Juliane Brauner steht am Anfang einer Brücke, die über einen Gebirgsbach führt.  Copyright: Juliane Brauner

Organspende

Der Patientenbeirat des Transplantationszentrums engagiert sich

Organmangel in Deutschland

Patientenbeirat dringt auf Umsetzung von sechs Maßnahmen

Foto eines Briefes
Copyright: MHH/Transplantationszentrum

Der Patientenbeirat des MHH-Transplantationszentrums hat den Tag der Organspende und die dramatische Entwicklung bei der Organspende zum Anlass genommen, einen Offenen Brief an den Patientenbeauftragten der Bundesregierung Stefan Schwartze zu schicken und ihn um seine Unterstützung zu bitten.

Die sechs Mitglieder des Beirats fordern, dass „Sechs Aktions-Punkte für die Organspende“ umgesetzt werden, die der Gesetzgeber zum Teil bereits gesetzlich festgeschrieben hat, unter anderem die Einsetzung von aktiven Transplantationsbeauftragten und eine umfassende Aufklärung der Bevölkerung. Auch die bessere rechtliche Absicherung der Lebendspende wird gefordert.

 


RICHTIG. WICHTIG. LEBENSWICHTIG.

Juliane Brauner, Mitglied im Patientenbeirat des MHH-Transplantationszentrums

Juliane Brauner steht am Anfang einer Brücke, die über einen Gebirgsbach führt. Copyright: Juliane Brauner
Juliane Brauner beim Wandern. Copyright: Juliane Brauner

 

 

 

Im Alter von 9 Jahren wurde mir an der MHH eine Niere transplantiert. Das war ein Glück für mich.

Ich bin der Meinung, dass jeder einen Standpunkt zum Thema Organspende finden müsste. Die Entscheidung sollte man seinen Angehörigen mitteilen - egal wie sie ausfällt.

Don't take your organs to heaven.
Heaven knows we need them here.


Organspende: Freud und Leid liegen so nah beieinander

Kerstin Ronnenberg, Mitglied im Patientenbeirat des MHH-Transplantationszentrums

Kerstin Ronnenberg links vor Transplantation mit Beatmungsschlauch in der Nase. Rechts sieht man Kerstin auf einem aktuellen Foto Jahre nach der Transplantation. Sie sieht kerngesund aus. Copyright: Kerstin Ronnenberg
Kerstin Ronnenberg vor (links) und nach Transplantation. Copyright: Kerstin Ronnenberg

Knapp 23 Jahre ist es bereits her, dass ich meinen Organspendeausweis ausgefüllt habe. Da war dieses gute Gefühl, noch etwas Sinnvolles tun zu können und das über meinen Tod hinaus. Warum meine Organe verschwenden, wenn andere sie noch gebrauchen können?

Damals habe ich allerdings nicht damit gerechnet, dass ich selbst einmal in die Lage kommen würde, auf eine neue Lunge angewiesen zu sein. Das Hoffen und Bangen, während ich mich täglich durch das Leben quälte, auf DEN erlösenden Anruf: „Wir haben eine passende Lunge für Sie!“

Und doch liegen Freud und Leid bei der Organspende so nah beieinander: Es ist jemand gestorben, während ich mich freuen darf, dass ein für mich passendes Organ gefunden wurde.

Mein*e Spender*in wird immer mein persönlicher Held sein! Weil er/sie oder die Angehörigen sich für einen Akt der Nächstenliebe entschieden haben. Ein Akt der Nächstenliebe, der mir bisher schon vier weitere Jahre Leben geschenkt hat. Und ich werde alles dafür tun, mein Held, dass noch viele weitere folgen werden!