Idiopathische intrakranielle Hypertension (IIH)

Spezialisierte MRT bei erhöhtem Hirndruck – Ursachen erkennen und das Sehvermögen schützen

Mit modernen MRT-Verfahren können wir typische Anzeichen eines erhöhten Hirndrucks erkennen und wichtige Ursachen gezielt untersuchen.

Unser Gehirn ist von einer schützenden Flüssigkeit umgeben, dem sogenannten Hirnwasser (Liquor). Wenn der Druck innerhalb des Schädels erhöht ist, kann dies unter anderem zu Kopfschmerzen, Sehstörungen, Ohrgeräuschen oder einer Schwellung des Sehnervenkopfes führen.

Eine besondere Form ist die idiopathische intrakranielle Hypertension (IIH). Dabei besteht ein erhöhter Hirndruck, ohne dass sich beispielsweise ein Tumor oder eine andere raumfordernde Erkrankung als Ursache nachweisen lässt.

Mit spezialisierten MRT-Untersuchungen des Gehirns, der Augenhöhlen und der venösen Blutgefäße können wir nach charakteristischen Veränderungen suchen.

Unsere spezialisierten Untersuchungsverfahren

  • Gezielte Untersuchung der Augen und Sehnerven: Ein erhöhter Hirndruck kann typische Veränderungen an den Augen und Sehnerven verursachen. Mit hochauflösenden MRT-Aufnahmen können wir beispielsweise eine Erweiterung der Sehnervenscheiden, eine Abflachung der hinteren Augapfelwand oder eine Vorwölbung des Sehnervenkopfes erkennen.

  • Untersuchung der Hirnanhangsdrüse und der Schädelbasis: Ein länger bestehender erhöhter Hirndruck kann zu charakteristischen Veränderungen im Bereich der Hirnanhangsdrüse führen, einer sogenannten Empty Sella. Dieser Befund kann einen Hinweis auf erhöhten Hirndruck geben, ist allein jedoch nicht beweisend.

  • Darstellung der venösen Blutgefäße (MR-Venographie): Mit einer speziellen MRT-Untersuchung können wir die großen venösen Blutleiter des Gehirns beurteilen. Dabei suchen wir nach möglichen Engstellen und schließen insbesondere Blutgerinnsel in den venösen Blutleitern (Sinusvenenthrombosen) aus.

Warum ist eine frühzeitige Diagnose wichtig?

Ein dauerhaft erhöhter Hirndruck kann die Sehnerven schädigen und im schlimmsten Fall zu einer bleibenden Einschränkung des Sehvermögens führen.

Deshalb ist es besonders wichtig, die Erkrankung möglichst frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Enge Zusammenarbeit mit Neurologie und Augenheilkunde

Die MRT liefert wichtige Hinweise auf einen erhöhten Hirndruck. Für eine sichere Diagnose sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich.

Dazu gehören insbesondere die augenärztliche Untersuchung des Sehnervenkopfes, die Messung der Nervenfaserschicht am Auge (OCT) und gegebenenfalls die Messung des Liquordrucks durch eine Lumbalpunktion.

Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Neuroradiologie, Neurologie und Augenheilkunde können wir die Befunde gemeinsam beurteilen und die weitere Behandlung gezielt planen.

Unser Ziel: Erhöhten Hirndruck frühzeitig erkennen, seine Ursachen abklären und durch eine gezielte Diagnostik das Sehvermögen langfristig schützen.