Forschung an der MHH
Als Universitätsklinik mit der derzeit größten Sprechstunde für Patienten mit Tourette-Syndrom in Deutschland sind wir nicht nur darum bemüht, unsere Patienten stets optimal zu beraten und zu behandeln, sondern auch ständig neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Ursache und Therapie dieser Erkrankung zu gewinnen. Dies ist allerdings nur dadurch möglich, dass sich Menschen mit Tourette-Syndrome bereit erklären, an wissenschaftlichen Studien teilzunehmen. Sehr herzlich bedanken wir uns an dieser Stelle bei der großen Zahl von Personen, die uns in den vergangenen Jahren durch ihre Teilnahme an wissenschaftlichen Untersuchungen bei der Erforschung des Tourette-Syndrom aktiv unterstützt haben.
Nachfolgend stellen wir Ihnen alle Studien vor, die aktuell in unserer Klinik durchgeführt werden. Zu jeder Studie finden Sie zudem eine ausführliche Patienteninformation. Sofern Sie Interesse an einer Teilnahme an einer der unten aufgeführten Studien haben, stehen wir Ihnen gerne für weitere Fragen persönlich zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich hierfür direkt an die jeweils angegebenen Kontaktpersonen.
In den letzten Jahren hat die Wissenschaft große Fortschritte gemacht in Bezug auf Tic-Störungen und Tic-artige funktionelle Störungen. Trotzdem ist die Unterscheidung dieser Krankheiten nicht immer leicht. Wenn dabei Fehler passieren, können Patient*innen eine falsche Therapie erhalten.
Daher versucht diese Studie, anhand von EEGs (=Hirnschriften), die KI-gestützt untersucht werden, Prozesse im Hirn zu finden, die typisch für Tic-Störungen sind. Diese könnten in Zukunft die Diagnosestellung sicherer machen und mehr Patient*innen zu einer effektiven Therapie verhelfen.
Für weitere Informationen schauen Sie gern in unseren Flyer oder kontaktieren Sie uns!
Kontakt bei Teilnahmewunsch:
☎ 0511-532-5524
Ziel dieses Projekts ist es, anhand von Videos, die entweder Menschen mit Tics, mit funktionellen Tic-ähnlichen Bewegungen oder beiden Symptomen zeigen, mittels einer KI (künstliche Intelligenz) korrekt einzuordnen.
Da für eine solche Studie eine möglichst große Zahl an Videos erforderlich ist, suchen wir Personen mit o.g. Symptomen, die bereit sind, uns ein Video von sich zu übersenden. Ihr Video würde zunächst durch Expert:innen für Tic-Erkrankungen bewertet. Nachfolgend wird das Video anonymisiert, so dass ein Rückschluss auf Ihre Person nicht mehr möglich ist, und mittels eines KI-Modells erneut bewertet. Das KI-Modell soll so „lernen“, die richtige Diagnose zu stellen.
Sollte dies gelingen, so könnte die Versorgung von Personen mit Tics und funktionellen Tic-ähnlichen Bewegungen verbessert werden, da durch das KI-Modell bereits eine Vorabeinschätzung erfolgen kann.
Sollten Sie Interesse haben, an der Studie teilzunehmen, schicken Sie uns bitte unverbindlich eine E-Mail an IdenTics@mh-hannover.de. Die Studienteilnahme ist von Zuhause aus möglich und dauert einmalig ca. eine Stunde. Teilnehmen dürfen Personen jeden Alters, bei denen die Diagnose einer Tic-Störung (einschließlich eines Tourette-Syndroms), einer funktionellen Tic-ähnlichen Bewegungsstörung (dissoziativen Bewegungsstörung) oder beide Diagnosen gestellt wurden.
Wir freuen uns auf Ihre Email und stehen für weitere Fragen gerne zur Verfügung.