Berufsdermatologie
Ärztliche Bereichsleitung: PD Dr. med. Annice Heratizadeh
Erkrankungen und Behandlungsspektrum
Berufsdermatologische Erkrankungen umfassen sowohl entzündliche Hauterkrankungen als auch Tumorerkrankungen. In der berufsdermatologischen Sprechstunde liegt der Schwerpunkt auf der Abklärung und der Einleitung eines optimalen Managements von beruflich bedingten Ekzemerkrankungen. In Zusammenarbeit mit den gesetzlichen Unfallversicherungen können hier Hautarztverfahren nach §3 BeKV eingeleitet werden. Auch werden gutachterliche Untersuchungen im Auftrag von gesetzlichen Unfallversicherungen oder von Gerichten durchgeführt.
Regionales Pilotprojekt in Niedersachsen zur Verbesserung der Meldung und Versorgung von Versicherten mit Verdacht auf Berufsdermatose BK 5101 (NIB 5101)
Berufsbedingte Hauterkrankungen schneller versorgen
Berufsbedingte Hauterkrankungen, insbesondere Kontaktekzeme im Bereich der Hände, können erhebliche gesundheitliche und berufliche Folgen haben. Um Betroffene frühzeitig einer spezialisierten Versorgung zuzuführen, beteiligt sich die Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) als Standort des Niedersächsischen Instituts für Berufsdermatologie (NIB) am DGUV-geförderten Projekt „Regionales Pilotprojekt in Niedersachsen zur Verbesserung der Meldung und Versorgung von Versicherten mit Verdacht auf Berufsdermatose BK 5101 (NIB 5101)“ (Projekt-Nr. FF-FB 0366). Im NIB arbeiten die Universität Osnabrück, das Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm), die Universitätsmedizin Göttingen, der Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK) und die MHH zusammen.
Im Rahmen des DGUV-geförderten Versorgungsforschungsprojekts wird ergänzend zum etablierten ambulanten Hautarztverfahren nach § 3 der Berufskrankheitenverordnung ein vereinfachter Melde- und Zuweisungsweg erprobt. Ab dem 1. Oktober 2026 können Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen Verdachtsfälle einer berufsbedingten Hauterkrankung mithilfe der einseitigen „Kurz-Meldung BK 5101“ digital und mit geringem Verwaltungsaufwand an den zuständigen Unfallversicherungsträger (UVT) melden.
Der UVT kann die versicherte Person anschließend im Rahmen eines „Fast-Lane“-Verfahrens gezielt an eines der NIB-Zentren, beispielsweise an die berufsdermatologische Sprechstunde unserer Klinik, zuweisen. Innerhalb von etwa zwei bis drei Wochen erfolgt eine Terminvergabe mit dem Ziel einer qualifizierten berufsdermatologischen Abklärung. Je nach medizinischer Notwendigkeit umfasst diese insbesondere eine gezielte Epikutantestung sowie Beratung, Therapie und die Einleitung individueller Präventionsmaßnahmen.
Ziel des wissenschaftlich begleiteten Pilotprojekts ist es, Verdachtsfälle früher zu erfassen, den Zugang zur spezialisierten Versorgung zu beschleunigen und damit langfristig gesundheitliche und berufliche Folgen bis hin zu längerer Arbeitsunfähigkeit oder einer Aufgabe der beruflichen Tätigkeit zu vermeiden.