Ambystoma Mexicanum Bioregeneration Center

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Die Plastische Chirurgie hat in den vergangenen Jahrzehnten immer neue Techniken und Verfahren zur Wiederherstellung von Funktion und Ästhetik entwickelt und somit die Qualität der medizinischen Versorgung eindrucksvoll weiterentwickelt. Regeneration ist in diesem Zusammenhang von je her ein zentrales Thema. Der Axolotl (Ambystoma mexicanum) stellt mit seinen ausgeprägten regenerativen Fähigkeiten einen idealen Modellorganismus für die Forschung dar. Das Team des Kerstin Reimers Labors konnte die AmbLOXe, ein Enyzm aus der Familie der Lipoxygenasen, als einen an der Regeneration beteiligten Faktor identifizieren. Zusammen mit dem Institut für technische Chemie der Leibniz Universität Hannover wird das Enzym nun hinsichtlich einer Anwendung zur Verbesserung der menschlichen Wundheilung untersucht.

Neben der Verbesserung von Regeneration und Wundheilung könnte der Axolotl auch bei der. Suche nach neuen Antibiotika Lösungen bieten. Die Tiere produzieren zur Abwehr von Krankheitserregern sogenannte antimikrobielle Peptide. Diese werden aktuell am AMBC untersucht. Die Gewinnung ist für die Tiere nicht schmerzhaft oder schädlich. Wissenschaftliche Studien sind grundsätzlich so angelegt, dass unsere Tiere dafür nicht ihr Leben lassen oder unnötig leiden müssen. Zudem erarbeiten wir im Rahmen verschiedener Projekte Alternativen zu Versuchen am Tier und setzen diese im wissenschaftlichen Alltag bereits ein.

Unser besonderes Anliegen ist die Förderung des translationalen Forschungsgedankens und die Verknüpfung der biomedizinischen Forschung mit Arterhalt und Tierwohl. Damit möchten wir einen Beitrag zur Nachhaltigkeit in Forschung und Entwicklung leisten.

Zu unseren internationalen Kooperationspartnern zählen neben zahlreichen universitären Einrichtungen auch private Institute und Zoos. Seit der offiziellen Gründung des AMBC im Jahr 2010 sind wir Ansprechpartner für Tierärzte*innen, die immer häufiger mit dem Axolotl und anderen Ambystomatiden als Patienten konfrontiert sind. Wir bieten Ausbildung, Beratung und praktische Unterstützung zu den Themen artgerechter Tierhaltung, Erkrankungen, Diagnostik, Therapie, Narkose und operativen Techniken.

Ursprünglich in Mexiko beheimatet ist der Axolotl mittlerweile vom Aussterben bedroht. Neben ihm leben im Center mittlerweile weitere, zum Teil ebenfalls gefährdete, Arten. Die Sicherung des Überlebens der Arten bedeutet gleichzeitig die Sicherung einer wichtigen Ressource für die biomedizinische Forschung – nur rezente (nicht ausgestorbene) Arten ermöglichen Beobachtungen in vivo. Am AMBC findet beides statt: gezielte arterhaltende Zucht und biomedizinische Forschung. In unserer Einrichtung leben ausschließlich Tiere aus Nachzuchten um natürliche Bestände (so diese noch vorhanden sind) zu schonen. Mit Ambystoma dumerilii beteiligt sich das AMBC am Citizen Conservation Projekt (https://citizen-conservation.org/).

Wir danken dem Rotary Club Hannover- Leineschloß und der Evangelischen Krankenhaushilfe e.V. der MHH für die großzügige Unterstützung unseres Engagements für den Arterhalt und das Tierwohl.

 

Im Center leben aktuell folgende Arten:


Ambystoma mexicanum
Ambystoma mexicanum nach Metamorphose
Ambystoma andersoni
Ambystoma dumerilii
Ambystoma mavortium mavortium
Ambystoma mavortium diaboli
Ambystoma tigrinum
Ambystoma opacum

Weiterführende Literatur

Stamm A, Strauß S, Vogt PM, Scheper T, Pepelanova I (2018). Positive in vitro wound healing effects of functional inclusion bodies of the epidermal lipoxygenase from the Mexican axolotl. Microbial Cell Factories 17:57. doi: 10.1186/s12934-018-0904-0.

Bucan V, Peck CT, Nasser I, Liebsch C, Vogt PM, Strauß S (2018). Identification of axolotl BH3-only proteins and expression in axolotl organs and apoptotic limb regeneration tissue. Biol Open. 7(8):bio036293. doi: 10.1242/bio.036293.

