Laufende Dissertationen

Institut für Geschichte, Ethik und Philosophie der Medizin

 

Promovendin

Lina Stünkel

 

Arbeitstitel der Dissertation

Eponyme in der Medizin – Benennung, Verwendung und Problematisierung

 

Abstract

In der Medizin wurden u. a. Krankheiten, Zellen, medizinischen Tests nach Wissenschaftlern bezeichnet, die diese anatomischen oder klinischen Phänomene entdeckt oder zuerst beschrieben haben. Diese Bezeichnungen werden Eponyme genannt. Ethisch brisant sind vor allem Eponyme aus der NS-Zeit, die bis heute relevant sind. Alle medizinischen Eponyme sollen möglichst vollständig mit der Biographie des Namensgeber erfaßt und unter der Fragestellung diskutiert werden, was damit geschehen soll und ob es mögliche Alternativbezeichnungen der Täter-Eponyme gibt.

Im zweiten Teil meiner Dissertation geht es um die aktuelle Debatte um die ethisch fragwürdigen NS-Eponyme und deren mögliche Umbenennung. Darin beschäftige ich mich mit dem 2015 von dem italienischen Arzt Cesare Efrati organisierten internationalen Symposium in Rom in Zusammenarbeit mit der La Sapienza Universität, auf dem die Umbenennung ausgewählter Eponyme diskutiert wurde und die Reaktion verschiedener Institutionen hierzulande.

Außerdem beleuchte ich, inwieweit die Diskussion um bestimmte Eponyme derzeit in die medizinische Ausbildung eingeht und ob es eine innerklinische Auseinandersetzung gibt. Eine wichtige Rolle spielen dabei medizinische Fachgesellschaften und Fachzeitschriften, da vor allem dort die Diskussion um den Umgang mit Eponymen geführt wird. Das Ziel meiner Dissertation ist es, durch eine Analyse der gegenwärtigen Thesen und Äußerungen verschiedener Wissenschaftler wie auch der Autoren und Herausgeber der Fachzeitschriften zu zeigen, wie sich die Standpunkte der Protagonisten historisch entwickelt haben und wie sie sich in der medical community aktuell zur Benutzung von NS-Eponymen positionieren.