Patientenuniversität
Die zunehmende Alterung der Gesellschaft und die Zunahme chronischer Erkrankungen führen dazu, dass immer mehr Menschen stetigen Kontakt mit Krankenkassen, Krankenhäusern, Ärztinnen und Ärzten und anderen Berufsgruppen und Einrichtungen im Gesundheitswesen haben. Um hier als gleichberechtigte Partnerinnen und Partner agieren und sich für ihre Belange einsetzen zu können, benötigen sie die Fähigkeit, Informationen zu Gesundheitsthemen zu finden, zu verstehen, zu reflektieren und umzusetzen. Diese Fähigkeit wird unter dem Begriff „Gesundheitskompetenz“ zusammengefasst. Aktuelle Studien zeigen, dass viele Menschen in Deutschland in diesem Bereich Schwierigkeiten haben. Deshalb setzt sich die Patientenuniversität dafür ein, die Gesundheitskompetenz der Menschen durch unterschiedliche Maßnahmen zu fördern. Vor diesem Hintergrund hat die Patientenuniversität der Medizinischen Hochschule Hannover ein unabhängiges Bildungsangebot etabliert.
Weitere Informationen sind unter der Homepage der Patientenuniversität abzurufen: www.patienten-universitaet.de.
Zudem ist die Patientenuniversität Teil des Nationalen Netzwerks INSEA „Gesund und aktiv leben“. Dieses Netzwerk hat das Ziel, ein Selbstmanagement Programm für Menschen mit chronischen Erkrankungen in Deutschland anzubieten und zu erweitern. Bei dem Programm handelt es sich um einen standardisierten Kurs mit einem festgelegten Kursprogramm und einem evaluierten Begleitbuch, das sich am bewährten «Chronic Disease Self-Management Program» (CDSMP) der Universität Stanford (USA) orientiert. Die Kurse „Gesund und aktiv leben“ wurden auf Initiative und mit Unterstützung des Vereins EVIVO Netzwerk e. V. aus der Schweiz nach Deutschland gebracht. INSEA wird gefördert durch die BARMER und die DAG SHG (Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V.). Das Selbstmanagementprogramm „Gesund und aktiv leben“ ist krankheitsübergreifend, also sowohl für körperlich als auch für viele psychisch Erkrankte geeignet. Teilnehmen können Menschen, die in der Lage und interessiert sind, einmal wöchentlich zweieinhalb Stunden am Stück mit anderen Menschen zusammen zu sein, und das über einen Zeitraum von insgesamt sechs Wochen.
Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung des Programms und für eine breite Dissemination ist auch, dass interessierte Personen mit und ohne chronische Erkrankungen als Kursleitungen gewonnen und ausgebildet werden. Sie sollten in der Lage sind, im Tandem mit einem anderen im Projekt geschulten Kursleiter gemeinsam einen Kurs durchzuführen. Geschult werden die Kursleiterinnen und Kursleiter, also Personen, die offen sind für andere Menschen und die in der Lage sind, sozial kompetent einen Kurs durchzuführen, von zwei zertifizierten Trainern in jeweils 4 Tages-Kursen.
Die Nationalen Koordinierungsstelle wird von der DAG SHG geführt, Die Patientenuniversität ist einer der Umsetzungsstandorte, die das Selbstmanagement-Programm „Gesund und aktiv leben“ online und auch vor Ort durchführt. Weiterführende Informationen finden Sie unter www.insea-aktiv.de