Waqas SFH, Noble A, Hoang AC, Ampem G, Popp M, Strauß S, Guille M, Röszer T (2017). Adipose tissue macrophages develop from bone marrow–independent progenitors in Xenopus laevis and mouse. Journal of Leukocyte Biology, jlb-1A0317.

Liebsch C, Voitel S (2017). Ambystoma dumerilii Duges, 1870–Lake Pátzcuaro salamander. Amphibia  16(1), 26-33.

Guelke E, Bucan V, Liebsch C, Lazaridis A, Radtke C, Vogt PM, Reimers K (2015). Identification of reference genes and validation for gene expression studies in diverse axolotl (Ambystoma mexicanum) tissues. Gene, 560(1), 114-123.

Fülbier A, Schnabel R, Michael S, Vogt PM, Strauß S, Reimers K, Radtke C (2014). Successful nucleofection of rat adipose-derived stroma cells with Ambystoma mexicanum epidermal lipoxygenase (AmbLOXe). Stem Cell Res Ther 5(5):113. doi: 10.1186/scrt503.

Allmeling C, Riedling M (2013). Dicamptodon tenebrosus – Haltung und Balz des Pazifischen Riesenquerzahnmolches. Amphibia 12(1), 27-31.

Liebsch C, Reimers K, Strauss S, Vogt PM und Mutschmann F (2013) Amputation und Regeneration von Gliedmaßen beim Axolotl (Ambystoma mexicanum) Kleintierpraxis 58(10),505–511.

Strauß S, Ziegler T, Allmeling C, Reimers K, Frank-Klein N, Seuntjens R, Vogt PM (2013). In vitro culture of skin cells from biopsies from the critically endangered Chinese giant salamander, Andrias davidianus (Blanchard, 1871) (Amphibia, Caudata, Cryptobranchidae). Amphibian and Reptile Conservation 5(4):51-63.

Allmeling C, Strauß S, Vogt PM, Reimers K (2013). “Axolotl” (Ambystoma mexicanum) Haltungsbedingungen, Aufzucht sowie haltungsbedingte Erkrankungen. Amphibia 12(1):5–8.

AbuQarn M, Allmeling C, Amshoff I, Menger B, Nasser I, Vogt PM, Reimers K (2011). The yeast two hybrid system in a screen for proteins interacting with axolotl (Ambystoma mexicanum) Msx1 during early limb regeneration. Biochimica et Biophysica Acta (BBA)-Proteins and Proteomics, 1814(7), 843-849.

Allmeling C, Strauss S (2011). Die Farbgebung des Axolotl (Ambystoma mexicanum). Aquaristik Fachmagazin 221:72 – 79, Tetra Verlag.

Menger B, Vogt PM, Jacobsen ID, Allmeling C, Kuhbier JW, Mutschmann F, Reimers K (2010). Resection of a Large Intra‐Abdominal Tumor in the Mexican Axolotl: A Case Report. Veterinary Surgery, 39(2), 232-233.

Allmeling C. (2010). Zur Haltung und Entwicklung des Andersons Querzahnmolch Ambystoma andersoni. Elaphe 2010, 18(3):30-38.

Menger B, Jahn S, Allmeling C, Reimers K, Mutschmann F, Jacobsen ID, Vogt PM (2009). Therapy of a melanosarcoma in an axolotl (Ambystoma mexicanum) by resection and skin grafting. Kleintierpraxis, 54(3), 149-154.

Reimers K, Qarn MA, Allmeling C, Bucan V, Vogt PM (2006). Identification of the non-specific cytotoxic cell receptor protein 1 (NCCRP1) in regenerating axolotl limbs. Journal of Comparative Physiology B, 176(7), 599-605.

 

Buchbeiträge

Allmeling C (2013). Ambystoma mexicanum (Shaw&Nodder 1798 ) – Axolot. Schultschik, G., Grosse, W.-R., Mannheim (Eds.). Gefährdete Molch-und Salamanderarten-Richtlinien für Erhaltungszuchten. Mertensiella No 20d, 7-15, Chimaira, Frankfurt am Main.

 

Ansprechpartner

Laborleitung:

Dr. rer. nar. Sarah Strauß

Tel.: 0511 532 - 8863
Strauss.Sarah(at)mh-hannover.de

 

Leitung Haltung und Zucht:

Christina Liebsch

Tel.: 0511 532 – 8863

Liebsch.Christina(at)mh-hannover.de