTHERAPIE

Rekonvaleszentenplasma zur Therapie von COVID-19 zur Vermeidung schwerer Krankheitsverläufe

Die Situation eines Pandemieausbruchs eines neu auftretenden Erregers wie wir sie derzeit erleben mit rasch zunehmender globaler Ausbreitung, einem signifikanten Anteil von Patienten mit schwerem klinischen Verlauf einschließlich einer hohen Sterblichkeitsrate sowie das Fehlen einer etablierten spezifischen gezielten Behandlung führt dazu, dass die passive Immunisierung als eine schnell verfügbare therapeutische Option in Betracht gezogen werden kann. Das Institut für Transfusionsmedizin und Transplantat Engineering hat diesen Therapieansatz unter der Leitung von Prof. Rainer Blasczyk an der Medizinischen Hochschule Hannover aufgenommen und erforscht im Rahmen der klinischen Studie COMET, ob die therapeutische Übertragung von Anti-SARS-CoV-2 Antikörpern das Immunsystem bei COVID-19  unterstützt und in Folge dessen ein schweren Verlauf der Erkrankung verhindert werden kann. Die COMET-Studie wird gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG).

Die adoptive Immuntherapie durch Rekonvaleszentenplasma, d.h. die therapeutische Übertragung von erregerspezifischen Antikörpern, wurde bereits in der Vergangenheit erfolgreich zur Prävention von Poliomyelitis, Masern, Mumps oder in jüngerer Zeit zur Behandlung von Virusepidemien wie Influenza (z.B. H1N1) und Ebola sowie als Behandlungsoption während der beiden Coronavirus-Ausbrüche MERS und SARS-CoV-1 eingesetzt. Mehrere Studien haben bereits gezeigt, dass die Verwendung von Rekonvaleszentenplasma eine Wirksamkeit (verringerte Mortalität, verkürzte Aufenthaltsdauer im Krankenhaus, rasche Abwehr des Virus) nahelegte und als sicher gilt. Plasma gilt allgemein als sichere therapeutische Option und Rekonvaleszentenplasma steht innerhalb kurzer Zeit zur Verfügung.

Das allgemein postulierte Prinzip der passiven Antikörpertherapie besteht darin, dass sie zur Prophylaxe wirksamer ist als zur Behandlung der Krankheit. Wenn sie zur Therapie eingesetzt wird, sind die Antikörper in der Regel am wirksamsten, wenn diese kurz nach dem Auftreten der Symptome verabreicht werden. Die COMET-Studie greift diesen Ansatz auf und nimmt sich zum Ziel, die Wirksamkeit des Rekonvaleszentenplasmas für die Behandlung von hospitalisierten Patienten, die einen leichten COVID-19 Verlauf aufweisen, zu beurteilen und einen schweren klinischen Verlauf zu verhindern.

Das Rekonvaleszentenplasma für die COMET-Studie wird durch Plasmapherese von COVID-19 Genesenen gewonnen, die  eine starke humorale Immunität gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 entwickelt haben. Die Plasmaspende erfolgt am Institut für Transfusionsmedizin und Transplantat Engineering der Medizinischen Hochschule Hannover.

In der multizentrisch angelegten COMET-Studie arbeiten das Institut für Transfusionsmedizin und Transplantat Engineering eng mit der Klinik für Pneumologie und weiteren Prüfzentren deutschlandweit zusammen.

 

Ansprechpartner: Professor Dr. Rainer Blasczyk

Institut für Transfusionsmedizin und Transplantat Engineering
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover

T +49 511 532 6700
F +49 511 532 2079
comet@mh-hannover.de

 

Professor Dr. Rainer Blasczyk

Professor Dr. Rainer Blasczyk

Leitung

T +49 511 532 6701
itt@mh-hannover.de

Dr. Nina Gödecke

Studienkoordination

T +49 511 532 6796
goedecke.nina@mh-hannover.de