Professorinnenprogramm
Die MHH war mit ihrem „Konzept für Parität“ auch in der vierten Runde des Professorinnenprogramms des Bundes und der Länder erfolgreich.
Ziel des Professorinnenprogramms ist es, mehr Professorinnen an deutschen Hochschulen zu berufen. Zudem sollen Gleichstellungsstrukturen an den Hochschulen gestärkt werden.
Die MHH war in allen Durchgängen erfolgreich. So wurden rund 8 Mio. Euro eingeworben, die durch zusätzliche Förderungen des Landes Niedersachsen noch aufgestockt werden konnten.
Berufene Professorinnen 2025
Professorin Dr. Nagoud Schukfeh wurde 2025 im Rahmen des Professorinnenprogramms auf die W2-Professur für "Hepatobiliäre Kinderchirurgie" berufen, die in die Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie unter Leitung von Professor Dr. Jens Dingemann eingegliedert ist.
Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Untersuchung des Zusammenspiels von Inflammation und Fibrose bei der Entstehung und Progression der Gallengangsatresie, einer cholestatischen Lebererkrankung, die die häufigste Indikation zur kindlichen Lebertransplantation ist. Sowohl innovative KI basierte diagnostische Verfahren als auch neue therapeutische Ansätze werden von Prof. Schukfeh zur Behandlung der Gallengangsatresie erforscht und eingesetzt.
Professorin Dr. med. Sandra Steffens, MME, wurde 2025 im Rahmen des Professorinnenprogramms 2030 auf die W2-Professur für Lehr- und Lernforschung berufen. Sie leitet die Forschungs- und Lehreinheit Medizinische Lehr- und Lernforschung der MHH, der das interdisziplinäre SkillsLAB zugeordnet ist. Sie untersucht, wie medizinisches Lernen, Lehren und Prüfen wirksam, kompetenzorientiert, praxisnah und wissenschaftlich fundiert gestaltet werden kann.
2023 erhielt sie den Ars-Legendi-Fakultätenpreis für Medizin, die höchste nationale Auszeichnung für exzellente Hochschullehre in der Medizin, den der Stifterverband und der Medizinische Fakultätentag jährlich vergeben.
Berufene Professorinnen 2018
Professorin Dr. med. Dr. phil. Sabine Salloch wurde im Rahmen des Professorinnenprogramms III auf die W3-Professur für Ethik und Geschichte der MHH berufen. Damit tritt sie nach langer Vakanz die Nachfolge von Professorin Brigitte Lohff an, die bereits 2013 emeritiert wurde. Da es sich hier um die erste Regelprofessur handelt, die im Rahmen des Professorinnenprogramms an der MHH besetzt wird, werden mit dieser Berufung auch zum ersten Mal Mittel für gezielte Gleichstellungsmaßnahmen frei. Die MHH hat sich verpflichtet, diese Mittel u.a. für eine Koordinationsstelle im Kompetenzzentrum für geschlechtersensible Medizin sowie für ein neu zu schaffendes Mentoring Programm für Wissenschaftlerinnen in einem frühen Karrierestadium (IPM Junior) zu verwenden.
Professorin Dr. Ines Yang wurde 2019 im Rahmen des Professorinnenprogramms auf die W2-Professur für „Digitalisierung und bioinformatische Datenanalyse in der Zahnmedizin“ berufen, die in der von Professorin Meike Stiesch geleiteten Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde der MHH angesiedelt ist. Ihr Forschungsschwerpunkt sind die mikrobiellen Vorgänge in oralen Biofilmen, insbesondere im Zusammenhang mit Parodontitis und Periimplantitis, die sie ausgehend von Daten aus den aktuellsten High-Throughput-Sequenzierverfahren mit bioinformatischen Methoden untersucht.
Berufene Professorinnen 2013
Hildegard Büning ist W2-Professorin für „Infektionsbiologie des Gentransfers“ am Institut für Experimentelle Hämatologie.
Doris Steinemann ist W2-Professorin für „Funktionelle Genomik“. Sie leitet das TEAM Funktionelle Genomik am Institut für Humangenetik. Forschungsschwerpunkt ihrer Arbeit ist die Identifizierung der Bedeutung genetischer Veränderungen bei erblichen Tumorerkrankungen. Das Forschungsziel ist mittels modernster Techniken genetische Veränderungen nachzuweisen, die eine Prädisposition für eine Krebserkrankung (insbesondere erblicher Brust- und Eierstockkrebs und kindliche Leukämie) darstellen können.
Tanja Zimmermann ist W2-Professorin für „Psychosomatik“ mit den Schwerpunkten Transplantationsmedizin und Onkologie. Professorin Zimmermann beschäftigt sich mit Bewältigungsprozessen bei Krebserkrankungen, der Effektivität psychosozialer Unterstützungsangebote für Krebspatientinnen und –patienten und der Bedeutung partnerschaftlicher Unterstützung bei chronischen Erkrankungen. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Kommunikations- und Kompetenztrainings für Jugendliche und junge Erwachsene sowie Elterntraining.
Berufene Professorinnen 2008
Heike Bantel ist W2-Professorin für "Translationale Hepatologie". Professorin Bantel beschäftigt sich mit der grundlagenwissenschaftlichen Bearbeitung klinisch relevanter Fragestellungen in der Hepatologie und Gastroenterologie. Einen Forschungsschwerpunkt bildet dabei die Identifizierung neuer Biomarker für den Nachweis des apoptotischen Zelltodes, der auf die Krankheitsaktivität, den Krankheitsverlauf oder das Therapieansprechen hepatologischer Erkrankungen schließen lässt.
Faikah Güler war W2-Professorin für "Ischämie-Reperfusionsschaden und Transplantation". Seit 1999 arbeitete sie in der MHH-Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen. Dort erforschte sie Mechanismen des akuten Nierenversagens und der Transplantat-Abstoßung. Schwerpunkt ihrer Arbeit war die Untersuchung molekularer Mechanismen, die zur Gewebeschädigung durch Sauerstoffmangel (Hypoxie) führen. Bereits 2003 wurde sie zur Juniorprofessorin für Transplantatdysfunktion berufen, 2008 dann im Rahmen des Professorinnenprogramms 1 auf die genannte Professur.
Mit Bestürzung mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass Faikah Güler am 19. März 2020 unerwartet verstarb. Professorin Güler war uns als Mentee und später als Mentorin im Ina-Pichlmayr-Mentoring der MHH und außerdem als langjähriges Mitglied der Kommission für Gleichstellung und als an Geschlechterforschung interessierte Wissenschaftlerin verbunden. Wir werden ihr Andenken bewahren.
Susanne Häußler war W2-Professorin für "Pathophysiologie bakterieller Biofilme". Die Fachärztin für Mikrobiologie leitete am TwinCore, dem Zentrum für experimentelle und klinische Infektionsforschung in Hannover, die Gruppe "Pathophysiologie bakterieller Biofilme". Die Gruppe beschäftigte sich mit der Entstehung und Bekämpfung von chronischen Infektionen, die das Bakterium Preudomonas aeruginosa hervorruft.
Die Professur im Rahmen des Professorinnenprogramms erwies sich als wichtige und zugleich kurze Karrierestufe: Bereits im Dezember 2011 wurde Professorin Häußler auf die W3-Professur für Molekulare Bakteriologie berufen. Mit der Annahme des Rufes an die MHH wurde sie zugleich Leiterin der Abteilung Molekulare Bakteriologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig.