Durch Schnee und Eis zur Examensfeier

MHH-Alumni e.V. verabschiedete über 110 Absolvent:innen der Humanmedizin

Alumnivorsitzender Prof. Dr. Ingo Just gratulierte den neuen Kolleginnen und Kollegen. © Annika Morchner, MHH

Niemand im Organisationsteam des MHH-Alumni e.V. kann sich erinnern, jemals unter ähnlich widrigen Bedingungen eine Examensfeier veranstaltet zu haben wie an diesem Samstag im Januar. Starker Schneefall im ganzen Norden hatten den öffentlichen Nahverkehr in Hannover komplett lahmgelegt und zu deutlichen Einschränkungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn geführt. „Wir haben natürlich intern beraten, ob wir die Examensfeier unter diesen Bedingungen durchführen sollen“, erzählt der Vorsitzende des Alumnivereins, Prof. Dr. Ingo Just. „Da aber Stühle, Bühne und Technik bereits aufgebaut sowie Essen und Getränke vorbereitet waren, wäre eine vorsorgliche Absage einfach zu schade gewesen. Da haben wir uns lieber darauf eingestellt, dass wir vielleicht in sehr kleiner Runde bleiben.“


Lorna Espiga Santos war extra aus Madrid angereist, um für ihre ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen zu singen. © Annika Morchner, MHH

Letztlich war die Befürchtung unbegründet. Über 650 Gäste fanden in der Mensa der MHH zusammen: Absolventinnen und Absolventen, ihre Freunde und Familien hatten alles möglich gemacht, um diesen besonderen Moment gemeinsam zu erleben und Abschied von der MHH zu feiern. Absolventin Lorna Espiga Santos eröffnete die Veranstaltung mit dem Michael-Jackson-Song „Man in the Mirror“, der mit Textzeilen wie „I'm gonna make a change“ sehr gut zum Start in einen neuen Lebensabschnitt passte. Zunächst gratulierten der Alumnivorsitzende Prof. Dr. Ingo Just, die stellvertretende Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Dr. Marion Charlotte Renneberg, und Studiendekan Prof. Dr. Christian Mühlfeld den frisch ernannten Kolleginnen und Kollegen in ihren Grußworten. Dabei wurden auch jene gewürdigt, die sie eng durch das Studium begleitet hatten: Eltern und Geschwister, die sich die Sorgen vor der nächsten großen Klausur anhörten, Mitbewohner, die in der Lernphase den Abwasch übernahmen, und nicht zuletzt die Menschen an der MHH, die ihnen über Jahre das nötige Wissen vermittelten. Passend dazu folgte die Vergabe der Lehrpreise, die die MHH jährlich an die besten Dozierenden verleiht.


In ihrer Abschlussrede verglichen sich Valentin Gerst, Hannah Paulmann und Jan Tauwaldt (v.l.) augenzwinkernd mit den Tributen von Panem. © Annika Morchner, MHH

Für die Absolventenrede hatten sich Valentin Gerst, Hannah Paulmann und Jan Tauwaldt zusammengetan. Sie präsentierten in einem „Systematic Review of Academic Life Support” die Höhen und Tiefen ihres gemeinsamen Studiums, nahmen das Mensa-Essen aufs Korn und erinnerten sich an die Momente vor bestimmten Testaten, in denen sie sich gefühlt hatten wie die Tribute von Panem vor den gefürchteten Hungerspielen. Dass sie mit diesen und anderen Gefühlen nicht allein gewesen waren, bestätigten das wissende Gelächter und der tobende Applaus aus dem Publikum.


Die Präsidentin verlieh die Urkunden, während der Alumni-Vorsitzende traditionell die Rose des MHH-Alumni e.V. überreichte. © Annika Morchner, MHH

Unbestrittenes Highlight – wie bei jeder Examensfeier – war die anschließende Verleihung der Schmuckurkunden durch die MHH-Präsidentin Prof. Denise Hilfiker-Kleiner. Auch sie gratulierte den Absolventinnen und Absolventen in einem kurzen Grußwort, bevor sie sie nacheinander auf die Bühne bat und gemeinsam mit Prof. Dr. Just noch einmal persönlich beglückwünschte. Bei Sekt, Fingerfood und heiterem Geplauder fand die Veranstaltung einen angemessenen Ausklang. Sängerin und Absolventin Lorna Espiga Santos, die extra aus Madrid angereist war, brachte die Stimmung auf den Punkt: „Man hat sich in der Prüfungsphase höchstens noch mal in Kleingruppen gesehen, je nachdem, wie die Prüfungstermine lagen, auch gar nicht. Daher war es mir umso wichtiger, hier bei der Examensfeier noch mal mit allen für einen richtig schönen Abschluss zusammenzukommen – vielen Dank dafür!“