Unser Glossar

Hier erklären wir unsere Fachbegriffe

Adjuvans

Ein Adjuvans ist ein Hilfsstoff, der die Wirkung eines Arzneistoffs verstärkt, jedoch selbst nicht wirkt. Bekannt sind vor allem die bei Impfungen eingesetzten Adjuvantien. Sie sollen die Abwehrreaktion des Körpers und damit den Impfeffekt verstärken.

Antigene

Antigene sind Stoffe, die der Körper als fremd erkennt und gegen die er beim Kontakt sogenannte Antikörper bildet. Typische Antigene sind Eiweiße auf der Zelloberfläche von Bakterien, Pilzen und Viren. Auch Bestandteile von Oberflächen eigentlich harmloser Stoffe der Umwelt wie etwa Pollen oder Hausstaubmilben können als Antigene wirken und eine allergische Reaktion auslösen.

Antikörper Antikörper sind körpereigene Eiweiße (Proteine), die Krankheitserreger, abnorme Zellen oder andere körperfremde Strukturen erkennen und direkt oder im Zusammenspiel mit anderen Mechanismen der Immunabwehr zerstören können. Diese Bestandteile des Immunsystems werden von spezialisierten Blutzellen (Plasmazellen) gebildet.
Aptamere Aptamere sind kurze, einzelsträngige Ketten aus DNA. Sie können mittels ihrer 3D-Struktur an Moleküle binden, an die herkömmliche DNA normalerweise nicht binden würde. So können sie die Funktion der Moleküle beeinflussen. Das macht sie für die Wirkstoff-Forschung interessant.
AStA

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der MHH ist das ausführende Organ des Studierendenparlaments (StuPa) und setzt sich neben dem Vorsitz aus 15 weiteren Referaten zusammen. Er führt die Geschäfte der Studierendenschaft und wird jährlich vom Studierendenparlament (StuPa), dem höchsten beschlussfassenden Gremium, gewählt. Der AStA vertritt die Studierenden sowohl nach innen gegenüber dem Präsidium als auch nach außen, er kümmert sich also im Kern um die hochschulpolitischen, sozialen und kulturellen Belange der Studierenden. Weitere Informationen gibt es hier.

Biologika

Biologika (auch Biopharmazeutika genannt) sind Arzneistoffe, die biologische Prozesse im Körper beeinflussen. Sie werden mit Hilfe lebender Zellen von Mikroorganismen, Tieren und Pflanzen biotechnologisch hergestellt. Das Ziel einer Biologika-Therapie ist, körpereigene Botenstoffe und Eiweiße zu ersetzen, zu ergänzen oder zu blockieren. Zum Beispiel wird genetisch hergestelltes Insulin zur Therapie von Diabetes verwendet.

Biomarker Biomarker sind Laborwerte oder andere messbare Merkmale, die mit einer Erkrankung verbunden sind. Ihre Bestimmung gibt Informationen zur Krankheitssituation, zum wahrscheinlichen Verlauf oder zur Wirksamkeit von Behandlungen. Als Biomarker werden Moleküle (zum Beispiel Proteine, Gene, Genprodukte, Enzyme oder Hormone) und Zellen bezeichnet, deren Anwesenheit oder abnormale Konzentration im Blut, Urin, Speichel oder in einer anderen Körperflüssigkeit auf eine Krankheit hinweisen. Zum Beispiel werden Cholesterinwerte als Biomarker und Risikoindikator für Erkrankungen genutzt, die vom Blutgefäßsystem und/oder vom Herzen ausgehen.
Blutserum

Blutserum (Serum) ist der klare, zellfreie Flüssigkeitsanteil des Blutes, der nach der Gerinnung übrigbleibt und wichtige Proteine, Hormone und Elektrolyte enthält. Aus dem Blutserum werden Blutwerte bestimmt. Die gelbliche Färbung des Serums wird durch Bilirubin verursacht.

CAR-T-Zellen

CAR-T-Zellen sind T-Zellen (bestimmte weiße Blutkörperchen, die der Immunabwehr dienen), die gentechnologisch verändert worden sind. Es gibt eine Therapie mit CAR-T-Zellen. Dabei nimmt man die T-Zellen einer an Krebs erkrankten Person. Diese verändert man außerhalb des Körpers gentechnisch so, dass sie spezielle Proteine produzieren, die Krebszellen erkennen können. Diese Proteine werden chimärische Antigenrezeptoren (CAR) genannt. Die Zellen werden dann per Infusion zurück in den Körper geleitet, um auf die Jagd nach den Krebszellen zu gehen und diese zu zerstören. Dieses Verfahren funktioniert zum Beispiel gut bei Leukämien, allerdings noch nicht effektiv bei soliden Tumoren.

