Laufende Dissertationen

Institut für Geschichte, Ethik und Philosophie der Medizin

 

Promovendin

Henriette Meyer

 

Arbeitstitel der Dissertation

Die intraprofessionelle Diskussion über die Stellung der Wehrmediziner im neuen deutschen (bundesrepublikanischen) Militär

 

Abstract

Im Mittelpunkt des hier vorgestellten Forschungsvorhabens steht die Diskussion um die Stellung der Wehrmediziner im neuen deutschen (bundesrepublikanischen) Militär, die in der Forschung bisher nur exemplarisch anhand der Ärztlichen Mitteilungen untersucht wurde. Der Diskussion soll nun in dieser und weiteren ausgewählten medizinischen Wochenschriften der Nachkriegszeit vertiefend nachgegangen werden. Ziel ist es, die Haltung der Ärzteschaft zur Wiederbewaffnung anhand der ärztlichen Standespresse zu analysieren und gleichzeitig die vorherrschende Debattenkultur näher zu beleuchten sowie noch bestehende Forschungslücken der Medizingeschichte der Nachkriegszeit zu schließen. Eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik kommt nicht umhin, auch „die komplexe, oft widersprüchliche Beziehung zwischen der Destruktivität des Krieges und dem humanitären Anspruch der Medizin“ sichtbar zu machen.

Als Quellengrundlage für das Dissertationsvorhaben wurden fünf verschiedene medizinische Wochenschriften ausgewählt, die es zu untersuchen gilt. Es handelt sich um einen homogenen Quellenkorpus, da angenommen wird, dass das Medium Wochenschrift einen umfangreichen Gesamteinblick in die Diskussion bietet. Als Beginn des Untersuchungszeitraumes ist das Jahr 1955 gesetzt, da Vorabuntersuchungen der Ärztlichen Mitteilungen der Jahrgänge 1952-1955 ergaben, dass zu dieser Zeit die Diskussion über die Stellung der Wehrmediziner aufkam. Als Endpunkt der Untersuchung ist zunächst das Jahr 1957 vorgesehen. Weitere Recherchen in den Ärztlichen Mitteilungen ergaben, dass nachfolgende Jahrgänge nicht die Diskussion in den Mittelpunkt stellten, sondern allgemeine Darstellungen zum Aufbau des Sanitätsdienstes der neuen Bundeswehr veröffentlichten. Der genaue Endpunkt des Untersuchungszeitraumes lässt sich allerdings erst im weiteren Verlauf der Forschung klären.

Forschungsgrundlage ist neben den Ärztlichen Mitteilungen (vor 1945 und nach 1962 bis heute bekannt als Deutsches Ärzteblatt) die Wehrmedizinischen Mitteilungen. Diese erscheinen allerdings erst im Jahr 1957, weshalb hier der Frage nachgegangen werden muss, ob die Diskussion bereits beendet ist, bzw. ob diese Wochenschrift sich noch an der Diskussion beteiligte. Weiterhin gehört dem Quellenkorpus die Münchner Medizinische Wochenschrift an, die in dem rechts-konservativen Julius Friedrich Lehmanns Verlag erscheint. Wohingegen die Deutsche Medizinische Wochenschrift, auch Gegenstand der Forschung, einem liberalen Verlag zugeordnet werden kann. Letzte Quelle ist Das deutsche Gesundheitswesen, das Organ der Gesellschaft für klinische Medizin der DDR, welches ab 1946 erscheint. Zwar ist der vorgestellte Quellenkorpus in seiner Art homogen, die ausgewählten Wochenschriften jedoch in ihrer (politischen) Ausrichtung äußerst heterogen, was eine vergleichende Analyse ermöglicht und ein umfangreiches Bild der Diskussion über die Stellung der Wehrmediziner verspricht.