Lebendspendekoordination
Kontaktdaten:
Koordinatorinnen: Frau Susann Schumann, Frau Katrin Brösel
☎ 0511 532 - 6303/9327
Fax: 0511 532 - 3106
E-Mail: lebendspende@mh-hannover.de
Postalische Adresse:
Medizinische Hochschule Hannover
Lebendspende OE 1124
Frau Susann Schumann, Katrin Brösel
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Die Lebendspendekoordination kümmert sich ausschliesslich um die Belange der potentiellen Spender. Die Organempfänger werden weiterhin über die Transplantationsambulanz betreut.
Die erste erfolgreiche Nierentransplantation wurde 1954 in Boston nach einer Nierenlebendspende durchgeführt, bei der ein Zwilling (Richard und Ronald Herrick) für seinen Bruder gespendet hat. Diese Niere arbeitete acht Jahre im Körper des Empfängers. Der Spender führte ebenfalls ein langes, gesundes Leben.
Heute hat sich in diesem Bereich viel weiter entwickelt, die Lebendspende umfasst nun auch die Leber-Lebendspende. Die Lebendspende ist gesetzlich geregelt.
Wer darf nicht spenden?
- Minderjährige Menschen
- Menschen, die an schweren Vorerkrankungen leiden bzw. die nach ärztlicher Beurteilung nicht geeigent sind
- Menschen mit einem Body mass index (BMI) > 32
Nach der ersten Kontaktaufnahme mit uns durch Sie oder den behandelnden Arzt bitten wir Sie einen Anmelde-Bogen mit Kontaktdaten von Empfänger und möglichem Spender auszufüllen und uns erste Befunde bzgl. der Spendergesundheit zukommen zu lassen. Diesen Bogen können Sie gern elektronisch, telefonisch oder postalisch bei uns anfordern.
Für die Vorstellung in unserer Transplantationsambulanz benötigen sowohl der Empfänger als auch der Spender eine eigene Überweisung, sowohl vor als auch nach der Transplantation. Diese muss IMMER auf den Empfänger ausgestellt werden - beim Spender kommt noch die Information „Lebendspendeevaluation (+ Name + Geburtsdatum des Spenders)“ bzw. „Nachsorge nach Lebendspende (+ Name + Geburtsdatum des Spenders)“ dazu.
Derzeit ist dies noch der Fall. Es gibt aber Bstrebungen, dies zu ändern. Sollte es nicht mehr erforderlich sein, werden wir Sie hier informieren.
- Blut- und Urinuntersuchung (letzteres vor allem bei der Nierenlebendspende) plus immungenetische Untersuchung, um auszuschliessen, dass der Empfänger bereits Antikörper gegen das Spenderorgan gebildet hat
- Untersuchungen des Herz-Kreislauf-Systems und weiterer Organe (z.B. EKG, Röntgenaufnahmen des Brustkorbs, Ultraschall, CT/MRT)
- psychologische Evaluation für Spender und Empfänger
Diese Untersuchungen können stationär oder auch ambulant durchgeführt werden.
Heutzutage kann auch über Blutgruppengrenzen hinweg transplantiert werden. Es handelt sich dann um eine sogenannte AB0-inkompatible Transplantation nach Nieren- oder Leberlebendspende. Hier ist jedoch eine 3 wöchige immunsuppressive Vorbehandlung des Empfängers vor der eigentlichen Transplantation erforderlich. Dieses Verfahren ist inzwischen fest an der MHH etabliert und wird in etwa 25% der Lebendspenden in Deutschland eingesetzt.
Die Dauer des Krankenhausaufenthaltes für Spender liegt in der Regel zwischen 3 und 5 Tagen und beläuft sich bei den Empfängern auf etwa 10 bis 14 Tage.
Dies ist davon abhängig, welches Organ entnommen wird. Bei der Nierenlebendspende dauert die Entnahme einer Niere 1 - 2 Stunden. Bei der Leberlebendspende, wo fast immer ein Teil des linken Leberlappens entfernt wird, beträgt die OP-Zeit ca. 4 Stunden.
Alle Behandlungen und Untersuchungen nach der Organspende finden sowohl für Empfänger als auch für Spender in der Nierentransplantationsambulanz statt. Denken Sie daran, dass die Überweisungen auch nach der Spende immer über den Empfänger bzw. seine Krankenkasse laufen müssen.
Wenn keine Probleme auftreten ist eine Vorstellung einmal im Jahr ausreichend. Entscheiden tut dies aber immer die Ambulanz bzw. der Arzt.
Im Anschluss an die Transplantation kann, wenn gewünscht, eine gemeinsame Anschlussheilbehandlung erfolgen, unsere Mitarbeiter vom Sozialdienst beraten Sie hierzu gern während des stationären Aufenthaltes und übernehmen die Beantragung bei der Krankenkasse des Empfängers.
Eine Schwangerschaft nach Nierentransplantation ist möglich. Jedoch müssen bestimmte individuelle Faktoren beachtet werden. Wir raten generell von einer Schwangerschaft innerhalb des ersten Jahres nach Transplantation ab, außerdem sollte eine stabile Transplantatfunktion vorliegen.
Die Transplantationsambulanz berät Paare mit Kinderwunsch idealerweise gemeinsam über die Besonderheiten einer Schwangerschaft nach Nierentransplantation. Ein solches Gespräch umfasst Informationen zu Menstruation, Verhütung sowie vorangegangenen Schwangerschaften oder Fehlgeburten. Wichtige Themen sind die verminderte Empfängnisrate, erhöhte Abortrate und das Risiko von Prä-Eklampsie, Eklampsie und weiteren Komplikationen wie Frühgeburt und niedrigem Geburtsgewicht. In einigen Fällen erfolgt eine direkte Kontaktaufnahme mit einer Kinderwunschklinik.
Bei männlichen Empfängern besteht u.U. die Möglichkeit, vor der Transplantation Sperma einzufrieren.