Von der ersten Blutabnahme bis zum Staatsexamen
MHH-Alumni e.V. verabschiedete 96 Absolvent:innen der Humanmedizin
Rund 400 Gäste waren in den Hörsaal F der Medizinischen Hochschule Hannover gekommen, um gemeinsam mit den neuen Ärztinnen und Ärzten den erfolgreichen Abschluss ihres Studiums zu begehen. Nach der drückenden Hitze der Vorwoche erwies sich das eher bedeckte Wetter als Glücksfall. „Ein wunderbarer Tag zum Feiern, viel besser als beim Abiball meines Sohnes am letzten Wochenende“, scherzte Studiendekan Professor Dr. Christian Mühlfeld in seinem Grußwort.
Alumni-Vorsitzender Professor Dr. Ingo Just blickte zu Beginn der Veranstaltung auf die letzten sechs Jahre der Absolvent:innen zurück: Die erste Blutabnahme mit zitternden Händen habe sie ebenso wie die Doppelbelastung aus Studium und Arbeit sowie herausfordernde Prüfungswochen gelehrt, mit Unsicherheiten umzugehen. „Doch das eigentliche Lernen beginnt erst jetzt“, so Just. Auf die jungen Mediziner:innen warteten nun Situationen, für die es in keinem Lehrbuch eine passende Seite gebe, in denen sie aber dennoch Entscheidungen treffen müssten. Wie angehende Ärztinnen und Ärzte bereits im Studium auf solche Herausforderungen vorbereitet werden können, zeigte auch die Verleihung des EM!L, des Ehemaligenpreises für innovative Lehre. Just überreichte die Auszeichnung an Dr. Lara Klischke und Dr. Urs Mücke stellvertretend für das Team des innovativen Trainingsprogramms Pedagotchi 3.0. Das appbasierte Lehrformat vermittelt Medizinstudierenden spielerisch anhand realitätsnaher pädiatrischer Notfallszenarien klinisches Entscheiden.
Anschließend leiteten die Absolventen Justus Heeg und Magnus Fieweger mit einem Augenzwinkern zum wissenschaftlichen Teil des Nachmittags über. Hinter dem Titel „Critical Evaluation of MHHzumab in Student Models“ verbarg sich ihre Absolventenrede mit bahnbrechenden Forschungsergebnissen, die sie in sechs Jahren Studienzeit gesammelt hatten. Mit Witz, Charme und einer PowerPoint-Präsentation führten sie durch die verschiedenen Studienphasen. Während in Phase I noch kurze Unverträglichkeiten nach der ersten MHH-Party bei den Proband:innen aufgetreten seien, habe man in der klinischen Phase-II-Studie bereits „den OP-Tisch von der lästigen Sterilität befreit“, bevor in der finalen Phase schließlich Staatsexamen und Praktisches Jahr gewartet hätten.
Die diesjährigen Absolvent:innen bewiesen allerdings nicht nur mit ihrer Rede Kreativität. Julia Eschrich begeisterte Kommiliton:innen, Freund:innen und Familienangehörige mit einem selbst geschriebenen Song über die vergangenen Studienjahre und den Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt. Auch Präsidentin Professorin Denise Hilfiker-Kleiner zeigte sich beeindruckt von den vielfältigen Talenten der MHH-Studierenden, bevor sie die Absolvent:innen nacheinander zur Urkundenübergabe auf die Bühne rief. Gemeinsam mit Professor Dr. Ingo Just, der jeder und jedem von ihnen eine Rose überreichte, gratulierte sie persönlich zum erfolgreichen Examen. Zum Abschluss der Veranstaltung kamen noch einmal Sängerin Adriana Soares de Almeida und Pianist Joel Marschner auf die Bühne. Die beiden Jazz-Studierenden, die neben Julia Eschrich für die musikalische Untermalung sorgten, entließen mit Aquarela do Brasil die Feiergesellschaft schließlich gut gelaunt zu Sekt und Fingerfood.