Checkpoints

Checkpoints sind spezielle Eiweißkörper (Rezeptoren) auf der Oberfläche bestimmter Immunzellen (T-Zellen). Sie dienen in unserem Körper als Kontrollpunkte und aktivieren oder bremsen Akteure des Immunsystems. Manchen Tumoren gelingt es, Checkpoints so zu beeinflussen, dass Immunzellen stark gebremst werden, die eigentlich Krebszellen erkennen und bekämpfen könnten. Die Folge: Tumore können ungehemmt wachsen. Immun-Checkpoint-Hemmer sollen dieses Ausbremsen verhindern und die körpereigene Abwehr gegen Tumorzellen verstärken. 

Chromosomen

Chromosomen sind Strukturen im Zellkern, die die Erbinformation in Form von Desoxiribonukleinsäure (DNA) enthalten. Sie ermöglichen Zellteilung und die Vererbung genetischer Merkmale. Die Desoxiribonukleinsäure ist um Proteine gewickelt ist. Dadurch entsteht ein Komplex, der Chromatin genannt wird. In menschlichen Körperzellen gibt es 46 Chromosomen, die in 23 Paare aufgeteilt sind, wobei jeweils ein Chromosom von der Mutter und eines vom Vater stammt. Jedes Chromosom enthält viele Gene, die Baupläne für Proteine liefern und somit Merkmale wie Augenfarbe, Haarfarbe oder andere individuelle Eigenschaften bestimmen.

Deutschlandstipendium

Mit dem Deutschlandstipendium unterstützt die Bundesregierung begabte und leistungsfähige Studierende. Es wird auch an der MHH verliehen. Gute Noten und Studienleistungen gehören ebenso dazu wie die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen oder das erfolgreiche Meistern von Hindernissen im eigenen Lebens- und Bildungsweg. Die Stipendien werden zunächst für ein Jahr bewilligt. Eine Weiterförderung ist unter bestimmten Voraussetzungen bis zum Erreichen der Regelstudienzeit möglich. Das Stipendium wird jeweils zur Hälfte von privaten Förderern und vom Bund finanziert. Weitere Informationen gibt es hier.

Differenzierung

Differenzierung (bei Zellen) ist der Prozess, bei dem sich unreife Zellen in spezialisierte Zellen verwandeln. Zellen beginnen oft als Stammzellen, die noch nicht auf eine bestimmte Aufgabe festgelegt sind. Durch die Zelldifferenzierung verändern sie Struktur und Funktion, um eine bestimmte Aufgabe im Körper zu erfüllen. Zum Beispiel können sich Zellen zu Muskel-, Nerven- oder Blutzellen entwickeln.

DNA-Methylierung 

Die Methylierung der DNA ist ein regulatorischer Prozess, der die Aktivität von Genen steuert. Sie ist keine genetische Mutation, sondern eine durch Umwelteinflüsse beeinflussbare Veränderung der Erbsubstanz. Diese Veränderung kann die Übersetzung in Proteine beeinflussen.

ELISA ELISA (enzyme-linked immunosorbent assay) ist ein immunologisches Nachweisverfahren. Es basiert auf einer enzymatischen Farbreaktion. Mit ELISA kann man Proteine (zum Beispiel Antikörper), Viren, Hormone oder Giftstoffe in einer Probe (zum Beispiel Blut, Milch, Urin) nachweisen. Bei dem Verfahren binden spezifische Antikörper an den nachzuweisenden Stoff (Antigen). Die Antikörper werden zuvor mit Enzymen markiert. Die durch das Enzym katalysierte Reaktion dient als Nachweis für das Vorhandensein des Antigens. Dabei entsteht der Farbumschlag. 
EMA Die EMA (European Medicines Agency, Europäische Arzneimittel-Agentur) ist eine Behörde der Europäischen Union (EU) mit Sitz in Amsterdam. Sie ist für die Beurteilung und Überwachung von Arzneimitteln zuständig und sie erteilt
Epigenetik Die Epigenetik ist ein Spezialgebiet der Biologie. Es beschäftigt sich mit vererbbaren Veränderungen an Genen. Diese Veränderungen betreffen nicht den Bau und das Programm der DNA, so wie Mutationen, sondern die Aktivität von Erbinformation, also die Genexpression. Dies geschieht zum Beispiel durch Anlagerung von chemischen Verbindungen. Der Zellkern kann per Epigenetik auf Umwelteinflüsse reagieren und abhängig davon regulieren, wann und in welchem Ausmaß welche Gene ein- und ausgeschaltet werden. Solche Veränderungen spielen auch für die Krebsentstehung eine Rolle und sind mögliche Ansatzpunkte für Krebstherapien.
Exzellenzcluster

Ein Exzellenzcluster ist ein Zusammenschluss von Forschenden aus verschiedenen Disziplinen und Institutionen, die gemeinsam auf international wettbewerbsfähigem Niveau an einem Forschungsvorhaben arbeiten. Exzellenzcluster werden im Rahmen der „Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder“ gefördert, damit sie sich intensiv auf ihr Forschungsziel konzentrieren und wissenschaftliche Nachwuchskräfte ausbilden sowie internationale Spitzenkräfte rekrutieren können. Die Dauer der Förderung umfasst sieben Jahre, woran sich eine ebenso lange zweite Förderperiode anschließen kann.

