ProPall

Proaktive Palliativversorgung älterer Patienten in der letzten Lebensphase

Hintergrund

Die Versorgung älterer Menschen in der letzten Lebensphase rückt zunehmend in das Bewusstsein der Gesellschaft und wird weiter an Bedeutung gewinnen. Bevölkerungsprognosen gehen davon aus, dass im Jahr 2050 rund 88% der in Deutschland versterbenden Menschen älter als 75 Jahren sein werden [1].

Viele dieser Menschen können von einer guten Palliativversorgung profitieren, mit dem Ziel die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen zu verbessern oder zu erhalten [2, 3]. Eine wichtige Zielgruppe für die Weiterentwicklung der Palliativversorgung sind deshalb ältere gebrechliche Menschen mit chronischen Erkrankungen in der letzten Lebensphase [4].

 

Ärztin mit drei älteren Menschen im Gespräch
Copyright: Robert Kneschke - stock.adobe.com /Institut für Allgemeinmedizin/MHH

Ziele

Übergeordnete Zielsetzung des Projekts ist die Verbesserung der Palliativversorgung in der Primärversorgung durch niedergelassene Hausärzte im Verbund mit den an der Versorgung beteiligten Gesundheitsdiensten.

Teilziele von ProPall sind:

  • die Analyse der Handlungslogiken, Entscheidungsprozesse und Einflussgrößen, die der Einleitung der allgemeinen Palliativversorgung in der Hausarztpraxis zugrunde liegen,
  • die Entwicklung und Erprobung eines Interventionskonzepts zur Förderung einer proaktiven Palliativversorgung für ältere Patienten in der letzten Lebensphase für die hausärztliche Versorgungspraxis und
  • die Evaluation des Konzepts zur Intervention hinsichtlich der Praktikabilität im Versorgungsalltag und der Verbesserung der Versorgungsqualität älterer Patienten in der letzten Lebensphase aus Sicht ihrer Angehörigen u.a.

Das Vorhaben knüpft dabei an die in der qualitativen Longitudinalstudie “End of life care for frail older patients in family practice (ELFOP)” gewonnenen Erkenntnisse an (BMBF Förderkennzeichen: 01GY1120 [4, 5]).

 

Patientenbeirat

Um eine hinreichende Berücksichtigung der Patienten- bzw. Nutzerperspektive sicher zu stellen, ist eine beratende Begleitung des Projekts durch einen Patientenbeirat vorgesehen. Für die Mitwirkung an dem Patientenbeirat werden interessierte ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger, Mitglieder des Seniorenbeirates der Region und Mitglieder regionaler Patienten- und Angehörigenselbsthilfegruppen angesprochen.


Methoden

Das Forschungsvorhaben ProPall ist eine Interventionsstudie mit einem Prä-Post-Design. In den einzelnen Projektphasen kommen qualitative und quantitative Verfahren der Versorgungsforschung zum Einsatz (Mixed Methods Design).

Das Forschungsvorhaben erstreckt sich über einen Zeitraum von insgesamt 36 Monaten und gliedert sich in drei Hauptphasen.

 

Hauptphasen von ProPall sind:

(1) Die vorgeschaltete Ist-Analyse der Versorgungspraxis stützt sich auf:

  • leitfadenorientierte Interviews mit Hausärzten, deren Praxismitgliedern und Schlüsselpersonen der für die Versorgung älterer Menschen zentralen Gesundheitsdienste
  • Analyse von anonymisierten Routinedaten zum Patientenprofil der beteiligten Hausarztpraxen und ausgewählter Indikatoren (Hospitalisierung, Sterbeort, etc.) des Versorgungsgeschehens in der letzten Lebensphase sowie
  • leitfadenorientierte Interviews mit Angehörigen verstorbener Patientinnen/Patienten der beteiligten Hausarztpraxen.

(2) Die Entwicklung/Anpassung und Erprobung des Interventionskonzepts umfasst:

  • eine Einführungsveranstaltung für die beteiligten Hausärzte und Mitglieder ihres Praxisteams
  • multidisziplinäre und einrichtungsübergreifende Workshops zur Entwicklung bzw. Anpassung eines gestuften Interventionskonzepts
  • die Erprobung und Anpassung des Interventionskonzepts in den beteiligten Hausarztpraxen über einen Zeitraum von ca. 12 Monaten
  • die Begleitung der Erprobungsphase durch drei Workshops mit den beteiligten Hausärzten und Mitgliedern ihres Praxisteams sowie regelmäßige Praxisbesuche durch Mitglieder des Projektteams zur Reflexion der Umsetzungserfahrungen im Praxisteam.

(3) Evaluation der Intervention erfolgt auf der Grundlage:

  • der zusammenfassenden Analyse der Anwendungserfahrungen
  • der vergleichenden Analyse ausgewählter Qualitätsindikatoren der Versorgung am Lebensende (s.o.) und
  • von Interviews mit Angehörigen verstorbener Patienten der beteiligten Hausarztpraxen

 

Copyright: Tom Figiel /Institut für Allgemeinmedizin/MHH

Förderung

Das Forschungsprojekt ProPall wird im Rahmen der Maßnahme „Richtlinie zur Förderung von Forschung in der Palliativversorgung – Projekte des wissenschaftlichen Nachwuchses“ des BMBF gefördert (BMBF Förderkennzeichen: 01GY1710).

 

ProPall – Team

Prof. Dr. Nils Schneider (Institutsleitung)

Dr. Gabriele Müller-Mundt (Projektleitung)

Fabian Tetzlaff (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)

Daniela Wehrt (Wissenschaftliche Mitarbeiterin)

Silke Freihoff (Wissenschaftliche Mitarbeiterin bis 08/2020)

 


Copyright: MHH

 

ProPall – Projektbüro:

Tel.: +49 511 532-8091

Fax: +49 511 532-161088

E-Mail: propalliativ@mh-hannover.de

 

Anschrift:

Medizinische Hochschule Hannover

Institut für Allgemeinmedizin

Carl-Neuberg-Straße 1

30625 Hannover