Veranstaltungen

Institut für Ethik, Geschichte und Philosophie der Medizin

 

Hier sehen finden Sie Informationen zu den aktuellen Veranstaltungen unseres Instituts. Einen Überblick über vergangene Veranstaltungen unseres Instituts finden Sie hier.

 

Juni 2021 – Online-Vortragsreihe:

Kognition

aus der Reihe „Philosophie und Medizin“:

 

Veranstalter:

AStA der MHH
Institut für Ethik, Geschichte und Philosophie der MHH

 

Mit der kommenden Reihe „Philosophie und Medizin“ werden wir die verschiedenen Spannungsfelder der Kognition beleuchten. Angefangen bei der Frage welche Kognition andere Tiere (1. Juni) als der Mensch haben, nähern wir uns in der zweiten Veranstaltung dann den Kognitionsstörungen des Menschen (8. Juni), um anhand dieser zu verstehen, wie das menschliche Gehirn arbeitet. In der dritten Veranstaltung werden wir die aktuellen neurowissenschaftlichen Erkenntnisse des „biologischen Computers“ in unserem Kopf einer philosophischen Kritik des auf das Gehirn zentrierten Konzeptes der Kognition unterziehen (15. Juni). Zum Abschluss werden gemeinsam die Fragen der Entwicklung künstlicher Kognition und ob Maschinen eigentlich Empathie zeigen können, diskutiert (22. Juni).
Die Veranstaltungen eröffnen jeweils zwei sich ergänzende oder konträre Impulsvorträge von Referent:innen aus naturwissenschaftlichen und philosophischen Disziplinen. Danach wollen wir auch im digitalen Raum mit euch in eine spannende Diskussion finden und uns euren Fragen, wenn auch wahrscheinlich nicht allen, mit einer Antwort annähern.

 

Termine (Details s. weiter unten):

  • 1. Juni 2021: Tierkognition
     Vortragsfolien: Prof. Ingensiep, Prof. Fischer
  • 8. Juni 2021: Neurokognition – Formale und inhaltliche Denkstörungen
  • 15. Juni 2021: Liegt der Schlüssel zum Verständnis der Kognition in unseren Köpfen?
  • 22. Juni 2021: Kognition und Empathie im Mensch-Maschine-Verhältnis

 

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1.6.2021 | Aus der Reihe „Philosophie und Medizin“:

Tierkognition

(Online-Veranstaltung)

 

Veranstalter:
AStA der MHH
Institut für Ethik, Geschichte und Philosophie der MHH

Termin:
1. Juni 2021, 18:00 Uhr
Online via MS-Teams

Downloads:

 

Kognition ist, je nach Disziplin, ein recht weitgefasster Begriff. Darunter gezählt werden beispielsweise das Wahrnehmen, Lernen oder Problemlösen, aber auch das Haben von Einstellungen und Überzeugungen – kurz: in irgendeiner Weise scheint es um etwas zu gehen, das mit „Denken“ zu tun hat.

Dass wir Menschen denken oder denken können, betrachten wir selber naturgemäß als gegebenes Faktum. Bei nichtmenschlichen Tieren werden wir aber erst einmal stutzig. Zwar sprechen wir ihnen, insgesamt betrachtet, in der Regel nicht jegliche kognitiven Fähigkeiten ab. Aber können sie mehr oder weniger das, was wir auch können, nur vielleicht, je nach Tierart, etwas schlechter – oder einfach anders? Und wenn ja, was bedeutet das für unseren Umgang mit Tieren angesichts des Umstandes, dass wir ethische Kriterien nicht selten (auch) an kognitiven Fähigkeiten festmachen? Dürfen wir beispielsweise in der medizinischen Forschung Tierversuche durchführen, wenn die Unterschiede in der Kognition am Ende gar nicht derart groß ausfallen?

Für das Thema der Tierkognition – und was daraus für unseren Umgang mit Tieren folgt – konnte die Vorlesungsreihe „Philosophie und Medizin“ zwei namhafte Expert*innen für einen Online-Vortrag gewinnen: Herr Prof. Dr. Hans Werner Ingensiep, Dipl. biol. (Universität Duisburg-Essen) wird sich (tier-)philosophisch den Fragen rund um das „Denken“ von Tieren annähern, Frau Prof.‘in Dr. Julia Fischer (Deutsches Primatenzentrum Göttingen) dagegen aus der Sicht der naturwissenschaftlichen kognitiven Ethologie. Anschließend werden beide Expert*innen miteinander und mit dem Publikum über die aufgeworfenen Fragen diskutieren – und damit auch veranschaulichen, wie wir Menschen über das tierische Denken denken.