Evidenz

Evidenz nennt man wissenschaftliche Belege aus gut durchgeführten, hochwertigen wissenschaftlichen Studien, die sorgfältig zur Beantwortung spezifischer Fragen geplant wurden. Für verschiedene Arten von Fragen sind jeweils unterschiedliche wissenschaftliche Untersuchungsmethoden (Studientypen) am besten geeignet. So sind beispielsweise randomisierte kontrollierte Studien die beste Möglichkeit, um zuverlässige Evidenz über die Wirksamkeit von Behandlungsmaßnahmen zu bekommen. Randomisiert bedeutet, dass die Zuordnung zu einer Behandlungsgruppe (etwa Medikament A oder B) nach dem Zufallsprinzip erfolgt. Kontrolliert heißt die Studie, weil die Ergebnisse in der Studiengruppe mit denen der Kontrollgruppe verglichen werden. Dieser Studientyp stellt allerdings nicht für alle denkbaren Fragen die beste Form von Evidenz dar und liefert auch nicht für jede Art von Fragen die besten Antworten. So gibt es zum Beispiel so genannte epidemiologische Studien, die sehr geeignet sind, fundierte Belege für die Ausbreitung von Krankheiten in der Bevölkerung zu erbringen.

Exom-Sequenzierung Exom-Sequenzierung, kurz WES (Whole Exome Sequencing), ist eine Technik, mit der alle Bereiche im gesamten Genom erfasst werden, die für Proteine kodieren. Das Exom umfasst nur etwa ein bis zwei Prozent des gesamten Genoms und somit zirka 20.000 Gene. Im Bereich des Exoms sind zirka 85 Prozent der bekannten krankheitsverursachenden Mutationen zu finden.
Genom Das Genom ist die Gesamtheit des Erbguts. Es enthält Informationen für die Herstellung lebenswichtiger Zellbausteine (Proteine), die für die Aufrechterhaltung der Zellfunktion notwendig sind. Ein wichtiger Schritt in dem Prozess der Proteinherstellung ist das Ablesen und Kopieren dieser Informationen aus bestimmten Abschnitten im Erbgut, den Genen. Diese Aufgabe übernimmt das Enzym RNA-Polymerase II.
Genom-Editierung Die Genom-Editierung ist die Sammelbezeichnung für molekularbiologische Verfahren, mit denen gezielt Veränderungen in ganz bestimmten Abschnitten der DNA herbeigeführt werden. Gene können so an- oder ausgeschaltet, eingefügt oder entfernt werden. Die Genom-Editierung wird auch in der Tier- und Pflanzenzüchtung eingesetzt.
Gentherapie

Eine Gentherapie ist ein medizinisches Verfahren, bei dem gezielt das Erbgut (die DNA) von Zellen verändert wird, um Krankheiten zu behandeln oder zu verhindern. Die Idee ist, defekte Gene zu reparieren, zu ersetzen oder zu ergänzen. Das kann auf verschiedene Arten passieren: Ein gesundes Gen wird in die Zellen eingeschleust, um ein fehlerhaftes zu ersetzen, ein krankmachendes Gen wird gezielt ausgeschaltet oder Zellen werden so verändert, dass sie eine Krankheit besser bekämpfen können. Oft werden dafür harmlose Viren als „Transportmittel“ genutzt, um die neuen Gene in die Zellen zu bringen.  Gentherapien werden vor allem bei schweren oder bisher schwer behandelbaren Krankheiten erforscht oder angewendet, zum Beispiel bei bestimmten Erbkrankheiten (z. B. Mukoviszidose), Krebs, bestimmten Immunstörungen. Ein Beispiel ist die CAR-T-Zelltherapie, bei der Immunzellen genetisch verändert werden, um Krebszellen gezielt anzugreifen.

