TÜV NORD für das Qualitätsmanagementsystem
Die gesamte MHH ist zertifiziert nach den Anforderungen der DIN EN ISO 9001:2015.
Als eine der führenden universitären Einrichtungen Norddeutschlands besitzen wir eine Vorreiterrolle in der Krankenversorgung. Neben einer modernen und zukunftsorientierten Ausstattung, ist es unser Bestreben unsere Patienten auf qualitativ hohem Niveau leitliniengetreu zu behandeln.
Dazu gehören auch entsprechende Qualitätssicherungsmaßnahmen, die auch innerhalb der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie der Abteilung für Neonatologie bereits erfolgreich umgesetzt werden. So sind beides erfolgreich zertifizierte Kliniken gemäß DIN EN ISO 9001:2015.
periZert® für die spezialisierte Versorgung
Im Perinatalzentrum Medizinische Hochschule Hannover werden jährlich rund 2700 Kinder geboren. Über 500 Kinder werden zu früh geboren oder benötigen nach einer Risikogeburt eine intensive ärztliche und pflegerische Betreuung, darunter rund 100 Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 1.500 Gramm sowie zahlreiche Neugeborene mit Fehlbildungen aller Art. Dass im Zusammenspiel aus Pränatalmedizin, Geburtshilfe und Neonatologie der MHH höchste Qualitätsstandards der höhstmöglichen Versorgungsstufe (Level-1) gelten, wurde dem Perinatalzentrum nun offiziell von der unabhängigen Zertifizierungsgesellschaft periZert® bestätigt.
Hierbei prüften die Auditoren neben den räumlichen, technischen und personellen Anforderungen den gesamten Behandlungsablauf im Zentrum: Von der Pränataldiagnostik über die Begleitung bei der Geburt, die neonatologische Versorgung bis hin zur Nachsorge der Patienten. Die MHH kann somit vorweisen, dass Entbindungsstation, Kinderchirurgie und Neugeborenen-Intensivstation miteinander verbunden sind, ständig ein Neugeborenen-Notarzt vor Ort ist und es viele diagnostische und therapeutische Möglichkeiten gibt. Genauso wichtig ist die professionelle Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen. „Dafür hat uns der Auditor ausdrücklich gelobt“, sagt Professorin Dr. Bettina Bohnhorst. Die Zusammenarbeit klappe auf allen Ebenen hervorragend, zwischen den Oberärzten der Fachbereiche genauso gut wie zwischen der Ärzteschaft und den Pflegekräften sowie den Hebammen.
Die Auszeichnung ist die einzige fachspezifische Zertifizierung, die von den Fachverbänden wie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) und der Deutschen Gesellschaft für Pränatal- und Geburtsmedizin (DGPGM) gemeinsam unterstützt wird. Eltern erhalten so den Nachweis über strukturierte Behandlungsabläufe bei einem hohen Grad der Spezialisierung auf Früh- und Risikogeburten, insbesondere an der Schnittstelle zwischen der Geburtshilfe und der neonatologischen Intensivmedizin.
Das Perinatalzentrum Level 1 der MHH wurde 2016 erstmals und danach folgend alle 3 Jahre erfolgreich nach periZert® zertifiziert. Damit ist es deutschlandweit von mehr als 150 Perinatalzentren das neunte, das sich diesem Qualifikationsprozess unterzogen hat. Die MHH ist das zweitgrößte Level-1-Perinatalzentrum in Niedersachsen. Im Jahr 2025 wird die Zertifizierung nach periZert® erneut absolviert.
Peer Review der Ärztekammer Niedersachsen
Das Perinatalzentrum der MHH hat außerdem im Jahr 2017 im Rahmen eines Pilotprojektes an einem Peer Review Verfahren der Ärztekammer teilgenommen.
