Nadine Fischbock

Foto von Nadine Fischbock, Promotionsstipendiatin im Programm Chronische Erkrankungen und Gesundheitskompetenz (ChEG)

Portrait

Nadine Fischbock ist examinierte Krankenschwester und Diplom Pflegewirtin. Sie hat langjährige Berufserfahrung in unterschiedlichen Funktionen der Geschäftsführung Pflege in der Medizinischen Hochschule Hannover. Seit April 2021 ist sie Doktorandin im Promotionsprogramm „Chronische Erkrankungen und Gesundheitskompetenz“ (ChEG).

Thema der Promotion

Wie verstehen und leisten Pflegefachpersonen, im Sinne der Gesundheitskompetenz, ihren Beitrag zu Gesundheitskompetenzförderung bei Patienten?

Hintergrund

Eine erste pflegerische Definition von Gesundheitskompetenz von Thilo et.al. 2012 bildet eine Grundlage für die anstehenden Gesundheitskompetenzforschungen im Bereich der professionellen Pflege. Damit Pflegefachpersonen aber explizit in der Lage sind, gesundheitskompetenzfördernd, im Sinne der Gesundheitskompetenz, zu pflegen, sollten sie um die thematische Relevanz und Tragweite wissen. Die Klärung des Konzepts im Bereich der Pflege ist wichtig, damit Pflegefachpersonen ein Bewusstsein für das Phänomen und seine Beziehung zu den Ergebnissen ihrer Kommunikations- und Gesundheitserziehungsbemühungen entwickeln.

Sowohl die bisherige Literaturrecherche als auch der Austausch mit Vertretern pflegewissenschaftlicher Verbände hat bislang nur marginale empirische Ergebnisse zur Beziehung von organisationalem pflegerischem Handeln in Bezug auf Gesundheitskompetenzförderung patientenseits erzielt. Dies lässt den Schluss zu, dass zwar die Förderung von Gesundheitskompetenz in der Pflege bislang vielerlei gefordert hat, aber nicht hinreichend untersucht und nachgewiesen wird. Fragen wie „Was verstehen professionell Pflegende unter dem Begriff Gesundheitskompetenz?“ oder „Wie wichtig schätzen Pflegende die Aspekte von Gesundheitskompetenz für ihre berufliche Praxis ein?“ können ansatzweise aus bestehenden Untersuchungen abgeleitet werden, sind jedoch in den entscheidenden Ebenen der Pflege weithin ungeklärt.

Ziel

Dem Aufruf der Literatur folgend soll im Rahmen der intendierten Dissertation eine multiperspektivisch qualitative Untersuchung der organisationalen-pflegerischen Gesundheitskompetenz stattfinden. Das Ziel ist, einen ersten Erkenntnisgewinn über organisationales, gesundheitskompetenzförderndes Handeln der professionellen Pflege im akutstationären Setting in Deutschland zu erhalten. Es soll identifiziert werden, an welchen Merkmalen im pflegerischen Alltag bereits implizit oder explizit gesundheitskompetenzfördernde Aspekte in der Pflege der Patienten sichtbar werden. Gleichzeitig können durch die Forschungsarbeit entsprechend neue Strategien herausgearbeitet werden, um eine Steigerung der organisationalen-pflegerischen Gesundheitskompetenz, zugunsten Gesundheitskompetenzförderung patientenseits, zu erlangen.

Methode

Zur Beantwortung der Fragen wird eine teilnehmende Beobachtung eingesetzt. Gegenwärtig besteht der geplante Umfang aus der Akquise von sechs Stationen, die als Merkmal unterschiedliche Pflegeorganisationssysteme aufweisen und in Häusern mit unterschiedlicher Trägerschaft liegen. Das Beobachtungsfeld ist jeweils die Stationseinheit in Krankenhaus bzw. Klinik. Je Beobachtungsfeld sind mindestens zwei Beobachtungseinheiten à eine Diensteinheit, in der Regel 7,7 Stunden, vorgesehen. Diese sind je Beobachtungseinheit in einem Früh- und Spätdienst geplant. Im Fokus der Beobachtung stehen die Facetten der Gesundheitskompetenz Finden, Verstehen, Bewerten und Anwenden.

Neue zu erwartende Erkenntnisse

Der zuvor beschriebene Forschungsansatz lässt einen ersten Überblick auf das Feld und die Durchdringung sowie Umsetzung von Gesundheitskompetenz in Deutschland zu.

Es können Rückschlüsse auf gesundheitskompetenzfördernde sowie -hemmende Faktoren im Feld der Pflegeorganisation gezogen, Empfehlungen zur Steigerung organisational-pflegerischen Maßnahmen ausgesprochen und Aussagen über den Einfluss von Pflegeorganisationssystemen getroffen werden.

Die zu erwartenden Ergebnisse können neben der Gesundheitskompetenzforschung Einfluss auf die Felder der Pflegewissenschaft, des Pflegemanagements, der Pflegepädagogik und auch auf den Bereich der Versorgungsforschung haben. Somit bietet die vorliegende Dissertationsanzeige vielerlei Anknüpfungspunkte für weitere Forschungsdesiderate.