HannibaL HannibaL steht für Hannoversche integrierte, berufsorientierte und adaptive Lehre. Die klassische Trennung von Theorie und Praxis – Vorklinik und Klinik – gibt es in diesem 2005 an der MHH ins Leben gerufene Modellstudiengang nicht. Die Studierenden starten bereits im ersten Semester mit dem patientennahen Unterricht. Der Umgang mit Patientinnen und Patienten sowie die praktische ärztliche Tätigkeit stehen im Vordergrund. Außerdem ist das Studium wissenschaftlich und forschungsorientiert aufgebaut.
HBRS Die Hannover Biomedical Research School (HBRS) der MHH ist die interdisziplinäre Graduiertenschule für Ärzte (MD/PhD, MBBS, Dr. med.) und Lebenswissenschaftler (Biologie, Biotechnologie, Biochemie, Ingenieurwissenschaften, Veterinärmedizin usw.). Unter ihrem Dach werden internationale (MD)/PhD-Studiengänge angeboten wie „Molekulare Medizin“, „Infektionsbiologie“, „Regenerative Wissenschaften“, „Hörwissenschaften“, „Epidemiologie“ und „BIOMEDAS – Biomedizinische Datenwissenschaften“. Die Studierenden kommen aus mehr als 40 verschiedenen Ländern, unterrichtet wird in englischer Sprache.
Immunsystem Das Immunsystem, oft auch Abwehrsystem genannt, hat die Aufgabe, in den Körper eingedrungene Krankheitserreger sowie entartete Körperzellen (zum Beispiel Krebszellen) unschädlich zu machen. Das Immunsystem ist sehr komplex und noch nicht in allen Details verstanden. Es ist ein komplexes System, in dem verschiedene Organe, Zelltypen und Moleküle interagieren. Man unterscheidet zwei Komponenten: die zelluläre Immunabwehr (zum Beispiel „Fresszellen“ und „Killerzellen“) und die durch Moleküle (zum Beispiel „Antikörper“) vermittelte Immunabwehr.
Infektion Von einer Infektion spricht man in der Medizin, wenn sich eine Person mit einem Krankheitserreger angesteckt hat. Dieser Erreger kann zum Beispiel ein Bakterium, ein Virus, ein Pilz oder auch ein Wurm sein. Der Erreger vermehrt sich, breitet sich im Körper aus oder befällt nur ein bestimmtes Organ. Solange die Person noch keine Anzeichen einer Krankheit zeigt, sprechen Ärztinnen und Ärzte von einer asymptomatischen Infektion. Sobald der Körper auf die Erreger reagiert, was sich in Krankheitssymptomen bemerkbar macht, handelt es sich um eine symptomatische Infektion. Der Zeitraum vom ersten Befall des Körpers durch den Erreger bis zu den ersten Krankheitssymptomen heißt Inkubationszeit. Sie kann wenige Stunden oder Tage, aber auch viele Jahre dauern. Eine Infektion muss nicht in jedem Fall zum Ausbruch einer Krankheit führen.
Interleukine Interleukine sind eine Gruppe von Botenstoffen (Zytokine), die von körpereigenen Abwehrzellen (Leukozyten und Makrophagen) sezerniert werden und der Regulation des Immunsystems dienen. Ein Beispiel ist Interleukin-33. Dieser Botenstoff wird von Zellen freigesetzt, die Gefahren in ihrer Umgebung wahrnehmen. IL-33 kann positive Effekte haben, indem es T-Zellen aktiviert und die Produktion von Antikörpern anregt, aber es kann auch eine Entzündung der Lunge fördern.
iPS-Zellen iPS-Zellen (induzierte pluripotente Stammzellen) sind Körperzellen von Erwachsenen, die im Labor in einen stammzellartigen „Alleskönnerzustand“ zurückversetzt worden sind. Dies geschieht mit der innovativen Technik des „Re-Programmierens“. Aus iPS-Zellen kann jeder Zelltyp des menschlichen Körpers hervorgehen. Das heißt, diese Zellen können sich unbegrenzt vermehren und alle Zellen des Körpers bilden. iPS-Zellen können einzelnen Patientinnen und Patienten zugutekommen.
iPYRO-Methode Bei der iPYRO-Methode werden neuartige, künstlich erzeugte Immunzellen eingesetzt, um Verunreinigungen in Medikamenten aufzuspüren und die Sicherheit der Medikamente zu testen, die durch eine Injektion parenteral verabreicht werden – also alle Injektionslösungen, Infusionen sowie Impfstoffe. Die Methode wurde von Professor Dr. Nico Lachmann an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) entwickelt. Sie basiert auf menschlichen Zellen des Immunsystems, welche ohne Spenderin oder Spender im Labor hergestellt werden können. Dabei handelt es sich um Makrophagen (Fresszellen), die von so genannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) abstammen und in industrietauglichen Bioreaktoren gezüchtet werden.
Kohortenstudie Eine Kohortenstudie ist eine Studie, die anhand einer Kohorte durchgeführt wird. Eine Kohorte ist eine Gruppe von Personen, die über eine definierte Zeitspanne beobachtet wird, um zum Beispiel das Auftreten einer bestimmten Erkrankung festzustellen. Kohortenstudien können prospektiv (vorausschauend) oder retrospektiv (rückblickend) durchgeführt werden.
Lymphknoten Lymphknoten sind im Normalzustand wenige Millimeter groß und oval geformt. Sie gehören zum Immunsystem, liegen im Verlauf der Lymphbahnen und funktionieren wie Filterstationen. Sie fangen Krankheitserreger, Zelltrümmer und auch Krebszellen ab. Oft sind sie die erste Station, in der sich vom Ursprungstumor abgelöste Tumorzellen ansiedeln und zu Metastasen heranwachsen. Bei Entzündungen, Infektionen und auch bei Tumorbefall können Lymphknoten anschwellen und sich verhärten.
