Nachwuchsförderung in der klinischen Forschung

Das Promotionskolleg KlinStrucMed an der MHH bietet besonders motivierten und engagierten Medizinstudierenden eine bundesweit einzigartige Chance: Sie können sich nach dem dritten Studienjahr ein Jahr lang auf die Anfertigung ihrer Doktorarbeit zu einem Thema aus der klinischen Forschung konzentrieren und werden in dieser Zeit nicht nur fachlich umfassend betreut, sondern erhalten auch ein monatliches Stipendium in Höhe von 800 Euro. Bisher wurde das 2015 initiierte Programm maßgeblich von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) finanziert. Die Förderung durch die EKFS läuft nach insgesamt sechs erfolgreichen Jahren aus. Der kommende Jahrgang, der 10 Stipendiatinnen und Stipendiaten umfasst, ist inzwischen finanziell gesichert, aber für die Fortführung ist das Programm auch weiterhin auf Spenden und andere Fördermittel angewiesen.

Emily Narten (li.) und Anja Tiede beginnen im Sommer 2021 ihr KlinStrucMed-Stipendium. (Copyright: Annika Morchner, MHH)

Förderstiftung MHH plus unterstützt KlinStrucMed mit 50.000 Euro

Damit der wissenschaftliche Nachwuchs in der klinischen Forschung auch künftig gefördert werden kann, leistet die Förderstiftung MHH plus einen Beitrag zur finanziellen Ausstattung des Programms. „Wir sind sehr dankbar für die finanzielle Unterstützung durch die Stiftung“, sagt Dr. Anna Stepczynska-Bachmann, Programm-Managerin des KlinStrucMed Programms. Die Mittel stammen aus den Aktivitäten zum Förderschwerpunkt Krebsmedizin und fließen in drei Forschungsprojekte mit onkologischer Fragestellung. Die drei Stipendiatinnen, die in diesen Projekten promovieren werden, heißen Anja Tiede, Emily Narten und Laura Christin Kusche.

Das Herz von Anja Tiede (23), die ab Sommer 2021 zur Behandlung von Leberzirrhose forschen wird, schlägt schon länger für die Innere Medizin. Jetzt in diesem Bereich und unter optimalen Bedingungen promovieren zu können, ist für sie ein Volltreffer. Ausschlaggebend für ihre Bewerbung beim KlinStrucMed-Programm waren der enge Patientenkontakt und die engmaschige Begleitung bei dem Einstieg in die klinische Forschung. Spricht sie über ihr Promotionsthema, wird schnell deutlich, dass sie schon jetzt Feuer und Flamme ist. Welche Fragestellungen sie im Einzelnen antreiben, finden Sie unten im Überblick der drei Promotionsprojekte.

Auch Emily Narten (21) liebäugelt eigentlich mit einer beruflichen Laufbahn als Internistin. Das könnte sich jedoch noch ändern, denn anders als Anja Tiede hat sie für ihre Doktorarbeit eine Fragestellung aus der Neurologie gewählt. "Nachdem wir den Platz im Kolleg erhalten haben, kam die sogenannte Matchingphase, in der die jeweiligen Dozierenden die Themen vorstellen, zu denen man bei ihnen arbeiten kann. Auch wenn es viele spannende und eindrucksvolle Projekte gab, stand meine Wahl schnell fest. So habe ich mich schon nach dem ersten Gespräch für das Projekt aus der Neurologie entschieden, weil da für beide Seiten alles super passte - auch menschlich."


Auch Laura Christin Kusche hat einen Platz im Promotionsprogramm erhalten. (Copyright: Annika Morchner, MHH)

Die dritte Frau im Bunde ist Laura Christin Kusche (22): Sie wird sich in ihrem Stipendienjahr mit einer Problemstellung aus der Onko-Immunologie beschäftigen. "Ich freue mich, nach den ersten drei sehr theorielastigen Studienjahren in die praxisbezogene Forschung mit viel Patientenkontakt einzusteigen. Der Zeitpunkt ist wirklich ideal", findet Kusche. Parallel zum Examen oder während der ersten Berufsjahre zu promovieren, war für sie keine wirkliche Alternative. "Da fehlt es oft an der Zeit und am Ende kann man sicher nicht alles so umsetzen, wie man es sich eigentlich wünschen würde. Wenn ich promoviere, dann möchte ich mich auch richtig intensiv in das Thema reinhängen. Und dass ich das jetzt machen kann, vor allem mit dem finanziellen Rückhalt eines Stipendiums, das ist wirklich toll!"

Unabhängig davon, auf welche Fachrichtung sich diese drei jungen Frauen schlussendlich spezialisieren werden: Sie sind sich schon jetzt sicher, dass sie viele wertvolle Erfahrungen aus den nächsten zwölf Monaten mitnehmen werden. Wir wünschen gutes Gelingen!


Die drei Promotionsprojekte im Überblick