Die erste erfolgreiche Nierentransplantation wurde 1954 in Boston nach einer Nierenlebendspende durchgeführt, bei der ein Zwilling (Richard und Ronald Herrick) für seinen Bruder gespendet hat. Diese Niere arbeitete acht Jahre im Körper des Empfängers. Der Spender führte ebenfalls ein langes, gesundes Leben. Heute hat sich in diesem Bereich viel weiter entwickelt, nahezu jeder kann nun für einen ihm emotional nahestehenden Menschen eine Niere spenden – unabhängig von Blutgruppe (AB0-inkompatibele Nierenlebendspende) oder Alter.

Wer kann spenden?
Prinzipiell können nur volljährige Menschen eine Niere spenden. Vorbedingungen sind, dass der Spender keine Nierenfunktionseinschränkung hat und auch keine Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Herzinfarkt oder Schlaganfall vorliegen.
Spenden können Verwandte bis zweiten Grades, Ehegatten, Verlobte und andere Personen, die dem Empfänger in persönlicher Verbundenheit offenkundig nahestehen.
Es findet zunächst ein Aufklärungsgespräch statt, wo alle notwendigen medizinischen Informationen (vorherige Arztbriefe, aktuelle Medikamente) mitgebracht werden sollten.
Folgende Voruntersuchungen wären hilfreich: Kreatinin, HbA1c, 24h Sammelurinmessung mit Proteinurie und Kreatinin-Clearance und ggf. auch Blutgruppe (ein entsprechendes Formular kann bei uns angefordert werden).
Wenn eine Eignung zur Spende prinzipiell gegeben ist, wird eine immungenetische Untersuchung durchgeführt und ausgeschlossen, dass beim Empfänger schon sogenannte Antikörper gegen das Spenderorgan vorliegen, welche dazu führen würden, dass das Transplantat vom Abwehrsystem des Körpers attackiert wird.
Danach können dann weitere Untersuchungen des Herz-Kreislauf-Systems entsprechend den Anforderungen des Transplantationszentrums veranlasst werden. Diese können stationär oder auch ambulant durchgeführt werden.
Mit Vorliegen aller Untersuchungen erfolgt ein Zweitgespräch zur Klärung aller offenen Fragen und Planung der Operationen.
Außerdem ist eine psychologische Evaluation für Spender- und Empfänger Pflicht in Deutschland.
Nach Einwilligung der „Lebendspendekommission des Landes Niedersachsen“ (ca. 20-minütiges Gespräch) in den Räumlichkeiten der Ärztekammer Hannover, darf die endgültige Planung und Durchführung der Operationen vorgenommen werden.
Je nach Nierenfunktion des Empfängers kann Eile geboten sein und alle Schritte innerhalb von ca. 6 Wochen erfolgreich durchlaufen werden. Falls die Nierenfunktion des Empfängers noch stabil ist, kann die Transplantation jedoch auch erst für einen späteren Zeitpunkt festgesetzt werden.
Die Dauer des Krankenhausaufenthaltes für Spender liegt in der Regel zwischen 3 und 5 Tagen und beläuft sich bei den Empfängern auf etwa 10 bis 14 Tage.

In der MHH werden derzeit 2400 Patienten nach Nierentransplantation betreut, wir haben über 700 Patienten bei der Nierenspende begleitet. Jährlich stellen sich ungefähr 200 mögliche Spender bei uns vor.


Koordinierungsteam der Lebendspende, Frau Christel Koczur und Frau Katrin Brösel

Falls Sie an der Nierenlebendspende interessiert sind, benötigen Sie einen Termin in unserer TX-Ambulanz.
Wir bitten Sie, von spontanen Besuchen im Koordinierungsbüro abzusehen.
Schicken Sie uns eine E-Mail oder machen Sie mit uns telefonisch einen Besuchstermin.


Kontaktdaten:
E-Mail: lebendspende@mh-hannover.de
Anmeldung: Frau K. Brösel, Frau Ch. Koczur, Frau M. Geyer
                   ☎ (0511) 532 -6303/9327
                   FAX  -3106


Team der Nieren-Lebendspende

Dr. med. Daniel Pöhnert PhD
Koordination der Nierenlebendspende Evaluation
 

Prof. Dr. Faikah Güler,
Oberärztin der
Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen:
Spenderabklärung und Koordinatorin der Nierenlebendspende

Dr. Alena Richter,
Funktionsoberärztin der
Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen
Empfängerabklärung