Meta-Analyse Eine Meta-Analyse ist ein wissenschaftliches Verfahren, bei dem die Ergebnisse vieler einzelner Studien zu einem Thema systematisch zusammengefasst und statistisch gemeinsam ausgewertet werden. Das Ziel ist, eine zuverlässigere und genauere Aussage zu bekommen als aus einer einzelnen Studie.
Metagenomik-Analyse Eine Metagenomik-Analyse ist eine Methode, mit der das gesamte genetische Material (DNA) aus einer Probe (zum Beispiel aus einer Stuhlprobe) untersucht wird, also alle darin enthaltenen Mikroorganismen. Das genetische Material wird extrahiert, sequenziert und analysiert. Man erhält dadurch einen Überblick, wie viele unterschiedliche Mikroben oder Viren in einer bestimmten Probe sind. Das ist zum Beispiel für die Untersuchung des Mikrobioms der Darmflora wichtig.
Metastasierung Metastasierung bedeutet, dass sich Zellen von einem bösartigen Tumor ablösen und auf Wanderschaft gehen: Die Tumorzellen werden über Blutgefäße oder Lymphbahnen im Körper weitergeleitet und siedeln sich dann an einem anderen Ort im Körper an. Dort vermehren sie sich und bilden eine Metastase, eine Tochtergeschwulst des ursprünglichen Tumors. Die Fähigkeit, auch an anderen Stellen des Körpers aufzutauchen, ist ein Kennzeichen bösartiger Tumoren, also von Krebs.
Methylierung Methylierung ist ein chemischer Prozess, bei dem eine Methylgruppe an ein Molekül angehängt wird. In der Biologie ist meist die DNA-Methylierung gemeint. Dabei wird eine Methylgruppe an die DNA gebunden, wodurch die Aktivität von Genen beeinflusst wird. In der Regel führt dies dazu, dass Gene weniger aktiv sind, ohne dass sich die DNA-Sequenz verändert. Dieser Mechanismus gehört zur Epigenetik. Über die Methylierung können zum Beispiel auch Tumorsupressorgene (Tumorunterdrückungsgene) inaktiviert werden, was das Risiko für Krebs erhöhen kann.
Multi-Omics Multi-Omics bezeichnet einen Forschungsansatz, bei dem mehrere „Omics“-Ebenen in einer Zelle oder in einem Organismus gleichzeitig untersucht und miteinander kombiniert werden, um biologische Systeme umfassender zu verstehen. Beispielsweise beschreibt der Begriff Genomik die gesamte DNA, einschließlich der Gene. Transkriptomik umfasst alle RNA-Moleküle, was die aktuelle Aktivität des Genoms widerspiegelt, Proteomik bezeichnet die Gesamtheit der Proteine und Metabolomik steht für alle Stoffwechselprodukte. Bei der Untersuchung kommen verschiedene molekularbiologische Methoden zum Einsatz.
Das übergeordnete Ziel ist, die Biomoleküle und molekularen Prozesse zu identifizieren, zu beschreiben und zu quantifizieren, die zur Form und Funktion von Zellen und Geweben beitragen. Dies ist wichtig, um komplexe Krankheiten wie Krebs besser zu verstehen, Diagnosen zu verbessern, Prognosen zuverlässiger einzuschätzen, Therapien gezielter auszuwählen und biologische Prozesse im Detail erforschen zu können.
MicroRNA MicroRNA (miRNA) sind kleine RNA-Moleküle, die eine wichtige Rolle bei der Genregulation spielen. Genregulation stellt sicher, dass in jedem Zelltyp nur der jeweils passende Satz von Genen aktiv ist. Denn jede unserer Körperzellen enthält die gleichen Erbanlagen. Dennoch haben verschiedene Zelltypen, wie Muskel- und Nervenzellen, sehr unterschiedliche Eigenschaften. Dafür sorgen Mechanismen der Genregulation, die es jeder Zelle ermöglichen, bloß die für sie relevanten genetischen Anweisungen zu befolgen. MikroRNAs können auch auf Signale wie Wachstum, Hormone oder Entzündungen reagieren. Dadurch passt sich die Genaktivität dynamisch an Veränderungen im Körper oder in der Umgebung an. Läuft die Genregulation aus dem Ruder, kann das zu schweren Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Autoimmunität führen. Das menschliche Genom enthält die Baupläne für mehr als 1.000 verschiedene microRNAs. 
Neoplasie Neoplasie bezeichnet die Neubildung von Körpergewebe. Wenn diese Vermehrung im Rahmen einer Fehlregulation des Zellwachstums erfolgt, kann daraus ein Tumor entstehen.
Next-Generation-Sequencing Next-Generation-Sequencing (Hochdurchsatzsequenzierung) ist ein modernes Verfahren, mit dem genetische Informationen schnell und detailliert entschlüsselt werden können. Während DNA früher meist Stück für Stück analysiert wurde (Sanger-Sequenzierung), ermöglicht NGS die gleichzeitige Untersuchung von Millionen DNA-Fragmenten, wodurch große Datenmengen deutlich schneller gewonnen werden können. Ein komplettes, menschliches Genom kann innerhalb eines Tages sequenziert werden.
Beim NGS wird die DNA in viele kleine Fragmente geschnitten, die parallel sequenziert werden. Dabei wird die genaue Abfolge der Nukleotide bestimmt. Anschließend setzen Computer die zahlreichen kurzen Sequenzen wieder zusammen, um ein vollständiges Bild des genetischen Materials zu erhalten. NGS ist damit ein schnelles, paralleles Verfahren zur Analyse von DNA und RNA, das umfangreiche Daten für Forschung, Diagnostik und personalisierte Medizin liefert.
