Eine Form des menschliches Kopfes, dargestellt wie ein Netzwerk, bestehend aus Punkten und deren Verbindungen.

Versorgungsforschung, Sozialpsychiatrie & Psychokardiologie

Forschungsgruppenleitung: Prof. Dr. med. Kai G. Kahl

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Hintergrund

Psychische Erkrankungen zählen zu den häufigsten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Sie können das emotionale Wohlbefinden, die körperliche Gesundheit sowie die gesellschaftliche und berufliche Teilhabe erheblich beeinflussen. Besonders Depressionen, Angststörungen oder anhaltende psychische Belastungen gehen häufig mit längeren Krankheitsphasen, eingeschränkter Arbeitsfähigkeit oder erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt einher. Gleichzeitig stehen psychische und körperliche Erkrankungen oft in enger Wechselwirkung.

Ein zentraler Schwerpunkt unserer Arbeitsgruppe liegt auf der Versorgungsforschung im Bereich der psychischen Gesundheit. Wir untersuchen, wie Menschen mit psychischen Belastungen frühzeitig erkannt und wirksam unterstützt werden können und wie der Zugang zu Diagnostik, Beratung und psychotherapeutischer Behandlung verbessert werden kann. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf Menschen, deren psychische Gesundheit ihre berufliche Teilhabe oder gesellschaftliche Integration beeinträchtigt. In enger und sektorenübergreifender Zusammenarbeit mit u.a. Partnern aus dem Gesundheitswesen (SGB V) und der Grundsicherung (SGB II) entwickeln und evaluieren wir neue Versorgungsmodelle, die wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in die Praxis übertragen sollen.

Ein weiterer wichtiger Forschungsschwerpunkt unserer Arbeitsgruppe ist die Psychokardiologie – das Zusammenspiel zwischen psychischer Gesundheit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Studien zeigen, dass Menschen mit Herzerkrankungen häufiger unter Depressionen oder Angststörungen leiden. Umgekehrt erhöhen psychische Erkrankungen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie für schwerere Krankheitsverläufe. Unsere Forschung untersucht diese Zusammenhänge, um besser zu verstehen, wie sich psychische und körperliche Gesundheit gegenseitig beeinflussen und wie Patient:innen ganzheitlicher unterstützt werden können.

Methodisch verbindet unsere Arbeitsgruppe klinische Forschung, Versorgungsforschung und populationsbasierte Analysen. Dazu gehören unter anderem psychologische Diagnostik, psychotherapeutische Interventionen, Routinedatenanalysen großer Bevölkerungsstichproben sowie internationale Studien zur psychischen Gesundheit.

Übergeordnete Ziele:

Unsere Forschung hat das Ziel, die Versorgung von Menschen mit psychischen Belastungen evidenzbasiert zu verbessern und gleichzeitig die Wechselwirkungen zwischen psychischer und körperlicher Gesundheit besser zu verstehen.

 

Zentrale Ziele unserer Arbeit sind:

  • Entwicklung und wissenschaftliche Evaluation innovativer Versorgungsmodelle für Menschen mit psychischen Erkrankungen
  • Verbesserung des frühzeitigen Zugangs zu Diagnostik, Beratung und psychotherapeutischer Behandlung
  • Förderung der beruflichen Teilhabe und Unterstützung bei der Rückkehr in das Arbeitsleben bei psychischen Erkrankungen
  • Analyse von Versorgungsstrukturen und Nutzung von Routinedaten zur Untersuchung von Krankheitsrisiken und Behandlungspfaden
  • Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen psychischen Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Psychokardiologie)
  • Erforschung der Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen und globaler Krisen auf die psychische Gesundheit
  • Identifikation und Reduktion von Ungleichheiten im Zugang zu Gesundheitsversorgung und Unterstützungsangeboten

 

Auswahl aktueller Projekte

Preise

  • Niedersächsischer Gesundheitspreis 2023 – ReHaTOP
  • Nominiert für den MSD Gesundheitspreis 2024  – ReHaTOP
  • Posterpreis der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Psychotherapie
      - Bela Bogedain (2025) Titel des Posters: A socially assistive robot in elderly care – a mixed-method prospective study on mental well-being and technological acceptance in a nursing home sample.
      - Chiara Jacobi, Johanna Lisser (2023) Titel des Posters: ReHaTOP– Ein Pilotprojekt zu psychischen Erkrankungen und psychologischen Vermittlungshemmnissen bei Erwerbslosen
      - Dr. Britta Stapel (2019) Titel des Posters: Einfluss der SSRI-Exposition auf die Proliferation und Glukoseaufnahme in Brust- und Eierstockkrebszelllinien
      - Dr. Lotta Winter (2019) Titel des Posters: Neurobiologische Mechanismen der metakognitiven Therapie – ein experimentelles Paradigma
  • European Psychiatric Association (meistzitiertes paper 2013), Prof. Kahl
  • Deutsche Gesellschaft Psychotraumatologie (Falk-von-Reichenbach-Preis 2003), Prof. Kahl

Nennenswerte wissenschaftliche Kollaborationen

Forschungsgruppenmitglieder

Forschungsgruppenleitung

Prof. Dr. Kai G. Kahl

Kommissarischer Klinikleiter der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie

kahl.kai@mh-hannover.de, Lebenslauf

Exzellenz auf einen Blick:

  • Leiter des Ausbildungsinstituts für Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin der MHH
  • Supervisor für Verhaltenstherapie
  • Leiter des Referats Polypharmazie der AGNP
  • Mitglied des Referats Psychosomatik der DGPPN
  • Vorstandsmitglied des Center for Health Economics Research Hannover (CHERH)

Publikationen: Pubmed

 

Sekretariat

Frau Ginett Kollwitz
Telefon: +49 511 532 2407
Telefax: +49 511 532 8407

E-Mail: kollwitz.ginett@mh-hannover.de


Leitung des Forschungsbereichs Versorgungsforschung, Leitung der integrierten Versorgung (PSY)

Dr. Ivo Heitland
Telefon: +49 511 532 3559/7367
Fax: +49 511 532 8407

E-Mail: heitland.ivo-aleksander@mh-hannover.de

Publikationen: pubmed

Forschungsschwerpunkte: Versorgungsforschung & Psychotherapie

Exzellenz auf einem Blick:
Leitung der integrierten Versorgung (PSY), Supervisor für Verhaltenstherapie


Leitung des Forschungsbereichs Psychokardiologie

Dr. rer.nat. Britta Stapel 
Telefon: +49 511 532 3559
Telefax: +49 511 532 8407

E-Mail: stapel.britta@mh-hannover.de

Publikationen: pubmed

Forschungsschwerpunkte: Psychokardiologie

Exzellenz auf einem Blick:

  • Rudi-Busse-Young Investigator Award für experimentelle Herz-Kreislaufforschung (2015)
  • Projektförderung durch die Hochschulinterne Leistungsförderung der MHH (2017)
  • Preis der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (2019)