 

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8.6.2021 | Aus der Reihe „Philosophie und Medizin“:

Neurokognition – Formale und inhaltliche Denkstörungen

(Online-Veranstaltung)

 

Veranstalter:
AStA der MHH
Institut für Ethik, Geschichte und Philosophie der MHH

Termin:
8. Juni 2021, 18:00 Uhr
Online via MS-Teams – Hier teilnehmen!

 

In der zweiten Veranstaltung der Reihe „Kognition – Philosophie und Medizin“, wird die menschliche Kognition in den Mittelpunkt gerückt. Denken, Verstehen, Erinnern… als „intelligente“ Verarbeitungsprozesse unseres Gehirns laufen ganz selbstverständlich ab. Wir wollen uns diesen Fähigkeiten von der gestörten Funktion aus nähern. Was lernen wir über Kognition anhand krankheitsbedingter Störungen und den möglichen Therapieansätzen? Was passiert, wenn Kognition zur Herausforderung wird? Was passiert, wenn das subjektiv Erlebte sich von der Realität entfernt?

Die Neuropsychiatrie als Wissenschaft befasst sich mit eben diesem Phänomen und verbindet Kognition und Psychopathologie. In zwei spannenden Kurzvorträgen werden Herr Prof. Dr. rer. nat. Gregor R. Szycik von der MHH und Frau Dr. phil. Ruth Veckenstedt vom UKE zur Diagnostik und Therapie im Zusammenhang mit formalen und inhaltlichen Denkstörungen referieren.

Prof. Dr. rer. nat. Gregor R. Szycik ist Psychologischer Psychotherapeut, VT, TP, Gruppenpsychotherapeut und Supervisor. Er absolvierte sein Psychologiestudium an der Otto-von-Guericke-Universität (OvGU) in Magdeburg, promovierte im Bereich der Neurowissenschaften an der OvGU und hat seine Habilitation für Psychotherapie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Klinisch ist er hier bei uns an der MHH tätig und derzeit Leiter des Forschungslabors „Kognitive Neuropsychiatrie“ . Darüber hinaus ist er Leiter staatlich anerkannter Ausbildungsstätten für Psychotherapie an der MHH und psychotherapeutischer Ausbildungsambulanzen für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Verhaltenstherapie. Daneben ist er als Forensischer Sachverständiger für Strafrecht und Strafvollstreckungsrecht (PKN) tätig.

Dr. phil. Ruth Veckenstedt ist Psychologische Psychotherapeutin und VT an der Universität Hamburg. Ihre Psychotherapieausbildung machte sie bei der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) in Hamburg und promovierte an der Universität Hamburg zu „Kognitiven Verzerrungen bei Schizophrenie“. Aktuell ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe Klinische Neuropsychologie an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und als Dozentin an verschiedenen Ausbildungsinstituten u.a. an der MHH tätig.

 

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15.6.2021 | Aus der Reihe „Philosophie und Medizin“:

Liegt der Schlüssel zum Verständnis der Kognition in unseren Köpfen?

(Online-Veranstaltung)

 

Veranstalter:
AStA der MHH
Institut für Ethik, Geschichte und Philosophie der MHH

Termin:
15. Juni 2021, 18:00 Uhr
Online via MS-Teams – Hier teilnehmen!

 

Vorträge:

Neuronale Netzwerke: von künstlicher und natürlicher Intelligenz

Moritz Helmstaedter ist wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und Direktor am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main. Geboren 1978 in Berlin, führte ihn die akademische Ausbildung nach Heidelberg, wo er Medizin und Physik studierte und bei Nobelpreisträger Bert Sakmann promovierte.