Natürliche Killer-Zellen Natürliche Killer-Zellen (NK-Zellen) sind eine spezielle Form der weißen Blutkörperchen, die eine entscheidende Rolle im angeborenen Immunsystem spielen. Sie können virusinfizierte und tumoröse Zellen erkennen und abtöten. Im Gegensatz zu T-Zellen können sie sich gegen einen Tumor richten, ohne vorher eine antigenspezifische Aktivierung zu benötigen. Sie reagieren somit auf veränderte Zellen, die der Erkennung durch T-Lymphozyten entgangen sind. Aufgrund dieser Eigenschaft gelten NK-Zellen als vielversprechendes Instrument für die Behandlung solider Tumoren. Bisher stehen NK-Zell-basierte Therapien jedoch noch nicht zur Verfügung, obwohl derzeit mehrere klinische Studien durchgeführt werden.
OSCE OSCE (Objective Structured Clinical Examination) ist eine mündlich-praktische Prüfungsform im Rahmen des Medizinstudiums. Sie beurteilt auf objektive und standardisierte Weise unterschiedliche Aspekte des ärztlichen Handelns und Denkens. Im Mittelpunkt dieser Prüfung stehen klinisch-praktische Fertigkeiten und kommunikative Fähigkeiten sowie die Umwandlung von theoretischem Wissen in die Praxis. Sie findet am Ende des zweiten Studienjahres im Modul „Diagnostische Methoden“ statt.
PCR PCR (Polymerase-Kettenreaktion) ist eine molekularbiologische Methode, mit der sehr kleine Mengen von DNA oder RNA nachgewiesen werden können. In der Praxis wird er häufig verwendet, um Viren wie SARS-CoV-2 nachzuweisen.
Praktisches Jahr (PJ) Das Praktische Jahr (PJ) absolvieren alle Studierenden nach Bestehen des 2. Abschnitts der ärztlichen Prüfung im 6. Jahr Ihres Medizinstudiums. Die Vergabe erfolgt über das PJ-Portal. Zuständig für alle Studierenden, die an einer deutschen Universität immatrikuliert sind und ein PJ an der MHH machen möchten, ist das PJ-Büro.
Präklinische Studie Eine präklinische Studie ist die Phase der Forschung, in der ein neues Medikament, eine Therapie oder ein medizinisches Verfahren vor der Anwendung am Menschen getestet wird. Ziel ist es, Sicherheit, Verträglichkeit und erste Wirksamkeit zu prüfen.
Proliferation Proliferation bedeutet in der Biologie und Medizin einfach Zellteilung und -vermehrung. Es beschreibt also den Prozess, bei dem Zellen wachsen und sich in neue Zellen aufteilen, um ihre Zahl zu erhöhen. Proliferation ist wichtig für Wachstum, Gewebeerneuerung und Heilung nach Verletzungen. Im Immunsystem teilen sich zum Beispiel bestimmte Immunzellen wie T-Zellen oder NK-Zellen stark, wenn sie auf Krankheitserreger oder Tumorzellen reagieren. Unkontrollierte Zellteilung kann zu Tumoren oder Krebs führen.
Retrospektive Studie Eine retrospektive Studie ist eine Art wissenschaftliche Untersuchung, bei der Forschende bereits vorhandene Daten aus der Vergangenheit analysieren, um Zusammenhänge oder Muster zu erkennen. Zum Beispiel wird rückblickend nach Risikofaktoren für die Erkrankung gesucht.
Review Ein wissenschaftliches Review ist eine Übersichtsarbeit, die den aktuellen Stand der Forschung zu einem bestimmten Thema zusammenfasst und bewertet. Anders als eine Originalstudie liefert ein Review keine neuen Experimente, sondern fasst die Ergebnisse vieler bereits veröffentlichter Studien zusammen. Es geht beispielsweise darum, sich einen Überblick zu verschaffen, Trends zu erkennen und Wissenslücken aufzeigen.
Ribonukleinsäure Ribonukleinsäure (RNA) ist ein Molekül, das in allen Lebewesen vorkommt und eine zentrale Rolle bei der Vererbung, Proteinproduktion und Genregulation spielt. Man kann RNA als eine Art Arbeitskopie der DNA verstehen. Sie enthält die genetischen Informationen, die für die Herstellung von Proteinen benötigt werden. RNA besteht aus einem Zucker (Ribose), Phosphatgruppen und vier Basen: Adenin (A), Uracil (U), Cytosin (C) und Guanin (G). Im Unterschied zur DNA enthält RNA Uracil statt Thymin. Es gibt verschiedene Typen von RNA, darunter: Messenger-RNA (mRNA): Trägt die Baupläne für Proteine von der DNA im Zellkern zu den Ribosomen im Zytoplasma. Dort wird der Bauplan abgelesen und das entsprechende Protein hergestellt. Transfer-RNA (tRNA): Bringt während der Proteinproduktion die richtigen Aminosäuren zu den Ribosomen. Mikro-RNA (miRNA): Kurze, einzelsträngige RNA-Moleküle, die die Aktivität bestimmter Gene regulieren. Nicht-kodierende RNA (ncRNA): Enthält keine Informationen für Proteine, steuert aber andere RNA-Moleküle und übernimmt vielfältige Regulationsfunktionen in der Zelle.
SkillsLAB Das SkillsLAB der MHH ist ein Übungsgebiet auf einer Fläche von 700 Quadratmetern. Es bietet Raum für curriculare Lehrmodule, Prüfungen, Fortbildungen, Tutorials, Gruppenarbeiten und vieles mehr. Für Studierende besteht dabei die Möglichkeit, sowohl unter Anleitung praktische Fähigkeiten und Fertigkeiten in unterschiedlichen Tutorials zu erlernen als auch eigenständig einzeln oder gemeinsam in Lerngruppen zu üben.
StrucMed