Qualitätssicherung
Behandlungsergebnisse am Perinatalzentrum der Medizinischen Hochschule Hannover
Selbstverständlich nehmen sowohl die Abteilung Geburtshilfe als auch die Abteilung Neonatologie am externen Qualitätssicherungsverfahren (Perinatalerhebung) teil. Somit wird gewährleistet, Ihnen die bestmögliche Behandlung anbieten zu können. Unsere Behandlungsergebnisse werden regelmäßig evaluiert.
Unsere aktuellen Qualitätsdaten für das Erfassungsjahr 2024 belegen einen sehr hohen Versorgungsstandard in der Geburtshilfe:
- Schnelligkeit und Schutz bei Kaiserschnitten: Bei Notfallkaiserschnitten wurde die kritische Zeitspanne von 20 Minuten bis zur Entwicklung des Kindes ausnahmslos eingehalten (0 % Überschreitung). Zudem erhielten über 99 % der Mütter bei einem Kaiserschnitt rechtzeitig ein schützendes Antibiotikum zur Infektionsvermeidung.
- Unsere Rate an Kaiserschnittgeburten liegt – unter Berücksichtigung der individuellen medizinischen Risiken der Schwangeren – deutlich unter dem geforderten Grenzwert und mit 0,94 ist unsere beobachtete Anzahl sogar 6 % kleiner als zu erwarten gewesen ist.
- Bestmögliche Betreuung von Frühgeborenen: Bei fast 97 % aller Frühgeburten war sofort ein spezialisierter Kinderarzt im Kreißsaal anwesend. Die Rate an Sauerstoffmangel-Ereignissen bei Frühgeborenen lag bei uns weit innerhalb des sicheren Referenzbereichs.
- Sicheres Behandlungsergebnis: Der allgemeine Gesundheitszustand der Neugeborenen nach der Geburt (gemessen am „Qualitätsindex zum kritischen Outcome“) bescheinigt unserer Klinik eine sehr hohe Sicherheit. Die Müttersterblichkeit lag bei 0 %.
Diese Ergebnisse zeigen, dass Sie und Ihr Kind bei uns in den besten Händen sind.
Gemäß eines GBA-Beschlusses vom 19.02.2009 sind alle Perinatalzentren verpflichtet, Daten zu den Behandlungsergebnissen von Frühgeborenen mit einem sehr niedrigen Geburtsgewicht (<1500 g) zu veröffentlichen. Seit 2014 erfolgt die Veröffentlichung dieser Daten zentral auf www.perinatalzentren.org.
Im Perinatalzentrum der MHH werden Hochrisikoschwangere, die teilweise vorgeburtlich aus anderen Kliniken in Niedersachsen in die MHH verlegt worden sind, betreut und entbunden. Dies führt dazu, dass eine Vielzahl von sehr unreifen Frühgeborenen, Mehrlingen und von Früh- und Neugeborenen mit zum Teil sehr komplexen angeborenen Fehlbildungen im Perinatalzentrum der MHH behandelt werden.
Weiterhin werden dem Perinatalzentrum der MHH als Zentrum der Maximalversorgung mit der Möglichkeit einer kinderchirurgischen, neurochirurgischen, Herz-Thorax-Gefäßchirurgischen Versorgung und der Spezialisierung auf Herzerkrankungen, Nierenerkrankungen wie z.B. Nierenersatztherapie und Nierentransplantation, Lebererkrankungen, Tumorerkrankungen und Stoffwechselerkrankungen gehäuft Patienten mit solchen Erkrankungen nach der Geburt sekundär aus anderen Kliniken zu verlegt.
Das Sterberisiko ist umso höher, je geringer das Gestationsalter und das Geburtsgewicht. Ebenfalls besteht bei einer Geburt außerhalb des Perinatalzentrums und postpartaler Verlegung, bei Mehrlingen und Kindern mit angeborenen Fehlbildungen und anderen angeborenen schwerwiegenden Erkrankungen ein erhöhtes Sterberisiko.