Martin Silke

Foto von Martin Silke, Promotionsstipendiat im Programm Chronische Erkrankungen und Gesundheitskompetenz (ChEG)

Portrait

Herr Silke hat 2009 eine berufsfachschulische Ausbildung zum Physiotherapeuten abgeschlossen und war mehrere Jahre im Bereich der ambulanten- und stationären Patientenversorgung tätig. Ab 2011 absolvierte er an der FH Bielefeld den Bachelorstudiengang „Anleitung und Mentoring in den Gesundheitsberufen“ und ein konsekutives Masterstudium im Bereich „Berufspädagogik Pflege und Therapie“. Während des Studiums arbeitete er in verschiedenen interdisziplinären Forschungsprojekten an der FH Bielefeld. Nach Abschluss des Studiums nahm er eine Lehrtätigkeit an einer Akademie für Gesundheitsberufe auf. Seit April 2020 ist Herr Silke Teilnehmer am Promotionsprogramm „Chronische Erkrankungen und Gesundheitskompetenz“ (ChEG).  Seine Erfahrung als Physiotherapeut und Berufspädagoge prägen das Promotionsvorhaben.

Thema der Promotion

Förderung der Gesundheitskompetenz von Patient_innen mit chronischen Erkrankungen des muskuloskelettalen Systems in der ambulanten physiotherapeutischen Versorgung.

Hintergrund

Die aktuellen Befunde zur Prävalenz chronischer Erkrankungen sowie zur Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland werfen die Frage auf, wie die Gesundheitskompetenz chronisch kranker Menschen gefördert werden kann. Erkrankungen des Bewegungssystems zählen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen und bilden im Rahmen der physiotherapeutischen Heilmittelversorgung die mit Abstand größte Diagnosegruppe. Die Physiotherapie ist insbesondere in der ambulanten Versorgung frühzeitig an der Krankheitsbewältigung beteiligt und kann damit eine wichtige Funktion bei der Förderung der Gesundheitskompetenz betroffener Patient_innen übernehmen.

Ziel

Um Strategien für eine systematische Förderung der Gesundheitskompetenz von Patient_innen mit chronischen Erkrankungen des Bewegungssystems in der ambulanten physiotherapeutischen Versorgung zu entwickeln, soll identifiziert werden, inwieweit in der Interaktion zwischen Physiotherapeut_innen und Patient_innen bereits implizit oder explizit gesundheitskompetenzfördernde Aspekte sichtbar werden bzw. an welchen Stellen entsprechende neue Strategien ansetzen könnten. Daraus leiten sich folgende Forschungsfragen ab:

Inwieweit beinhaltet die Interaktion zwischen Therapeut_innen und Patient_innen mit chronischen Erkrankungen des muskuloskelettalen Systems in der ambulanten physiotherapeutischen Versorgung gesundheitskompetenzfördernde Aspekte?

  • Welche Facetten der Gesundheitskompetenz (finden, verstehen, bewerten, anwenden von gesundheitsbezogenen Informationen) werden im Rahmen der ambulanten physiotherapeutischen Versorgung von Patient_innen mit chronischen Erkrankungen des muskuloskelettalen Systems adressiert.
  • Worauf beziehen sich die vermittelten Gesundheitsinformation?
  • Wie werden gesundheitsbezogene Informationen in der physiotherapeutischen Versorgung von Patient_innen mit chronischen Erkrankungen des muskuloskelettalen Systems vermittelt?

Methode

Das Untersuchungsvorhaben erfolgt als qualitative, multiperspektivische Studie und integriert vier verschiedene qualitative Methoden: teilnehmende Beobachtungen, Experteninterviews mit Physiotherapeut_innen, Leitfadengestützte Interviews mit Patient_innen sowie Fokusgruppeninterviews mit Physiotherapeut_innen. Durch diese Vorgehensweise sollen verschiedene Aspekte, die sich auf die Entwicklung der Gesundheitskompetenz der Patient_innen auswirken, identifiziert und erste Ansätze für systematische Lösungsstrategien entwickelt werden.