StrucMed steht für das Strukturierte Doktorand:innenprogramm für Medizinstudierende (Dr. med/Dr. med. dent.). Es richtet sich an motivierte Studierende (vorzugsweise ab dem dritten Studienjahr), die ihr Studium komplett für ein Jahr unterbrechen, um eine experimentelle Doktorarbeit in ausgewählten Arbeitsgruppen und Partnerinstituten der Hochschule durchzuführen. Ziel ist es, nach Möglichkeit publizierbare Ergebnisse zu produzieren. Es gehört zur Graduiertenschule Hannover Biomedical Research School (HBRS).
Darüber hinaus gibt es das KlinStrucMed-Programm für besonders anspruchsvolle klinische Doktorarbeiten und das Else Kröner-Promotionskolleg „Digitalisierung in der Medizin“ (DigiStrucMed). Es wird in Kooperation zwischen der MHH und dem Peter L. Reichertz Institut (PLRI) der TU Braunschweig, dem Forschungsinstitut L3S der Leibniz Universität Hannover sowie der Hochschule Hannover durchgeführt. Das Programm ermöglicht es Studierenden der Medizin (Promovierende) und der Informatik (Masterstudierende im Rahmen ihrer Abschlussarbeit), gemeinsam Forschungsarbeiten im Themengebiet „Digitale Transformation in der Medizin“ durchzuführen.

