Die MHH im Gespräch

Die MHH hat viele Abteilungen, viele Facetten, viele interessante Themen zu bieten. Drei- bis viermal im Jahr lädt der MHH-Alumni e.V. daher zur Vortragsreihe "Die MHH im Gespräch" ein, um aktive und ehemalige MHHler sowie externe Interessierte zusammenzubringen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Vergangene Veranstaltungen

Die beiden Professoren in der Vortragssituation
Prof. Dr. Christian Krettek (li.) und Prof. Dr. Stephan Sehmisch informierten über Osteoporose. © Annika Morchner, MHH

Osteoporose – Silent Killer?

4. Mai 2022

Rund 40 Interessierte waren am Mittwochabend in die MHH gekommen, um sich über die unfallchirurgische Sicht auf die Volkskrankheit Osteoporose zu informieren. Professor Stephan Sehmisch, Leiter der Klinik für Unfallchirurgie an der MHH, berichtete anhand mehrerer Fallbeispiele von einem Bild, mit dem sich UnfallchirurgInnen zunehmend konfrontiert sähen: "Bei der Versorgung von Knochenbrüchen bei älteren Patientinnen und Patienten bereitet immer häufiger eine bis dahin unentdeckte und daher unbehandelte Osteoporose Probleme", erklärte Sehmisch. "Im Extremfall kann die Stabiliserung der Fraktur zur Herausforderung werden, wenn das vorhandene Knochenmaterial schon so porös ist, dass es Schrauben und Platten kaum Halt gibt." Damit es gar nicht so weit kommt, plant Sehmisch die Einrichtung eines Fracture Liaison Service. Ziel sei es, Patientinnen (ab 50 J.) und Patienten (ab 60 J.), die wegen einer Fraktur in der Unfallchirurgie aufgenommen werden, prophylaktisch an einen Osteologen zu vermitteln, damit im Idealfall eine erst beginnende Osteoporose diagnostiziert und behandelt werden könne.

Sehmisch kann bei der Einrichtung des Services bestens auf der Arbeit seines Vorgängers aufbauen. Wie Sehmisch hatte auch Prof. Dr. Chistian Krettek, der den Vortragsabend gemeinsam mit seinem Nachfolger gestaltete, die besonderen Bedürfnisse und Behandlungsrisiken geriatrischer Patientinnen und Patienten in den Blick genommen und an der Klinik für Unfallchirurgie ein Alterstraumazentrum initiiert. "Viele Menschen wissen gar nicht, dass man mit einer osteoporosebedingten Fraktur ab einem gewissen Alter einfach eine deutlich schlechtere Prognose hat als mit einer Krebserkrankung", betonte Sehmisch. Dabei könnten einfache Maßnahmen das Osteroporose-Risiko senken: Eine regelmäßige Einnahme von Vitamin-D-Tabletten und ausreichende Kalziumaufnahme über die tägliche Ernährung könne jeder und jede in seinen Alltag einbauen. Und: Jje nach individueller Vorbelastung sollten Frauen ab 65 Jahren und Männer ab 70 Jahren ihre Knochendichte messen lassen, damit die Osteoporose im besten Fall erkannt wird, bevor es zur Fraktur kommt. // 2 CME-Punkte der äkn

 


Vizepräsident Prof. Dr. Frank Lammert (Copyright: Kaiser/ MHH)

Wer ist der Neue an der Spitze der MHH-Krankenversorgung?

Seit dem 01.02.2021 verantwortet Prof. Dr. Frank Lammert als MHH-Vizepräsident das Ressort Krankenversorgung. Der 55-jährige Gastroenterologe und Wirtschaftswissenschaftler kam für diese Aufgabe aus dem Saarland nach Hannover. Was ihn zu diesem Schritt bewogen hat und wie er in dieser neuen Position den zentralen Herausforderungen wie Neubau, Personalgewinnung und Pandemie begegnet, berichtet er im Gespräch mit dem Alumni-Vorsitzenden Prof. Dr. Siegfried Piepenbrock.

