Nadine Fischbock

Foto von Nadine Fischbock, Promotionsstipendiatin im Programm Chronische Erkrankungen und Gesundheitskompetenz (ChEG)

Portrait

Nadine Fischbock ist Diplom Pflegewirtin und examinierte Krankenschwester. Seit 2007 war sie in unterschiedlichen Funktionen in der Geschäftsführung Pflege, der Medizinischen Hochschule Hannover, tätig. Im Promotionsprogramm „Chronische Erkrankungen und Gesundheitskompetenz“ (ChEG) wirkt sie seit April 2021 mit.

Thema der Promotion

Wie verstehen und leisten Pflegefachpersonen, im Sinne der Gesundheitskompetenz, ihren Beitrag zur Förderung der Gesundheitskompetenz bei Patienten?

Hintergrund

Eine erste pflegerische Definition von Gesundheitskompetenz von Thilo et.al. 2012 bildet eine Grundlage für die anstehenden Gesundheitskompetenzforschungen im Bereich der professionellen Pflege. Damit Pflegefachpersonen aber explizit in der Lage sind, gesundheitskompetenzfördernd, im Sinne der Gesundheitskompetenz, zu pflegen, sollten sie um die thematische Relevanz und Tragweite wissen. Die Klärung des Konzepts im Bereich der Pflege ist wichtig, damit Pflegefachpersonen ein Bewusstsein für das Phänomen und seine Beziehung zu den Ergebnissen ihrer Kommunikations- und Gesundheitserziehungsbemühungen entwickeln.

Sowohl die bisherige Literaturrecherche als auch der Austausch mit Vertretern pflegewissenschaftlicher Verbände hat bislang nur marginale empirische Ergebnisse zur Beziehung von organisationalem pflegerischem Handeln in Bezug auf Förderung der Gesundheitskompetenz patientenseits erzielt. Dies lässt den Schluss zu, dass zwar die Förderung von Gesundheitskompetenz in der Pflege bislang vielerlei gefordert ist, aber nicht hinreichend untersucht und nachgewiesen wird. Fragen wie „Was verstehen professionell Pflegende unter dem Begriff Gesundheitskompetenz?“ oder „Wie wichtig schätzen Pflegende die Aspekte von Gesundheitskompetenz für ihre berufliche Praxis ein?“ können ansatzweise aus bestehenden Untersuchungen abgeleitet werden, sind jedoch in den entscheidenden Ebenen der Pflege weithin ungeklärt.

Ziel

Die Dissertation verfolgt eine multiperspektivisch qualitative Untersuchung der organisationalen-pflegerischen Gesundheitskompetenz. Ein erster Erkenntnisgewinn über organisationales, gesundheitskompetenzförderndes Handeln der professionellen Pflege im akutstationären Setting in Deutschland soll gewonnen werden. Implizites und explizites gesundheitskompetenzförderndes Handeln im pflegerischen Alltag   wird identifiziert und Aspekte zur Steigerung der organisationalen-pflegerischen Gesundheitskompetenz dargestellt.

Methode

Zur Beantwortung der Forschungsfragen wird im ersten Schritt eine teilnehmende Beobachtung eingesetzt. Der Umfang besteht aus der Akquise von sechs Kliniken mit unterschiedlicher Trägerschaft. Das Beobachtungsfeld ist eine Stationseinheit in Begleitung einer Pflegefachperson in einer vier stündigen Beobachtungseinheit. Je Klinik sind zwei Beobachtungseinheiten jeweils in einem Früh- und Spätdienst vorgesehen (n=12). Im Fokus der Beobachtung stehen die Facetten der Gesundheitskompetenz Finden, Verstehen, Bewerten und Anwenden.

Neue zu erwartende Erkenntnisse

Der zuvor beschriebene Forschungsansatz lässt einen ersten Überblick auf das Feld und die Durchdringung sowie Umsetzung von Gesundheitskompetenz in Deutschland zu.

Es können Rückschlüsse auf gesundheitskompetenzfördernde sowie -hemmende Faktoren im Feld der Pflegeorganisation gezogen, Empfehlungen zur Steigerung organisational-pflegerischen Maßnahmen ausgesprochen und Aussagen über den Einfluss von Pflegeorganisationssystemen getroffen werden.

Die zu erwartenden Ergebnisse können neben der Gesundheitskompetenzforschung Einfluss auf die Felder der Pflegewissenschaft, des Pflegemanagements, der Pflegepädagogik und auch auf den Bereich der Versorgungsforschung haben. Somit bietet die vorliegende Dissertationsanzeige vielerlei Anknüpfungspunkte für weitere Forschungsdesiderate.