Vorlesung
Unser Kompetenzzentrum verankert geschlechtersensible Medizin bereits früh im Medizinstudium. In der Vorlesung lernen Studierende, wie biologische und soziokulturelle Geschlechteraspekte Gesundheit, Krankheitsverläufe und Behandlung beeinflussen. Praxisnahe Beispiele zeigen, wie sich diese Erkenntnisse in Anamnese, Diagnostik und Therapie berücksichtigen lassen. So schaffen wir frühzeitig eine Grundlage für eine differenzierte und bedarfsgerechte Versorgung.
Am 8. Oktober 2026 führte Prof.in Dr. Dr. Anette Melk, Sprecherin des Kompetenzzentrums, Studierende des ersten Semesters in die Bedeutung von Geschlecht für Gesundheit und Krankheit ein. Die Vorlesung zeigte, wie Geschlechtermedizin und Frauengesundheit im HannibaL-Studium fächerübergreifend aufgegriffen werden. Die Themen reichten von anatomischen und hormonellen Grundlagen über Unterschiede in der Schmerzwahrnehmung und Arzneimitteltherapie bis zum Einfluss sozialer Faktoren. Auch eine geschlechtersensible ärztliche Gesprächsführung und Aufklärung wurden thematisiert.
Im weiteren Studienverlauf vertiefen die Studierenden diese Perspektive. Im Wissenschaftsmodul des dritten Studienjahres setzen sie sich anhand wissenschaftlicher Quellen mit „Sex“ und „Gender“ auseinander und reflektieren, wo Geschlechteraspekte bereits berücksichtigt werden und wo Lücken bestehen. So schafft die Lehre frühzeitig eine Grundlage für eine wissenschaftlich fundierte, geschlechtersensible Versorgung.