28.04.2021, 18.30 Uhr | Online-Veranstaltung mit MS Teams
Anmeldung per E-Mail an alumni@mh-hannover.de


Sonja Nothacker
Sonja Nothacker, Leiterin der Schule für Diätassistenten (Copyright: Ursula Bernsmann, Alumni/ MHH)

Neue Ernährungstrends

Die Liste der möglichen Ernährungsweisen ist lang: vegan, laktosefrei, kohlenhydratarm, glutenfrei. Was zunächst gesund klingt, birgt aber durchaus Risiken. So kann eine unzureichende Versorgung mit Nährstoffen die Folge sein oder gar aus dem Drang, sich gesund zu ernähren, eine ernstzunehmende Essstörung entstehen. Frau Sonja-Maria Nothacker (Leiterin der Schule für Diätassistenten an der MHH) wird Charakteristika neuer Ernährungstrends durchleuchten und Tipps geben, wie wir verhindern können, dass wir uns langsam aber sicher krank essen und trinken. // 2 CME-Punkte sind bei der äkn angefragt.

04.09.2019, 18.30 Uhr | Hörsaal H, Ebene H0, Geb. J1 der MHH

 


Stefan Franz, IT-Sicherheitsbeauftragter
M.Sc. Stefan Franz, IT-Sicherheitsbeauftragter

IT-Sicherheit

Regelmäßig ist in den Medien von Datenlecks oder Sicherheitslücken in Informationssystemen die Rede, aber was steht eigentlich dahinter? Nicht nur bösartige Angreifer, sondern auch technisches Versagen oder Unachtsamkeiten gefährden persönliche Daten mit teils erheblichen Folgen. Was sind ernste Bedrohungen für Privatpersonen? Herr M.Sc. Stefan Franz (IT-Sicherheitsbeauftragter, Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik, Medizinische Hochschule Hannover) wird Aspekte der IT-Sicherheit durchleuchten und darstellen, wie man sich schützen kann.

15.05.2019, 18.30 Uhr s.t. | Hörsaal Q, Ebene S0, Geb. J6 der MHH


Frau PD Dr. Iris Tatjana Graef-Calliess
PD Dr. Iris Tatjana Graef-Calliess

Kultursensibles Handeln in der Medizin

Menschen zu behandeln, die krank sind, ist immer eine Herausforderung – stammen die Patienten aber auch noch aus einem anderen Kulturkreis und sprechen schlecht oder gar kein Deutsch, wird die Sache richtig schwierig. Mit diesem aktuellen, auch gesellschaftspolitisch brisanten Thema beschäftigt sich der Vortrag von Frau PD Dr. Iris Tatjana Graef-Calliess, Chefärztin der Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie, KRH Psychiatrie Wunstorf, und Mitglied des Leitungsteams der AG Soziale und Transkulturelle Psychiatrie & Psychotherapie an der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der MHH. 

Die ausgewiesene Expertin steht gleichermaßen für die Forschung wie für die klinische Versorgung in diesem Bereich. Migration ist seit jeher etwas Selbstverständliches und Natürliches. Sie kann aber auch schiefgehen. Was machen Flucht und Migration mit der Gesundheit? Dieser Frage muss sich das deutsche Gesundheitssystem stellen. Weltweit sind Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Menschenrechtsverletzungen. Das stellt auch in Deutschland die medizinische Versorgung vor Probleme. Insbesondere die Psychiatrie steht hier vor neuen Aufgaben. Eine überraschende Erkenntnis ist, dass die Zeit nach der Flucht oder Migration, also nach dem Ankommen im neuen Land, für den einzelnen Menschen bedeutsamer ist als die Phase vor der Migration. Der Prozess ist nicht mit der Ankunft in Deutschland abgeschlossen. Selbst wenn jemand die deutsche Sprache spricht, heißt das trotzdem noch nicht, dass es ihm körperlich und seelisch gut geht.

Gleichgültig welcher kultureller Zugehörigkeit: Bei der Behandlung eines Patienten sollten Vorurteile vermieden werden. Den türkischen Patienten gibt es genauso wenig, wie es den deutschen Patienten gibt. Von daher ist es hilfreich, nicht nur den Kulturkreis eines Menschen vor Augen zu haben, sondern das Subjekt – also den einzelnen Menschen - zu sehen, sich für dessen kulturelle Identität zu interessieren und ihn in seiner Gesamtheit zum Ausgangspunkt wissenschaftlicher Betrachtungen und klinischen Handelns zu machen. // Fortbildungspunkte bei der äkn sind beantragt.

20. März 2019, 18.30 Uhr s.t. | Hörsaal G, Ebene H0, Geb. J1 der MHH