Vor 50 Jahren wurden die heutigen Methoden der KI von der Neurowissenschaft inspiriert – und die Frage ist naheliegend, ob es aus der Hirnforschung erneut Inspirationen für eine nächste Generation der KI geben kann. Unsere Gehirne sind schließlich unübertroffen in ihrer Energieeffizienz und Lernfähigkeit. Mithilfe neuester Methoden der Netzwerkanalyse im Gehirn
(„Connectomics“) sollen die Besonderheiten des biologischen Computers in unseren Köpfen bestimmt, Lernregeln verstanden und mögliche Veränderungen im Kontext von Erkrankungen beschrieben werden.
 

Situierte Kognition

Tobias Schlicht hält die Lichtenberg-Professur für Philosophie des Bewusstseins und der Kognition an Ruhr-Universität seit 2014. Seine Schwerpunktgebiete sind neben der Philosophie des Geistes, Kognitionswissenschaften, die Philosophie Kants und Analytische Philosophie. Er studierte Philosophie, Deutsche Literatur und Germanistik sowie Geschichte in Köln. Zu dem Thema Situierte Kognition forscht Tobias Schlicht schon sehr lang. Auch aktuelle Entwicklungen, wie die Frage „Why do people believe weird things?“ nimmt er in einem aktuellen Forschungsprojekt in den Blick.
Er wird Überlegungen zu dem Begriff der Kognition und dessen Probleme mit einem Konzept gegen die auf das Gehirn konzentrierte Sichtweise in seinem Vortrag diskutieren.

 

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22.6.2021 | Aus der Reihe „Philosophie und Medizin“:

Kognition und Empathie im Mensch-Maschine-Verhältnis

(Online-Veranstaltung)

 

Veranstalter:
AStA der MHH
Institut für Ethik, Geschichte und Philosophie der MHH

Termin:
22. Juni 2021, 18:00 Uhr
Online via MS-Teams – Hier teilnehmen!

 

Der Begriff der Kognition wird vielfältig gefasst – zumeist jedoch sind die höheren Hirnleistungen des Menschen der Bezugspunkt von Definitionen und deren Operationalisierungen. Zugleich ist aber bekannt, dass Maschinen dem Menschen in einigen Funktionen überlegen sind, die in enger Verbindung zu zentralen Aspekten der menschlichen Kognition (z.B. Erinnerung, Lernen und Aufmerksamkeit) stehen. Bereits in den 1950er Jahren wurden in „MABA-MABA-Listen“ („Men are better at“; „Machines are better at“) Vergleiche zwischen den kognitiven bzw. rechnerischen Leistungen von Menschen und Maschinen angestellt. Durch die Entwicklung von Methoden der modernen Datenwissenschaften hat sich die Leistungsfähigkeit von Maschinen seitdem noch deutlich gesteigert. Nicht nur einfache Verfahren der Datenspeicherung und -verarbeitung, sondern auch hochkomplexe Aufgaben (etwa in der klinischen Entscheidungsfindung oder in der Psychotherapie) können zunehmend durch Maschinen unterstützt werden. Damit dringen maschinelle Verfahren in Bereiche vor, in denen nicht nur kognitive Funktionen, sondern auch Aspekte von Emotionalität und Empathie eine entscheidende Rolle spielen.

Was ergibt sich aus der Zunahme technischer Möglichkeiten für unser Verhältnis zu hochentwickelten Maschinen? Haben wir zum Beispiel Robotern gegenüber moralische Pflichten? Und können wir sie in gewisser Hinsicht für ihr Verhalten verantwortlich machen? Welche Risiken und Chancen des Einsatzes von Robotern können für konkrete Anwendungsfelder (z.B. in der Medizin) antizipiert werden?

Für das Thema „Kognition und Empathie im Mensch-Maschine-Verhältnis“ konnte die Vorlesungsreihe „Philosophie und Medizin“ zwei namhafte Expert*innen gewinnen: Frau Prof. Dr. Catrin Misselhorn (Georg-August-Universität Göttingen) wird sich philosophisch Fragen der Emotionen im Hinblick auf Roboter zuwenden. Sebastian Schleidgen (FernUniversität in Hagen) wird als Medizinethiker den Blick lenken auf ethische Aspekte der Mensch-Maschine-Interaktion in medizinischen Anwendungsfeldern. Anschließend werden beide Expert*innen miteinander und mit dem Publikum über die aufgeworfenen Fragen diskutieren.