Telomer

Ein Telomer ist ein spezieller Abschnitt am Ende eines Chromosoms, der aus sich wiederholenden DNA-Sequenzen besteht. Telomere sind Schutzkappen der Erbinformation (Gene). Ohne diese Schutzbereiche würden wichtige DNA-Abschnitte nach und nach verloren gehen. Jedes Mal, wenn sich eine Zelle teilt, werden die Telomere ein Stück kürzer. Menschen mit längeren Telomeren leben tendenziell länger und haben ein geringeres Risiko für altersbedingte Krankheiten als Menschen mit kürzeren Telomeren.

Telomerase Telomerase ist ein Enzym, das eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Telomere spielt, den „Schutzkappen“ an den Enden unserer DNA-Stränge. Jedes Mal, wenn sich unsere Zellen teilen, verkürzen sich die Telomere. Telomerase wirkt diesem Prozess entgegen, indem sie neue DNA an das Ende des Telomers anfügt und es so verlängert. Dadurch behält die Zelle ihre Teilungsfähigkeit und altert nicht. Daher ist die Telomerase auch bekannt als „Unsterblichkeitsenzym“ und Gegenstand der Anti-Aging-Forschung. Bei Erwachsenen ist dieses Enzym normalerweise abgeschaltet. Nur in bestimmten Zelltypen wie etwa Blutstammzellen ist die Telomerase noch aktiv.
Totimpfstoffe Totimpfstoffe sind Impfstoffe, die im Gegensatz zu Lebendimpfstoffen, die stark abgeschwächten Erreger erhalten, abgetötete (inaktivierte) Krankheitserreger (Viren oder Bakterien) oder deren Bestandteile enthalten. Derartige Impfstoffe können sich nicht mehr vermehren und keine Krankheit mehr auslösen. Sie regen den Körper aber dennoch an, einen Schutz gegen eine Infektion mit dem jeweiligen Erreger aufzubauen. Das Immunsystem erkennt diese Bestandteile als „fremd“ und bildet Antiköper und Gedächtniszellen. Die meisten üblichen Impfungen werden inzwischen mit Totimpfstoffen durchgeführt. Sie werden zum Beispiel verwendet gegen Hepatitis B, Influenza (einige Varianten) und Tetanus.
Transkriptom-Analysen Transkriptom-Analysen sind Methoden, mit denen man untersucht, welche Gene in welchen Zellen gerade wie aktiv sind und wie stark sie genutzt werden – also welche Abschnitte der DNA in RNA „abgelesen“ werden. Das Transkriptom umfasst alle RNA-Moleküle einer Zelle zu einem bestimmten Zeitpunkt. Transkriptom-Analysen helfen zu verstehen, wie Zellen auf Umweltreize reagieren, zwischen gesunden und kranken Zellen (zum Beispiel bei Krebs) zu unterscheiden oder die Wirkung von Medikamenten zu verfolgen.
T-Zellen T-Zellen sind Immunzellen, die eine zentrale Rolle bei der erworbenen Immunantwort spielen. Sie gehören zu den weißen Blutkörperchen und helfen dem Körper, gezielt Krankheitserreger zu bekämpfen. Sie erkennen die körperfremden Strukturen an bestimmten Merkmalen, den Antigenen. Es gibt verschiedene Typen mit unterschiedlichen Funktionen: T-Helferzellen steuern die Immunabwehr, indem sie andere Immunzellen aktivieren.  Sie regen über Botenstoffe die B-Zellen zur Bildung von maßgeschneiderten Antikörpern an. Diese binden an die Antigene des Virus und leiten damit dessen Ende ein. Zytotoxische T-Zellen töten gezielt infizierte oder entartete Zellen, zum Beispiel bei Virusinfektion oder Krebs. Regulatorische T-Zellen bremsen die Immunreaktion, damit sie nicht zu stark wird. Dies ist wichtig zur Vermeidung von Autoimmunreaktionen. Gedächtnis-T-Zellen merken sich Erreger und sorgen für eine schnellere Reaktion bei erneutem Kontakt.
Der Name „T-Zellen“ kommt vom Thymus, einem Organ, in dem diese Zellen reifen und „ausgebildet“ werden.
Wearable Ein Wearable bezeichnet in der Forschung ein tragbares elektronisches Gerät, das direkt am Körper getragen wird und Daten sammelt. Ein Wearable ist zum Beispiel eine Smartwatch, ein Fitness-Tracker oder spezielle Sensoren in Kleidung oder Pflastern. Diese Geräte messen kontinuierlich körperliche oder umweltbezogene Daten. Forschende im Bereich des Ubiquitous Computing (auch „allgegenwärtige Informatik“) beschäftigen sich damit, Computertechnik so in unsere Umwelt zu integrieren, dass sie möglichst unauffällig, nahtlos und jederzeit verfügbar ist.
Zelle Eine Zelle ist der kleinste Baustein eines Lebewesens. Eine Zelle ist ein System, das einen eigenen Stoffwechsel hat, mit seiner Umgebung im Stoffwechselaustausch steht, sich vermehren und auf Reize reagieren kann. Eine Zelle wird von einer Zellmembran umgeben und besteht aus einem Zellkern und einem Zellleib mit Zellorganen. Die Gesamtzahl der Zellen eines erwachsenen Menschen wird auf rund 10 bis 100 Billionen geschätzt.
Zellkommunikation

Unser Körper besteht aus 100 Billionen Zellen, die miteinander kommunizieren, Signale aus der Außenwelt empfangen und darauf reagieren. Eine zentrale Rolle in diesem Kommunikationsnetz spielen Empfänger-Proteine, die in der Zellmembran verankert sind – sogenannte Rezeptoren. Dort empfangen sie Signale und leiten sie ins Zellinnere weiter, wo die Reaktion der Zelle ausgelöst wird. Beim Menschen stellen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPC-Rezeptoren) mit rund 700 verschiedenen Typen die größte Gruppe dieser Empfängermoleküle. Solche Rezeptoren können auch Signale produzieren, obwohl ein äußerer Stimulus fehlt: Es reicht bei manchen Rezeptoren offenbar aus, wenn viele von ihnen an der Zelloberfläche eng zusammenrücken.

Zelltherapie Eine Zelltherapie ist eine medizinische Behandlung, bei der lebende Zellen in den Körper eingebracht oder dort verändert werden, um Krankheiten zu heilen oder zu lindern. Man nutzt die Zellen als „Werkzeug“, die im Körper eine bestimmte Aufgabe übernehmen, zum Beispiel beschädigtes Gewebe ersetzen, das Immunsystem stärken oder krankhafte Prozesse bekämpfen. Zelltherapien gibt es in der Krebsbehandlung, bei Bluterkrankungen und in der regenerativen Medizin.
Zytokine Zytokine sind Teil der Immunabwehr. Diese Gruppe aus Peptiden und Proteinen wirkt als Botenstoffe, über welche die Immunzellen miteinander kommunizieren. In dieser Funktion können Zytokine Immunantworten anregen oder hemmen. So steuern und koordinieren sie die Abwehr von Krankheitserregern. Zytokine werden bei einer Reaktion des Immunsystems gebildet und docken an spezielle Rezeptoren der verschiedenen Zellen des Immunsystems an, um die notwendige Aktivierung der Zielzellen zu erreichen. Zu den Zytokinen zählen Interleukine, Interferone, Tumornekrosefaktoren und weitere Polypeptide oder Proteine. Zytokine können auf die Zelle wirken, die sie produziert hat, auf benachbarte Zellen oder auch auf weit entfernte Zellen.